Raser auf der Landwehr: Mit Tempo 96 durch die 30-Zone

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Trotz Blumenkübeln und Pöllern fahren viele zu schnell auf der Landwehr.

Neuenrade – Heftig: Mit 96 km/h raste ein Autofahrer auf der Landwehr durch Neuenrade. Pöller und Blumenkästen scheinen Temposünder in der 30er-Zone nicht zu bremsen. Nun greift der Kreis durch.

Wenn es um die Kontrolle der Geschwindigkeit auf den Straßen geht, dann gibt es für den Leiter des Verkehrsdienstes des Märkischen Kreises, Claus Croce, nur zwei Gründe, um mit Radarmessgeräten aktiv zu werden: Unfallprävention, denn „wir müssen nicht warten, bis es zu Unfällen kommt“, und Hinweise auf Temposünder von Bürgern und Kommunen. 

Schöntaler Weg nicht besonders im Auge

Sollten Bürger zuweilen einen anderen Eindruck haben – dass dort viel intensiver als anderswo gemessen werde – so sei dieser falsch. Der Bereich Schöntaler Weg und Bahnhofstraße werde nur kontrolliert, weil es Beschwerden von Anwohnern wegen Schnellfahrer gegeben habe. „Wir stehen dort nicht häufiger, das ist ein ganz normaler Überwachungsrhythmus“, betont Croce. 

Weil die gut ausgebaute Straße umgewidmet und von einer Kreis- zur Gemeindestraße wurde und nun dort 30 km/h gefahren werden muss, kam es zu Unmut bei einigen Autofahrern. Für sie ist Tempo 30 zu langsam angesichts der langen und gut ausgebauten Straße. Zudem gilt nun Rechts vor Links. 

Keine Steuerung von Verkehrsströmen

Die Umwidmung der Straße und die damit einhergehenden Änderungen hatten auch bei den Kommunalpolitikern zu Diskussionen geführt: Angeblich mangelhafte Beschilderung war Thema. Seitens der Stadt gibt es Überlegungen, bauliche Veränderungen in Teilbereichen (Bahnhofnähe) vorzunehmen. Dass nun durch das Messen die Verkehrsströme über den Hüttenweg zur Bundesstraße gesteuert werden sollen, weist Croce zurück. Und Neuenrades Bauamts- und Ordnungsamtsleiter Marcus Henninger betonte, dass auch die Stadt dort keine Messung angeleiert habe. 

Stadt will mit Messtafeln sensibilisieren

Gleichwohl will die Stadt dort ein Seitenradarmessgerät montieren, um Daten zu sammeln und ein Messgerät mit Display und Smiley anbringen, um die Autofahrer dort noch einmal für Tempo 30 zu sensibilisieren. Zugleich dienten die Ergebnisse des Seitenradarmessgerätes aber auch immer wieder als Argumentationsgrundlage, um mit dem Straßenverkehrsamt zu verhandeln, sagte Bauamts- und Ordnungsamtsleiter Henninger. 

Raser an der Landwehr

In der Tat: Auch Hinweisen der Stadt gehe man nach, bestätigte Croce. So werde man sich demnächst intensiv um die Landwehr kümmern. Dort habe die Stadt Neuenrade das unauffällige Messgerät eingesetzt – mit dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer dort zu schnell unterwegs sei. 30 Kilometer pro Stunde sind dort erlaubt, doch die Stadt habe unter anderem ein Auto mit sagenhaften 96 Kilometern pro Stunde aufgezeichnet. Der Messzeitraum war 19. Dezember bis 23. Januar. 

Ärger an der Landwehr: Temposünder nerven die Anwohner.

Nicht recht bewahrheitet hat sich dagegen ein Hinweis aus der Bevölkerung, welche an der Wilkestraße am evangelischen Friedhof Raser beobachtet haben wollen. „Das haben wir dort nicht verifizieren können“, sagte Claus Croce. Der Verkehrsdienstleiter sagte zudem, dass aus Neuenrade des Öfteren Meldungen über zu schnell fahrende Autofahrer kommen würden

Von Peter von der Beck

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