Radbörse: Von Bobby-Car bis E-Bike

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Stefan Prior von der Radsportabteilung des TuS Neunrade berät nicht nur die Kunden der 11. Radbörse, sondern überprüft die Velos auch auf ihre technische Zuverlässigkeit. 

Neuenrade - „So einen enormen Ansturm hatten wir noch nie“, freute sich Stefan Prior von der Radsportabteilung des TuS Neuenrade. Die 11. Radbörse war am vergangenen Samstag erst ein paar Minuten alt, doch der Platz rund um den Kulturschuppen bereits rappelvoll mit Menschen.

 „Wir hatten selten so viele Räder wie in diesem Jahr“, kommentiert Prior das große Interesse. Ob Bobby-Car, Trekking-Rad oder aber ein hochpreisiges E-Bike: Die Radbörse hatten für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas im Angebot. „Am meisten verkaufen wir Kinder- und Studentenräder, also solche Drahtesel, die unter 100 Euro kosten und auch mal geklaut werden können“.

Genau diesen Typ von Velo sucht Günter Filthaut; allerdings nicht für sich, sondern für seine Tochter, deren Fahrrad in Hamburg tatsächlich gestohlen wurde. „Eigentlich wollte ich nur 50 Euro ausgeben“, sagt der aus Amecke angereiste Besucher. Doch dafür sei er einfach zu spät dran gewesen. Das „einfache Damenrad für die Überlandfahrt mit tiefem Einstieg“ der Marke Rabeneick wird Günter Filthaut am Ende den Betrag von 150 Euro kosten.

Teurer schlagen hingegen die angebotenen E-Bikes zu Buche. Doch bei einem Preis jenseits der 1000 Euro bezweifelt Stefan Prior, ob die Klientel hierfür da sei. Immerhin bekäme der Kunde im Fachhandel noch eine zwei bis dreijährige Garantie obendrauf.

Kein Pedelec, sondern ein Kinderfahrrad möchte an diesem Tag Andreas Schreiber verkaufen. Der Oberst des Werdohler Schützenvereins schätzt an der Radbörse vor allem die unkomplizierte Vermittlung. „Das ist besser als jede Anzeige im Internet, wo ich einen Termin vereinbare und am Ende das Rad dann doch nicht oder für den halben Preis den Besitzer wechselt“, so Schreiber. Die wohl längste Anfahrt hatte eine Familie aus Much in der Nähe von Overath, wusste Ulrika Nöttelmann zu berichten. Das Ehepaar habe sich im Urlaub befunden und spontan bei der Radbörse vorbeischaut. „Fündig sind sie dann auch noch geworden und haben ein Trekkingbike mitgenommen“.

 Dass die Veranstaltung so reibungslos verläuft, liegt auch daran, „dass ich die Leute nicht lange bitten muss“, unterstreicht Stefan Prior. So einen Zusammenhalt kenne ich sonst gar nicht, begründet Prior den Umstand, dass die Veranstaltung nun schon seit mehr als zehn Jahren so gut laufe. Neben Fahrrädern wechselt auch Zubehör den Besitzer. Dies können Taschen oder auch Bekleidung sein: insgesamt rund 300 Teile. Zudem sorgen die „Bikerhexen“, also die Frauen-Gruppe im Verein, dafür, dass die Kuchentheke bestückt wird. Bevor ein Rad den Besitzer wechselt, prüft ein Vierer-Team den technischen Zustand. Danach bekommt es ein Etikett mit Nummer und Preis angeheftet und der Besitzer darf auf einen schnellen Verkauf hoffen.

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