Schaden auf wundersame Weise beglichen

Racheakt nach Messerangriff? Skurriler Prozess wegen Sachbeschädigung

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Neuenrade/Lüdenscheid – Eine Laterne auf einem privaten Grundstück wurde am 27. August 2019 in Neuenrade zum Opfer der Zerstörungswut eines 20-jährigen Lüdenscheiders.

Im Amtsgericht Lüdenscheid gab der junge Mann die Sachbeschädigung zu: „Ich habe die Lampe weggetreten“, erklärte er und fügte später eine gehörige Portion Selbstkritik hinzu. Er schimpfte über „die blöde, jugendliche Sch..., die ich früher mal gemacht habe“. 

Eine lange und etwas undurchsichtige Geschichte lieferte den Grund für den Angriff: Angeblich hatte der Eigentümer der Laterne den 20-Jährigen, der „mit zwei Kollegen und zwei Neffen“ auf einem Spielplatz weilte, „mit einem Messer“ angegriffen und einen Roller „über die Straße geworfen“. Der Angriff auf die 150 Euro teure Laterne wäre demnach eine Art Racheakt gewesen. 

Wilde Geschichte lässt sich nicht aufklären

„Die Lampe wäre nicht geflogen, hätte er uns nicht mit einem Messer angegriffen“, erklärte der Angeklagte. Er bestritt aber, dass er den Geschädigten darüber hinaus beleidigt und ihm die Abstammung von einer Mutter mit unehrenhaftem Lebenswandel vorgeworfen habe. 

„Irgendwas ist das schiefgelaufen“, fasste Richter Wolfram Arnold die etwas wilde Geschichte zusammen, die nicht bis ins letzte Detail aufgeklärt werden musste. Der als Zeuge geladene Eigentümer der Lampe hatte schriftlich sein Desinteresse an dem Strafprozess bekundet. „Der Schaden ist beglichen. Es ist möglich, dass ich nicht erscheine.“ 

Kleines Mirakel im Gerichtssaal

Aus der Möglichkeit wurde Realität, die noch von einem kleinen Mirakel gewürzt wurde: Denn der Angeklagte bestritt, dass er die Lampe bezahlt hatte. „Der Schaden ist auf wundersame Weise beglichen“, staunte Richter Wolfram Arnold. Er stellte das Strafverfahren ein und entließ den Angeklagten mit einer eindringlichen Ermahnung.

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