Abitur und Realschulabschluss

Prüfungen verschoben: Das sagen Lehrer und Schüler

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Neuenrade/Werdohl - Einer Verschiebung der Zentralen Abschlussprüfungen für die Zehntklässler um fünf Tage auf den Zeitraum vom 12. bis 19. Mai, hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (CDU) am Freitag verkündet. Wie kommt das in den Schulen an?

Oliver Held, Leiter der Realschule Werdohl, kann damit gut leben. „Diese fünf Tage sind sehr hilfreich, zumal wir ja noch gar nicht wissen, wie es nach den Osterferien weitergeht“, sagte er auf Nachfrage. Doch selbst wenn die Schulen wie geplant am 20. April wieder öffnen sollten, „werden wir für diesen Puffer dankbar sein“, ergänzte er.

Die Schule erhalte dadurch die Chance, die Zeit, die durch die Schulschließung aufgrund der Corona-Pandemie verloren gegangen sei, zumindest teilweise aufzuholen. Beispielsweise müssten ja noch die Prüfungsaufgaben von einem zentralen Server heruntergeladen und dann vervielfältigt werden.

Einen kleinen Nachteil sieht der Schulleiter in der Verschiebung aber auch: „Die Lehrer haben weniger Zeit für die Korrekturen.“

Die Schüler sieht Held auf die Prüfungen in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch aber gut vorbereitet. „Unsere Schüler lernen mit einer App. Die ist großartig, weil sie den ganzen Lehrplan abdeckt und eine valide Rückmeldung gibt, ob die Aufgaben erledigt sind“, berichtete Held, wie die Realschule das Lernen ohne Lehrer organisiert hat.

Die Abiturprüfungen sollen um drei Wochen verschoben werden und ebenfalls erst am 12. Mai beginnen. Das betrifft auch die Abiturienten an der Albert-Einstein-Gesamtschule Werdohl (AEG) und der Waldorfschule Neuenrade. Sven Stocks, Schulleiter der AEG, und Klaus Giljohann, Geschäftsführer der Waldorfschule, hatten bereits am Donnerstag auf Anfrage erklärt, keine großen Probleme in einer Verschiebung der Prüfungen um einige Wochen zu sehen.

Erleichterung ist nach der Entscheidung am Burggymnasium in Altena zu spüren: „Dass die Abiturprüfungen stattfinden sollen und vom 12. bis zum 25. Mai terminiert sind, begrüßen wir sehr.“ Das sagt Stefan Rohde. Er ist Oberstufenkoordinator für die Reifeprüfungen der 116 jungen Leute zuständig. Aus vielen Gesprächen mit Schülern sei für das Kollegium erkennbar geworden, „dass alle sich möglichst in diesem Frühjahr den Prüfungen stellen wollen“.

Dass die Prüfungen unter besonderer Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden müssten, sei allen Beteiligten bewusst. Die Gesundheit aller habe oberste Priorität.

Der Affelner Fabian Gieshoff ist Abiturient am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Plettenberg – und sieht die Entscheidung des Kultusministeriums differenziert. „Es wichtig und gut, dass das Abitur trotz allem durchgeführt werden soll. Wir haben uns schließlich zwei Jahre darauf vorbereitet“, sagt er, sieht aber auch Probleme: „Wir sitzen dann mit vielen Personen in den Klassenzimmern – das ist natürlich kontraproduktiv. Dabei könnten wir das Virus weiter verbreiten.“

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK gibt es hier.

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