Prozessauftakt gegen Peiniger der 95-Jährigen

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Vor dem Hagener Landgericht muss sich ein ehemaliger Neuenrader verantworten

Neuenrade - Weil er Mitte 2016 mit inzwischen verurteilten Mittätern eine demenzkranke 95-Jährige und ihre Pflegerin unter anderem bedroht und beraubt haben soll, muss er vor den Kadi.

Der heute 26-jährige Kölner muss sich jetzt wegen gemeinschaftlichen erpresserischen Menschenraubes zugleich mit gemeinschaftlicher besonders schwerer räuberischer Erpressung vor der 6. Großen Strafkammer des Hagener Landgerichts verantworten. Der Prozessauftakt ist für Montag, 2. September, vorgesehen. 

Frauen mit Messer bedroht 

Der Angeklagte soll zur Tatzeit noch bei seinen Eltern in Neuenrade gewohnt haben. Er soll gemeinsam mit mehreren Mittätern am 18. Juni 2016 in die Villa einer demenzkranken 95-jährigen Frau in Neuenrade eingedrungen sein. Dort sollen die Täter die Geschädigte und ihre polnische Pflegekraft zur Herausgabe von Schmuck gezwungen haben, wobei der Angeklagte den beiden Frauen ein Messer vorgehalten haben soll. 

Menschenraub und Erpressung 

Nachdem einer der Täter im Keller einen Tresor entdeckt hatte, sollen die Täter die Hochbetagte und ihre Pflegerin zunächst in den Keller gebracht haben. Der 95-Jährigen soll durch das vorgehaltene Messer und durch die bedrohliche Lage so viel Angst gemacht worden sein, dass sie die Zahlenkombination des Tresors verraten sollte. Vermutlich aufgrund ihrer Demenz konnte sich die 95-Jährige aber nicht an die Zahlen erinnern.

Flucht mit größerer Beute 

Die Täter sollen die beiden Frauen danach in einem Büroraum der Villa eingesperrt haben und mit ihrer Beute geflüchtet sein. Sie sollen ein goldenes Collier, eine Armbanduhr, den Ehering der Überfallenen, eine Perlenkette, eine Burberry-Handtasche, Silberbesteck und Parfüm erbeutet haben. Das Landgericht Hagen hat zwei Mittäter und eine als Fahrerin fungierende Gehilfin bereits im Jahre 2017 zu Freiheitsstrafen von sieben Jahren und sechs Monaten, sechs Jahren und sechs Monaten sowie ein Jahr mit Bewährung verurteilt. Die damals 95-Jährige ist mittlerweile verstorben.

Bis zu 15 Jahre Haft drohen

 Für die angeklagte Tat sieht das Gesetz im Regelfall eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren vor. Der jetzt Angeklagte, der im September 2018 in dieser Sache festgenommen wurde, befindet sich derzeit in anderer Sache in Strafhaft. Er soll bereits erheblich vorbestraft sein, unter anderem wegen gemeinschaftlicher schwerer räuberischer Erpressung. Einen der bereits verurteilten Mittäter soll er bei einem früheren Gefängnisaufenthalt kennen gelernt haben.

Termine Für das Verfahren sind insgesamt sieben Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil wird am 27. September erwartet

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