Schläge in Beziehung 

Prozess am Amtsgericht: Angeklagter reumütig

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Der Angeklagte wurde  gegenüber seiner Freundin gewalttätig.

Neuenrade - Gut zwei Jahre nach dem Zusammenleben in Neuenrade traf sich jetzt ein längst getrenntes Pärchen im Amtsgericht Altena. Der 26-jährige Angeklagte lebt mittlerweile in Münster, die 20-jährige Frau, der er am 4. November 2014 unter Schlägen Geld weggenommen haben sollte, in Herdecke.

Sie schilderte dieses Ereignis als nur eines unter vielen ähnlichen in einer konfliktreichen Beziehung. „Er hat mich weggeschubst und mir das Portmonee entrissen.“ 

Aus der darauf folgenden Anzeige bei der Polizei, die ein blaues Auge und weitere Prellungen im Gesicht und im Brustbereich festhielt, war ein Strafverfahren wegen eines „räuberischen Diebstahls“ geworden, das immerhin vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. 

Drogenabhängig

Der Angeklagte zeigte sich reumütig und erklärte seine damalige Lebenslage: Er sei vielfältig drogenabhängig gewesen – glücklicherweise nicht von ganz harten Drogen. Mit einem bisschen Geld von seinen Eltern hatte er Unterschlupf bei der 20-Jährigen gesucht, die über eine eigene Wohnung verfügte. 

Nach dem Bruch der Beziehung habe er 2016 eine „dringend notwendige“ Drogentherapie erfolgreich abgeschlossen, berichtete der Angeklagte. Die Geschehnisse in Neuenrade erschienen ihm mittlerweile nur noch „sehr vernebelt“. 

Der jungen Frau ging es nicht viel anders. „Genau weiß ich das nicht mehr – es ist soviel passiert in letzter Zeit“, sagte sie im Gericht. Es sei zu gegenseitigen Schlägen gekommen, nachdem sie ihm gesagt habe, er solle ausziehen. 

In einem merkwürdigen Licht erschien das Verhalten von zwei Zeugen, die mit in der Wohnung waren, als die Auseinandersetzung eskalierte. Sie seien „in eine Toilette geflüchtet, als der Streit richtig handfest wurde“, erinnerte sich die Zeugin. Der Zeitablauf legte die Frage nahe, ob ihr das Strafverfahren gegen den Angeklagten überhaupt noch am Herzen liege. „Ich finde das jetzt langsam gar nicht mehr so wichtig“, erwiderte sie.

Verfahren eingestellt

Der Angeklagte, der offenbar auch in einem anderen Leben angekommen war, entschuldigte sich bei ihr für das Geschehene und stellte fest: „Es hätte auch schöner enden können.“ Das Schöffengericht stellte fest, dass der Angeklagte sich nach seiner Therapie gefangen habe und sah ebenfalls keinen Anlass für eine Verurteilung. Das Verfahren wurde eingestellt.

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