96-jähriges Opfer

Junge Frau sollte Räuber nach Überfall abholen

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Neuenrade - Der Überfall auf eine Seniorin und ihre Pflegerin in einer Neuenrader Villa kam erneut vor Gericht. Angeklagt war am Amtsgericht Altena  eine junge Frau aus Solingen.

Die Täter waren am 18. Juni 2016 aus dem Raum Düsseldorf mit einem derart auffälligen BMW nach Neuenrade gereist, dass die Nachbarn auf die merkwürdige Gruppe aufmerksam geworden waren und die Polizei benachrichtigt hatten.

Ihr Auto stand den Räubern nach dem Überfall auf eine 96 Jahre alte Dame und ihre Betreuerin nicht mehr zur Verfügung. Einer der beiden Haupttäter, den das Landgericht mittlerweile zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilte, rief deshalb seine Freundin in Solingen an.

Sie sollte die Gruppe aus Neuenrade abholen. Das allerdings verhinderte die Polizei am Treffpunkt in der Nähe des Friedhofs. Dass die beiden festgenommenen Haupttäter Beutestücke aus der Villa bei sich im Auto der jungen Frau hatten, gehörte zu den zuverlässigsten Indizien für die Beteiligung der beiden an dem Raubüberfall.

Die Angeklagte war wohl nicht eingeweiht

Eine dritte – immer noch unbekannte – Person konnte flüchten. Als vierter sei ein vorbestrafter Neuenrader bei dem Überfall dabei gewesen, gestand einer der Täter auf der Zielgeraden des Prozesses. Nach diesem mutmaßlichen Mittäter wird immer noch gefahndet.

Wieviel die junge Frau aus Solingen vorab über die Einbruchspläne ihres Freundes und seiner Mittäter wusste, ist nicht bekannt. Viel spricht dafür, dass sie nicht eingeweiht war und erst vor Ort realisierte, dass sie in einem ganz merkwürdigen Film gelandet war.

Zwei Männer, die sich gerade eines erpresserischen Menschenraubes schuldig gemacht hatten, saßen in ihrem Auto. Angeblich versuchte sie die dabei erbeuteten Schmuckstücke zu verstecken, als plötzlich die Polizei auftauchte.

Vor Gericht hatte sie Tränen in den Augen

Im Amtsgericht Altena musste sie sich deshalb wegen einer „Begünstigung“ der Täter verantworten. Im Landgericht hatte sie noch mit dem Hinweis auf eine Verlobung mit einem der Täter die Aussage verweigert. Nun hatte sie sich angeblich von ihm getrennt, den persönlichen Stil radikal geändert und Tränen in den Augen.

Das Angebot einer Einstellung des Strafverfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro nahm sie bereitwillig an.

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