Prom – das wichtigste Ereignis des Jahres

Lena Schrader.

NEUENRADE ▪ Die Neuenraderin Lena Schrader, für ein Jahr in den USA, meldet sich wieder mit einem weiteren Erlebnisbericht aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten: „Es ist Sommer, wir haben hier immer um die 30 Grad Celsius und in drei Wochen haben die Schüler der Lafollette High School bereits Sommerferien. Und vor zwei Wochen war einer der wichtigsten Tage für die Juniors und Seniors im ganzen Schuljahr: Prom.

Mit Prom wird in den USA der Abschlussball am Ende der High-School-Jahre bezeichnet. Das Ereignis hat in den USA einen sehr hohen Stellenwert. Prom ist das Ereignis des Jahres für Elftklässler und Zwölftklässler. Normalerweise dürfen in den USA nur Elftklässer (Juniors) und Abschlussjahrgänge (Seniors) teilnehmen, als Partner darf man jedoch einen Sophomore (10. Klasse) oder Freshman (9. Klasse) einladen. Prom wird unter ein von der Schule bestimmtes Motto gestellt. Im Laufe der Veranstaltung wird dann noch eine Prom-Queen und ein Prom-King gekürt, welche die Schüler wählen. Einige Schulen verzichten inzwischen auf dieses Zeremoniell, da es vielfach zu Neid und Missgunst geführt hat. Ich muss sagen, dass die Vorbereitungen und Bilder mit der Gruppe viel wichtiger sind, als der eigentliche Abend. Schon einige Wochen vorher werden Friseur- und Make-Up Termine vereinbart, um für die Prom perfekt auszusehen.

Zur Prom gehen die Schüler in einer Gruppe und meistens hat ein Mädchen auch einen Jungen an ihrer Seite. Ein schöner Platz mit einem besonderen Bildhintergrund wird gesucht. Der Garten wird extra für den besonderen Tag schön eingerichtet. Meine Gruppe bestand aus über 40 Juniors (11. Klasse) und ein See diente uns als Hintergrund. Ein Menge Geld wird ausgegeben, um auf den Bildern gut auszusehen.

Nachdem man mit Freunden in einem Restaurant gegessen hat, findet dann der richtige Prom-Tanz statt. Dann werden auch der PromKönig und die Prom-Königin bekannt gegeben.

Nachdem die offizielle Veranstaltung um 12 Uhr nachts vorbei ist, finden Partys mit Freunden statt. Oder man kann zur „Post-Prom“ gehen, einer Aftershow-Party, die von der Schule veranstaltet wird. Dort gibt es noch etwas zu essen und Spiele werden bis in den frühen Morgen veranstaltet. Für mich persönlich war es ein super Erlebnis und ich denke auch andere Austauschschüler fanden es toll.

Am 26. April war mein 17. Geburtstag. Ich hatte einen wundervollen Tag, auch wenn ich ihn nicht mit meiner Familie in Deutschland feiern konnte. Aber ich habe morgens vor der Schule meine Geschenke aus Deutschland ausgepackt und mich besonders über die Haribo-Lakritze gefreut, da es die hier nicht gibt.

Geburtstage in meinem Alter werden hier hauptsächlich nur mit Freunden gefeiert und nicht wie in Deutschland mit der Familie. Da es ein Schultag war, haben mir meine Freunde Luftballons in die Schule mitgebracht und dafür gesorgt, dass ich einen unvergesslichen Tag hatte. Ich hatte einen der größten Ballonssträuße (zwölf Ballons) den es je an der Schule gegeben hat.

Nachdem ich mit meinem Schulteam ein Fußballspiel hatte, bin ich noch mit Freunden in ein Restaurant essen gegangen.

Vor einigen Tagen bin ich mit meiner älteren Gastschwester, die als Grundschullehrerin arbeitet, in ihrer Schule gewesen. Ich habe meine Heimat Deutschland wieder einmal vorgestellt, was vor einer großen Anzahl an Drittklässlern nicht so einfach ist. Ich war die meiste Zeit damit beschäftigt, ihre vielen Fragen zu beantworten. Am Ende war ich froh, dass ich den 8- und 9-Jährigen etwas über mein Heimatland beibringen konnte. Ich fand, dass die Grundschule hier der Grundschule in Deutschland sehr ähnlich ist. Jedoch ist die Schule technisch besser ausgestattet. Zum Beispiel wird hier keine Kreide mehr genutzt.

In etwas weniger als drei Wochen sind Ferien an meiner Schule. Ich merke schon so langsam die Vorfreude der Seniors, wenn sie die High School endlich verlassen können. Jedoch wird wie an jedem Ende eines Semesters wieder eine Abschlussprüfung (Final Exams) geschrieben.

Ich kann wirklich nicht glauben wie schnell die Zeit vergangen ist. In sieben Wochen sehe ich schon meine Familie wieder! Wenn ich über mein Jahr hier in den USA nachdenke, kann ich zu 100 Prozent sagen, dass es eine wunderschöne und unvergessliche Zeit war. Mein Englisch ist nahezu perfekt und ich merke immer mehr wie schwer es mir fällt, deutsch zu sprechen und zu schreiben. Ich hatte die beste Gastfamilie und bin immer ohne Probleme mit ihnen ausgekommen. Ich denke, dass meine High School hier den Schulen, wie sie in den amerikanischen Filmen dargestellt wird, ziemlich nah kommt. Ich konnte mir meine eigene Meinung über das Land bilden und habe hier sehr viele tolle Menschen und eine andere Kultur kennen gelernt. ▪ Lena Schrader

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