Projekt Ökoprofit: Unternehmen gesucht

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Schon die Solaranlage deutet an: die Firma Bültmann ist in Sachen Umwelt ziemlich weit vorne dabei. Die Verantwortlichen haben sich entschieden, bei dieser Ökoprofit-Runde mitzumachen.

Neuenrade - Am langen Ende soll es nur Gewinner geben: Die teilnehmenden Unternehmen sparen Ressourcen, verbessern Abläufe und können das ersparte Geld anderweitig einsetzen – und gleichzeitig gehört die Umwelt zu den Profiteuren der Aktion.

Nachhaltigkeit und Wettbewerb schließen sich nicht aus. Ökoprofit scheint also eine sinnvolle Angelegenheit zu sein. 

Ökoprofit ist eine Aktion im Märkischen Kreis an der sich die Städte Neuenrade, Werdohl, Altena, Iserlohn, Menden, Lüdenscheid, Halver und Plettenberg als Kooperationspartner beteiligten. Auch die Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung ist mit im Boot. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Umweltministerium des Landes. Ökoprofit ist dabei eine durchaus erfolgreiche Methode, um Ressourcen zu schonen und Mittel freizusetzen. 

Bei der jüngsten Runde im Märkischen Kreis wurden nach Angaben des GWS bei den teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen mehr als 390 000 Euro eingespart, der Kohlendioxid-Ausstoß verminderte sich um 1,335 Tonnen, mehr als 2,4 Millionen Kilowattstunden Energie wurden eingespart und rund 4100 Kubikmeter Wasser weniger verbraucht, heißt es von der GWS. 

Idee stammt aus der Schweiz 

Die Ökoprofit-Idee stammt ursprünglich aus der Schweiz. Seit gut 15 Jahren läuft das Projekt. Mindestens zehn, maximal 15 Unternehmen aus den beteiligten Städten können in jeder Runde teilnehmen. Aktuell gibt es sechs Teilnehmer. Aus Neuenrade bislang einzig das Maschinenbauunternehmen Bültmann. 

Indes: Voraussetzung für die Förderung durch das Land sind mindestens zehn Teilnehmer, zusätzliche Unternehmen oder Institutionen werden noch gesucht. Das muss nicht der 300-Mann-Betrieb sein. Auch der kleinere Handwerksbetrieb ist willkommen. Bei der abgeschlossenen Runde, die vor zwei Jahren startete, haben sogar eine Altenhilfeeinrichtung und ein Berufskolleg mitgemacht. 

Schon vor den Sommerferien getrommelt

Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung haben schon vor den Sommerferien für Ökoprofit getrommelt und Unternehmen angeschrieben. Reagiert hat lediglich Bültmann. „Das ist ein Unternehmen, das ohnehin in Sachen Umwelt viel macht und schon einen Preis gewonnen hat“, erläuterte Marcus Henninger von der Stadt Neuenrade, der mit Bürgermeister Antonius Wiesemann und GWS-Projektleiter Marcel Krings auf die Vorteile des Projektes hinweist. Sie wünschen sich noch mehr Teilnehmer. Es sei schließlich auch eine Gelegenheit, um als Kommune die Umweltsituation am Standort zu verbessern – abgesehen von den Vorteilen für die beteiligten Unternehmen, hieß es von Henninger. Bürgermeister Wiesemann hält das Ganze für „gut und sinnvoll“. 

Das Land sponsert Ökoprofit mit 20 000 Euro, Neuenrade macht 1500 Euro locker und auch die beteiligten Unternehmen bezahlen, je nach Größe zwischen 2500 (weniger als 20 Mitarbeiter) und 10 000 Euro (mehr als 500 Mitarbeiter). Das Geld wird für die Honorare eines spezialisiertes Beratungsunternehmens gebraucht, das vier- bis fünfmal beteiligte Unternehmen besucht und unter die Lupe nimmt und unter anderem Maßnahmenvorschläge unterbreitet. 

Zudem gibt es acht Workshops, bei denen es inhaltlich zum Beispiel um Mitarbeitermotivation, Umwelt- und Energiemanagement oder Beschaffung geht. Auch ein Austausch unter den beteiligten Betrieben ist angedacht, genauso wie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit. 

Ansprechpartner: Gesellschaft zur Wirtschafts-und Strukturförderung im Märkischen Kreis, Marcel Krings, Tel. 0 23 52 / 92 72 12.


Von Peter von der Beck

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