"Gassenwächter" passen auf die Stadt auf

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Bis jetzt arbeiten an dem von Irmhild Hartstein geleiteten Projekt zwei Mädchen mit, Bente und Sophia. Weitere Mitstreiter können sich aber noch bei Hartstein melden.

Neuenrade - Es ist ein Projekt, an dem Jugendliche teilnehmen, sie davon mental profitieren lässt und das auch dem Neuenrader Ambiente dient. „Gassenwächter“ hat Irmhild Hartstein dieses Kunstprojekt tituliert.

Erfreulich: Durch eine großzügige Geste von Bernd Buntenbach kann das Projekt finanziert werden. Der hatte jüngst einen runden Geburtstag gefeiert. Für das Kiku-Projekt Gassenwächter verzichtete er auf Geburtstagsgeschenke und bat stattdessen seine Gäste, für die Gassenwächter zu spenden.

Dabei kam die erstaunliche Summe von 3100 Euro zusammen, die auf ein zweckgebundenes Konto der Stadt Neuenrade floss. Nun kann es losgehen.

Bei dem Projekt geht es darum, Stelen aus Holz zu gestalten. Diese Kunstobjekte werden dann in der Altstadt aufgestellt und sollen dort die Gassen bewachen und würden so eben zu „Gassenwächtern“, erläuterte Irmhild Hartstein.

Jugendliche arbeiten mit

Es sind eine ganze Reihe von Sträßchen, die es zu bewachen gilt: Püttegasse, Kirchgasse, Brauhausgasse, Alte Schulhausgasse oder Tuchmachergasse. Die Gassen seien leider mit leeren Eisbechern, Papier- und Plastikmüll und noch anderen Hinterlassenschaften verdreckt. Und hier kommen dabei eben die Gassenwächter symbolisch zu Einsatz. Sie sollen quasi an die Wertschätzung einer sauberen Umgebung erinnern.

Für die künstlerische Gestaltung der Gassenwächter sorgen nun – unter Anleitung von Künstlern – die teilnehmenden Jugendlichen. Irmhild Hartstein, Künstlerin und Leiterin der Kunstwerkstadt Neuenrade, hat ein Konzept erstellt, das die Jugendlichen nun mit Leben füllen sollen. Die Stelen oder Säulen aus Holz können nun mit Zusätzen wie Metall oder Beton bereichert werden. Die Jugendlichen können sie zudem bemalen oder auch mit einem Holzbeitel bearbeiten.

Durchhaltevermögen zeigen

Die Kunstwerke werden gemeinsam über einen längeren Zeitraum in der Kiku gestaltet und dann irgendwann aufgestellt. Die Jugendlichen könnten sich so bei dem Projekt handwerklich, künstlerisch und eben auch sozial engagiert zeigen – und Durchhaltevermögen beweisen, heißt es von Hartstein.

Ab und zu sollen die Jugendlichen dann ihre Gassenwächter begutachten, schauen, ob noch alles in Ordnung ist und ob sie auch gewirkt haben. Gegebenenfalls können sie dann Gassen und Gassenwächter wieder in Ordnung bringen.

Für Irmhild Hartstein scheint klar, dass jeder einzelne Teilnehmer damit ein gewisses Verantwortungsbewusstsein übertragen bekommt. So würden die Jugendlichen ihre eigenen oder eben andere Kusntwerke im öffentlichen Raum oder auch andere mit Mühe schön gestaltete Anlagen zu schätzen wissen – Wertschätzung entstehe.

Hilfe beim Einstieg ins Berufsleben

Und, falls das Projekt erfolgreich verlaufe, könnten die Jugendlichen, wenn sie denn möchten, auch den KNK, den Kompetenznachweis Kultur erhalten. Das ist ein von der Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung entwickelter, individueller Bildungspass, der im Rahmen von Angeboten der kulturellen Jugendbildung sowie in künstlerischen Projekten bundesweit vergeben wird. Er sensibilisiere Jugendliche für ihre Kompetenzen, bestärke sie darin, diese selbstbewusst einzusetzen und dokumentiere die erlangten Kompetenzen auch noch in einem Portfolio – einer Art Mappe oder Bildband. So unterstütze der Kompetenznachweis Jugendliche bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und ihrem Einstieg ins Berufsleben.

Einige Plätze für das Projekt sind noch frei. Zwei junge Frauen mach schon mit. Bente, 15 Jahre alt, und Sophia, 12 Jahre alt, beteiligen sich bereits. Der Zeitaufwand ist übrigens überschaubar: Alle 14 Tage samstags, für wenige Stunden, will man an den Gassenwächtern arbeiten. Informationen gibt es bei Irmhild Hartstein, Tel. 0151/11242734.

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