Waldorfschule wappnet sich für die Zukunft

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Wolfgang Dornwald bildet zusammen mit Silvia van Loosen die so genannte Operative Schulleitung. ▪

NEUENRADE ▪ Die Freie Waldorfschule in Neuenrade wird für die Zukunft gewappnet. Seit zwei Jahren agiert die Schule mit einer operativen Schulleitung, Arbeitskreisen und einem Supervisor. Und am Ende wollen sie „die bestmögliche Schule für alle anbieten“.

Dabei haben die aktuell Verantwortlichen auch die Schülerzahl vor Augen. Die Schulleitung visiert die Zahl von 300 Schülern an, aktuell hat die Schule rund 250. Und – professioneller will man werden. „Projekt Freie Waldorfschule 2015“ nennt sich das ehrgeizige Vorhaben.

Einige Fragen stellen sich die Waldorfler: Sind unsere Strukturen zukunftsfähig, können wir uns besser aufstellen? Arbeitskreise wurden gebildet und nun wird unter Begleitung des Supervisors Raymond diRonco an einer kontinuierlichen Verbesserung gearbeitet. Di Ronco war Lehrer an einer staatlichen Schule und auch Lehrer an einer Waldorfschule. Er kennt beide Seiten. Seit 2010 wirkt und begleitet er schon am Ort. Die Freie Waldorfschule in Neuenrade ist dabei keine gar so kleine Einrichtung: 250 Schüler, 13 Klassen, rund 30 Mitarbeiter und ein Einzugsgebiet, das Teile des Hochsauerlandkreises und einen Großteil des Märkischen Kreises umfasst. Das Schulgelände ist weitläufig mit überwiegend modernen, bunten Unterrichtshäusern und einem gemütlich anmutenden Altbau. Zudem: Kinder, die hier eingeschult werden, können natürlich auch Abitur machen. Von der 1. bis zur 13. Klasse, das ist fast ein Alleinstellungsmerkmal – von wegen länger gemeinsam lernen. Gut vernetzt mit den Neuenradern ist man, das Verhältnis zur Stadtverwaltung wird als sehr gut beschrieben.

Unter dem Strich ist die Freie Waldorfschule Neuenrade, welche sich in Trägerschaft eines Vereins befindet, ein großes Unterfangen, das auch professionelle Strukturen benötigt, erläutert Wolfgang Dornwald, der zusammen mit Silvia van Loosen die sogenannte Operative Schulleitung bildet. Diese Doppelspitze ist mit Entscheidungskompetenz ausgestattet und bearbeitet das Tagesgeschäft möglichst zeitnah und effektiv – ohne zeitraubende basisdemokratische Prozesse. Das bedeutet: Alle Fragen und Probleme, für die nicht die gewohnten Wege in Frage kommen (Klassenlehrer, Fachlehrer, Schulbüro, Arbeitskreise, Gremiensitzung) müssen die beiden managen. Dornwald: „Das entlastet auch die Lehrer und ist zum Nutzen der Schüler, der Pädagogik“. Silvia von Loosen, die in dem Duo den organisatorisch/kaufmännischen Part inne hat (Dornwald ist für die Lehrerschaft zuständig), hat auch die Kosten im Blick: Mit aktuell 250 Schülern könne man dank einer Mischkalkulation gut überleben. 300 Schüler – das wäre eine komfortablere Größe. Gleichwohl habe man die Wirtschaftskrise gespürt – denn man sei einigen Eltern beim Schulgeld entgegengekommen.

Bei all den Erfordernissen: Die Kinder verliert an der Freien Waldorfschule niemand aus den Augen. Wer an einer anderen Schule nicht zurecht gekommen sei – der blühe hier auf, betonen van Loosen und Dornwald.

Am Samstag, 29. September, hat die Schule Tag der Offenen Tür. Beginn ist um 9.30 Uhr.

Von Peter von der Beck

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