Projekt "Entdeckerkarte": Infrastruktur macht Probleme

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Annika Kabbert (von links), Ursula Stein, Henrik Schultz, Lars Morgenbrod, Hubertus Mühling und Klaus-Peter Sasse stellten die „Entdeckerkarte“ vor. 

Neuenrade/Balve - Eine Karte im Zeitalter der Suchmaschinen, die Entfernungen auf den Meter genau berechnen und Orte in 3D darstellen, ist längst veraltet – als „Entdeckerkarte“ aber eine Bereicherung für Büro, Vereinsheim oder Wohnzimmer. Das zumindest hofft die Leaderregion Sorpesee.

„Hier gibt es Besonderheiten, Kleinode und Liebenswürdigkeiten zu entdecken“, stellten Ursula Stein und Henrik Schultz, Büro Stein + Schultz für Strategieplanungen für Städte und Regionen, am Montag dar, warum „diese“ Karte noch zeitgemäß sei. Sie ist ein Medium, welches Lust machen soll, die Sorpe von Neuenrade, Balve, Sundern und Arnsberg aus zu erkunden. 

Die Entdeckerkarte ist das 32. Projekt, welches seit 2015 in der Bürgerregion am Sorpesee mit den vier Städten Neuenrade, Balve, Sundern und Arnsberg bewilligt und mit Geldern des Förderprogramms Leader unterstützt wird. Sieben Projekte sind bereits abgeschlossen. 

Sasse entscheidend beteiligt

Die Regionalmanager Annika Kabbert und Lars Morgenbrod setzten das Projekt „Sorpe – unsere grünblaue Mitte“ in Form der Karte gemeinsam mit Neuenrades Ex-Bürgermeister Klaus-Peter Sasse, Vorsitzender des Leadervereins, um. Eingebunden war das Büro Stein + Schultz, das die Region auf verschiedenen Touren erkundete. Dabei war jeweils der Weg das Ziel, denn es galt jeweils die Stärken und Schwächen aufzudecken. 

Die Ergebnisse stellte das Planungsbüro in dieser Woche im Mosaik-Outdoorzentrum Sorpesee vor. Die größte Schwachstelle sind die Radwege und Busverbindungen. So sei die teilweise sehr unsichere Strecke nur mit dem Mountainbike zu befahren, vernünftige Busverbindungen als Alternative fehlten jedoch. Daran etwas zu ändern, sei von den Verkehrsgesellschaften derzeit nicht geplant, sagte Balves Bürgermeister Hubertus Mühling, der sich selbst auf Tour begeben hatte. 

Besonderheiten der Region

Den infrastrukturellen Schwächen gegenüber stehen die Besonderheiten der Region, die in der neuen Karte farblich hervorgehoben sind. Für Neuenrade sind dies die Hönnequelle, der Hinweis auf das Gertrüdchen, der Quitmannsturm, die Motte, der Luftsportverein Sauerland und die App für Baukultur von Neuenrade bis Arnsberg. Balve punktet mit der Sokola.de, der Balver Höhle, Luisenhütte, Schloss Wocklum, dem Optimum, dem Flugmodellclub Beckumer Feld, dem Aussichtsturm Ebberg und den Sieben Jungfrauen. 

Voll des Lobes über die „Entdeckerkarte“ war Klaus-Peter Sasse. Der Neuenrader sagte: „Ich finde eine Menge, was ich noch nicht kenne.“ So vor allem im Raum Arnsberg und Sundern. Und: „Jeder, der diese Karte nutzt, entdeckt viel, weil sie so gut gemacht ist.“ 5000 Stück gibt es davon kostenfrei „überall, wo sich Bürger aufhalten“, sagte Morgenbrod. Und das sind unter anderem Bürgerbüros und Rathäuser. 

Sorpe-Bus mit W-Lan

Die nächsten Leader-Ideen, mit denen sich die Regionalmanager Kabbert und Morgenbrod beschäftigen werden, sind ein Mountainbike-Streckennetz, regionale Thementouren, ein Sorpe-Bus von Neuenrade bis zur Sorpe mit W-Lan und die „Höhle des Mammuts“. In der Balver Höhle sollen 2019 und 2020 in Anlehnung an ein ähnlich klingendes Fernsehformat regionale Produkte dargestellt werden. Das Leader-Projekt läuft noch bis 2020. 78 Prozent der Fördergelder sind bereits projektgebunden vergeben. Bis Ende 2022 müssen alle bewilligten Projekte durchgeführt worden sein.

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