Zahlreiche Veranstaltungen

Interkulturelle Woche in Neuenrade

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Maximilian Hagelstein, Ann-Kristin Behling, Evelin Schöffer, Thorben Schürmann und Sandra Horny.

Neuenrade - Am Sonntag, 12. November, wird in Neuenrade die Interkulturelle Woche eröffnet. Im Rahmen dieses Pilotprojektes laden die Organisatoren zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

Was die kulturelle Herkunft anbelangt, da sind die Neuenrader (und wohl nicht nur die) inzwischen ein vielfältiges Völkchen: Deutsche, Russen, Tamilen, Polen, Afrikaner, Afghanen, Syrer, Ägypter, Menschen aus asiatischen Kulturkreisen leben hier oder sind spanischer, italienischer, griechischer, portugiesischer, türkischer, italienischer, schottischer, kurdischer, niederländischer oder südosteuropäischer Abstammung. Mehr oder weniger groß sind die einzelnen Gruppen.

Die Begegnung der Kulturen findet dabei vor allem in Schulen und Kindergärten, im Jugendzentrum und natürlich im Zelius statt. Aber auch in Betrieb und Verwaltung spielt diese Vielfalt eine immer größere Rolle.

Nicht von ungefähr haben sich da die Verantwortlichen des Jugendamtes im Märkischen Kreis die Stadt Neuenrade für das Pilotprojekt Interkulturelle Woche „Vielfalt verbindet“ (Sonntag, 12. November, bis Montag, 20. November) ausgesucht.

Neuenrade eignet sich gut für das Projekt

Evelin Schöffer, Abteilung Jugendförderung: „Hier mussten wir nicht viel Vorarbeit leisten“. Soll heißen, dass es schon gut läuft, die nötige Vernetzung für dieses Pilotprojekt vorhanden ist. Hier könnten eben die vorhandenen Erfolge verstärkt, die bestehende Arbeit unterstützt werden.

Und es läuft gut in Neuenrade. Die Strukturen dazu sind da, die Wege kurz. Verschiedenene ähnliche Projekte sind schon in der Hönnestadt gelaufen. Der Talentcampus, der jüngst im Zelius auf große Resonanz stieß, ist dabei nur ein Beispiel.

 Hinzu kommt die tägliche Arbeit im Jugendzentrum, wo junge Leute unterschiedlichster Herkunft miteinander umgehen und miteinander lernen. Gleiches gilt für die Schulen, bei denen sich die ganze kulturelle Vielfalt in den Klassen widerspiegelt. Und in den Familienzentren Neuenrades mit Sprachprojekten und Kulturaustausch ist es nicht viel anders.

Zahlreiche Kooperationspartner sind beteiligt

Eine Steuerungsgruppe, initiiert vom Jugendamt des Märkischen Kreises und besetzt mit Sandra Horny (Zelius), Thorben Schürmann (Sozialarbeiter Hönnequell-Schule, Ann-Kristin Behling, Felix Oblotzki, Maximilian Hagelstein (Jugendzentrum) und Evelin Schöffer nahmen dann die Planung/Organisation der Interkulturellen Woche mit in die Hand.

Die Zahl der Kooperationspartner kann sich dabei sehen lassen: Burgschule, die Evangelische Jugend Neuenrade, das Evangelische Familienzentrum Hummelnest, das Familienzentrum Wirbelwind, die Hönnequell-Schule, das Jugendzentrum, eben die Jugendförderung des Märkischen Kreises, das kommunale Integrationszentrum Märkischer Kreis, die Stadt Neuenrade, Stadtbücherei und Zelius, die Schwimmabteilung des TuS Neuenrade und der Türkisch-Islamische Kulturverein. Hier werden Angebote generiert.

Entstanden ist ein üppiges Angebot

So ist ein üppiges, meist für Jedermann offenes Angebot entstanden, das am Sonntag mit einem Familienkino in der Aula der Hönnequell-Schule startet (15 Uhr), mit Schwimmen für Anfänger, einem Hip-Hop-Kurs für Jugendliche, einem Erwachsen-Projekt zum Thema interkulturelle Freundschaften, über Zumba-Kurse, ein Schülerseminar in der Jugendbildungsstätte des Märkischen Kreises, einem mehrtägigen Projekt „Essen aus anderen Ländern“ im Familienzentrum Hummelnest, eine Veranstaltung über den türkischen Marsch Mehteran in der Burgschule, der Begehung des Volkstrauertages fortgesetzt wird und in einem Theaterstück und einer Veranstaltung über Fluchtursachen endet.

Die Begegnung der Kulturen: Für die Jugend- und Sozialarbeiter ist das tägliche Geschäft. Sie beobachten, wie sich die Jugendlichen mit Neugier unter einander austauschen würden; wie diskutiert, wie beobachtet und nachgefragt werde, Der Austausch funktioniere – mit gegenseitigem Respekt, mit Wertschätzung und Toleranz. Behling und Co spielen dabei eine eher zurückhaltende Rolle, eher moderierend.

Im Vordergrund soll der Mensch stehen

Aber sie seien mit ihrem Angebot da und Ansprechpartner, wenn gewünscht. Bei ihrer Arbeit sei vor allem der Mensch im Vordergrund. Im Kontakt, im Miteinander funktioniere der Dialog. Vielfalt verbinde eben auch. Und man könne sich auch als Deutscher hinterfragen, sagt Sandra Horny in diesem Zusammenhang – auch vor dem Hintergrund der Debatte um Leitkultur oder AfD-Erfolgen.

Dass man in Neuenrade weiter sei als anderswo, habe auch seinen Grund in den optimalen Strukturen, erläutert Sozialarbeiter Thorben Schürmann: „Hier sind die Wege kurz. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal Neuenrades, es ist ein Pfund, das die Stadt hat“.

Von Peter von der Beck

Frei zugängliche Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche:

  • Die Eröffnungsveranstaltung ist am Sonntag. Beginn ist um 15 Uhr in der Aula der Hönnequell-Schule (HQS) mit dem Film zum Thema Sommerferien in Rumänien, Freundschaften, Mut und fremde Kulturen
  • „Nellys Abenteuer“ (Eintritt frei, ab acht Jahre)
  • Wasser verbindet (Schwimmen für Anfänger; ab vier Jahre), Montag, 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Hallenbad (Eintritt frei)
  • M&M Zumba für Mädchen ab acht Jahren und Frauen, Mittwoch, 18 bis 19 Uhr, Kulturschuppen (Eintritt frei)
  • Mein Neuenrade – für Jugendliche, Freitag, 17. November, 16 bis 19 Uhr, Jugendzentrum, Eintritt frei (Anmeldeschluss 16. November)
  • M&M Zumba für Mädchen ab acht Jahren und Frauen, Freitag, 16. November, 18 bis 19 Uhr, Kulturschuppen (Eintritt frei)
  • Helden gesucht (Traumjäger-Rollenspiele), Samstag, 18. November, ab 13 Uhr, Bücherei, Eintritt frei (Anmeldeschluss 17. November)
  • Volkstrauertag, Gedenkveranstaltung für Familien ab 11.15 Uhr, HQS-Aula (Eintritt frei)
  • Wir waren mal Freunde (Theaterstück um Vorurteile), Montag, 20. November, 1. Aufführung, 9,50 Uhr bis 11.20 Uhr. 2. Aufführung von 11.35 Uhr bis 13.05 Uhr, Aula der HQS (Anmeldeschluss für Einzelpersonen am Freitag, 02351/9666609)
  • Fluchtursachen und Länderkunde Syrien, für Jugendliche und Erwachsene, Montag, 20. November, 17 bis 20 Uhr, Stadtbücherei (Anmeldeschluss, 17. November, Eintritt frei)

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