Innenstadt entlasten

FWG präsentiert Parkkonzept, Verwaltung ist verwundert

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Im Bereich Stadtgarten gibt es derzeit häufig kaum freie Parkplätze. Diese Situation möchte die Freie Wählergemeinschaft Neuenrade gerne ändern.

Neuenrade – Ein Vormittag unter der Woche in Neuenrade: Am Stadtgarten ist kein Parkplatz zu bekommen, doch einkaufende Bürger sieht man vergebens, kaum ein Fußgänger ist in Sicht. Die Kurzzeitparkplätze werden von Dauerparkern besetzt.

Die Freie Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) macht deshalb jetzt einen Vorstoß, um die Parksituation in der Hönnestadt zu optimieren. 

Fraktionssprecher Bernhard Peters präsentiert zwei sich ergänzende Anträge, mit denen sich die politischen Gremien nach der Coronapause beschäftigen müssen. Demnach soll die Stadt zusätzlichen Parkraum schaffen und auch ein Parkleitsystem für Neuenrade erstellen. 

Einzelhandel stärken

Denn mit zusätzlichen kostenfreien Kurzzeitparkplätzen (maximal zwei Stunden) möchte die FWG den innerstädtischen Einzelhandel und die dort ansässigen Dienstleister stärken. gestärkt werden sollen. „Diese Maßnahme trägt auch etwas dazu bei, das Überleben dieser Einzelhändler und Dienstleister zu sichern.“ Peters betonte, dass kostenfreie Parkplätze inzwischen ein besonderes Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb mit den umliegenden Städten seien. Neuenrade könne sich so als „einkaufsfreundliche Stadt“ präsentieren. 

Das stimmt – zumindest was kostenfreie und schnelle Parkmöglichkeiten im Vergleich zu Werdohl und Altena anbelangt. In Balve dagegen sind auch alle Parkmöglichkeiten kostenfrei. Doch kostenfreie Kurzzeit-Parkplätze würden nichts nützen, wenn sie durch Dauerparker, die nicht unbedingt Parkalternativen hätten, blockiert würden, heißt es in dem FWG-Antrag. 

  • Die Verantwortlichen der Freien Wähler haben sich schon auf die Suche gemacht, wo Dauerparker wie Einpendler und Anwohner – nach entsprechender Umgestaltung, kostenfreien Parkraum finden würden:
  • Der alte Schützenfestplatz im Bereich der Niederheide könne mit einem Verbindungsweg in Richtung Lidl ein „attraktiver Dauerparkplatz“ werden. 
  • Im Bereich der Poststraße, kürzlich hat die Stadt dort das Areal erworben, könnten Parkplätze für Lehrer und städtische Angestellte geschaffen werden. 

Hinter der Stadt, auf dem Gelände des ehemaligen Kohlhage-Gebäudes, könne sicher auch geparkt werden. Dort könnten zudem Strom-Anschlüsse für zwei/drei Wohnmobile eingerichtet werden. Die fußläufige Erreichbarkeit zur Gastronomie und Geschäften sei für Wohnmobiltouristen sehr attraktiv. Bisher gibt es in Neuenrade keine innenstadtnahen Wohnmobilstandplätze. 

Wunsch nach Parkleitsystem

Auch über ein Parkleitsystem haben sich die Freien Wähler Gedanken gemacht. Sie halten so eine Einrichtung für durchfahrende Pendler und Besucher für sehr wichtig. „Ortsunkundige werden nur anhalten, wenn sie schnell einen Parkplatz in der Nähe eines Geschäftes finden,“ hofft Bernhard Peters. 

Dazu sei aber eben eine klare Beschilderung notwendig, ebenso wie großformatige Übersichtsschilder an den Ortseingängen. Bernhard Peters schreibt abschließend, dass es optimal wäre, wenn zusätzlich auch in den Navigationsgeräten oder Smartphones die Parkplätze ausgewiesen seien. 

"Persönliche Park-Erfahrungen"

Die Idee zu den Anträgen haben die Freien Wähler sozusagen aus „persönlichen Park-Erfahrungen“, aber auch bei einer ihrer Sitzungen auf Anregung von Bernd Buntenbach entwickelt, sagten der FWG-Vorsitzende Detlef Stägert („zu Stoßzeiten fährt man zweimal um den großen Block bis man einen Parkplatz bekommt“) und Fraktionssprecher Peters. 

Peters ist sich zudem sicher, dass man viele Dauerparker dazu bewegen könne anderswo zu parken, wenn sie eine Alternative hätten. Zurzeit nutzten viele Beschäftigte angrenzender Banken eben auch die Kurzparkmöglichkeiten am Stadtgarten zum Langzeitparken. 

Bürgermeister sehr verwundert

Mit einer gewissen Verwunderung meldete sich Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) zu diesen Anträgen bei der Redaktion. „Es wundert uns hier in der Verwaltung, dass diese Anträge vorliegen“, sagte Wiesemann. Das Ganze sei doch ohnehin Bestandteil des Isek (integriertes kommunales Stadtentwicklungskonzept), das längst verabschiedet wurde. 

Auch die Sache mit den Wohnmobilstandplätzen habe sich doch eigentlich schon erledigt, weil der Grundeigentümer kein Interesse daran habe. Zudem habe man in der Bauausschusssitzung vom 20. Januar noch einmal darüber gesprochen, dass das alles Bestandteil des Isek sei. Das sei auch im Protokoll nachzulesen, betonte Wiesemann.

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