Posten im Sparkassenzweckverband neu besetzt

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Dr. Andreas Hollstein, Antonius Wiesemann, Jörg Hellweg, Wilhelm Bettelhäuser, Wolfgang Schrader und Kai Hagen (von links) bei der Versammlung des Sparkassenzweckverbandes. Hellweg, Bettelhäuser und Schrader wurden für ihr langjähriges Engagement geehrt.

Neuenrade - „Da haben Sie jetzt sozusagen die Katze im Sack gekauft“, stellte Andreas Wiesemann-Hesse am Mittwochnachmittag nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung im Saal des Kaisergarten mit einem Augenzwinkern fest – bevor er sich selbst den Versammlungsteilnehmern vorstellte. Es war die erste Verbandsversammlung des Sparkassenzweckverbandes, der das Neuenrader Ratsmitglied vorsaß.

Nachdem Rita Joergens aus Nachrodt-Wiblingwerde – Alterspräsidentin der Versammlung – festgestellt hatte, dass die Versammlung beschlussfähig ist – es fehlten zu Beginn zwei von 36 Verbandsmitgliedern – wurde satzungsgemäß entschieden, dass ein Ratsmitglied aus Balve oder Neuenrade den Versammlungsvorsitz und ein Werdohler Ratsmitglied dessen Stellvertretung einnimmt.

Per Handzeichen gaben alle Stimmberechtigten Rita Joergens, zu verstehen, dass sie mit den Vorschlägen – Andreas Wiesemann-Hesse (Neuenrade) und Fritz Knoche (Werdohl) – einverstanden sind.

Wiesemann-Hesse ließ es sich nicht nehmen, die Katze aus dem Sack zu lassen: „Das haben Sie sich bei meinem Nachnamen wahrscheinlich alle schon gefragt: Ja, es gibt eine kleine Verbindung zum Bürgermeister Antonius Wiesemann. Aber das ist lange her, dass sich die Wege kreuzten“, sagte der 42-Jährige, der Ortsvorsteher von Altenaffeln und dort auch geboren ist. Verheiratet, drei Kinder und nach einem Studium der Elektrotechnik Projektleiter beim Arnsberger Unternehmen Trilux – so weit die persönlichen Daten des Versammlungsvorsitzenden, der durch den Nachmittag führen sollte.

Und die gut vorbereiteten Versammlungsmitglieder machten es Wiesemann-Hesse bei den weiteren Tagesordnungspunkten leicht: Die betreffenden Paragraphen aus der Satzung mussten nicht jedesmal vorgelesen werden, damit die weiteren Posten durch Wahlen besetzt wurden. Die Wahlen wiederum mussten nicht geheim stattfinden, offene Handzeichen waren angesagt.

Allerlei Posten innerhalb des Sparkassenzweckverbandes wurden auch mit Neuenradern besetzt – allen vorweg der Posten des Verbandsvorstehers. Den hat jetzt, so einstimmig beschlossen, Bürgermeister Antonius Wiesemann. Zur Vertreterin wurde Birgit Tupat, Bürgermeisterin der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde gewählt.

Auch die Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Stellvertretung gingen einstimmig bei einer Enthaltung über die Bühne.

Erfüllt wurden die Voraussetzungen bezüglich der Verteilung auf die Städte und Gemeinden. „Mindestens zwei Mitglieder müssen aus Altena kommen, eines jeweils aus Balve, Neuenrade, und Nachrodt-Wiblingwerde, drei aus Plettenberg und zwei aus Werdohl“, erklärte dazu Wiesemann-Hesse.

Aus Neuenrade sind Daniel Wingen als ordentliches Verwaltungsratsmitglied und Detlef Pavlidis als dessen Stellvertreter gewählt worden, als ordentliches Mitglied aus der Personalvertretung Sven Horny.

Den Vorsitz des Verwaltungsrates haben Dr. Andreas Hollstein, Bürgermeister von Altena, sowie als dessen Stellvertreter der Plettenberger Bürgermeister Klaus Müller und der Balver Ratsherr Theodor Willmes.

Geehrt wurden schließlich drei langjährige Mitglieder der Sparkassengremien, die ihre Tätigkeiten nun niederlegen: Wilhelm Bettelhäuser aus Werdohl, Wolfgang Schrader aus Plettenberg und Jörg Hellweg aus Neuenrade. Sparkassenvorstand Kai Hagen und Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Andreas Hollstein dankten allen dreien für jahrelanges Engagement und überreichten die Sparkassenmedaille Westfalen-Lippe samt Ehrenurkunden als Zeichen der Anerkennung.

„Jörg Hellweg sieht man an, dass er noch nicht so alt ist“, sagte Hagen, „und trotzdem hat er jahrelang in unserem Verwaltungsrat, im Hauptausschuss und im Risikoausschuss mitgearbeitet.“ Hellweg habe diskutiert, wenn es „mal nicht rund lief“, so Hagen, und sich immer kritisch und konstruktiv beteiligt. Liquidität jedenfalls sei nicht nur in der Finanzwelt wichtig, sondern eben auch im sonstigen Leben – eine Flasche Champagner, überreicht von Antonius Wiesemann, gab es deshalb für alle drei noch obendrauf.

Auf der Tagesordnung standen darüberhinaus die Wahlen der Beanstandungsbeamten für den Verwaltungsrat (Silvia Voßloh, Bürgermeisterin Werdohl und stellvertretend, Hubertus Mühling, Bürgermeister Balve) sowie die Wahl der Mitglieder für die Verbandsversammlung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (Theodor Willmes, Hubertus Schweitzer, jeweils Ratsmitglieder in Balve, sowie Dr. Andreas Hollstein und Klaus Müller). Mike Kernig wurde für den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2020 als Vorstandsmitglied wieder bestellt.

Einen Blick auf die Wirtschaft und die Finanzen der Sparkasse wagte Kai Hagen. „Das Kreditgeschäft wächst in allen Sparten – im Firmen- und im Privatkundenbereich. Und das Wachstum ist beinahe erschreckend.“ Nah am Kunden sei die Sparkasse mit fünf Hauptstellen im Verbandsgebiet, Fachberatern vor Ort für alle Belange. Am 30. Juni habe die Sparkasse ein Nettowachstum von 4,5 Prozent zu verzeichnen gehabt. Doch auch ein Blick aufs Risiko sei nötig.

Durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sinke die Zinsmenge der Sparkasse. Hintergrund dazu: Für Geld, das die Banken bei der EZB parken, müssen sie Strafzinsen zahlen. „Es wird daher schwieriger für uns“, sagte Hagen.

Ein Problem sei die zunehmende Regulatorik. Hagen: „Um das mal so hemdsärmlig zu sagen: Die multinationalen Institute haben das versaut und die kleinen Institute müssen es jetzt ausbaden.“ Für die Einhaltung der gesetzlichen und rechtlichen Vorgaben müsse viel geleistet werden. Hagen: „Die Weichenstellung der EZB macht traurig. Das Jahr 2014 immerhin werden wir aber gut schaffen.“

Von Kristina Köller

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