Post vom englischen Königshaus

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Das Anschreiben an die Queen mit den von den Schülern gestalteten Postkarten.

Neuenrade - Post vom englischen Königshaus bekamen jetzt die Sechstklässler der Freien Waldorfschule Neuenrade. Die Schüler hatten direkt die Queen im Rahmen des Englischunterrichts angeschrieben. Immerhin gab es nach vier Wochen schon eine Antwort.

Nicht von der Queen persönlich aber immerhin hatte das englische Staatsoberhaupt eine ihrer Hofdamen angewiesen, den Waldorfschülern zu antworten. Hintergrund der Schulaktion war, dass die Kinder die Unterschiede zwischen deutschen und englischen Postanschriften erarbeiten sollten.

Ursprünglich sollten sie daher Postkarten an englische Schüler schreiben, die Waldorfschüler wollten sich aber lieber an die Queen wenden. Englischlehrerin Barbara Goerge, verfasste daher kurzerhand einen Brief an „Her Majesty“ und die Kinder gestalteten die entsprechenden Postkarten.

 „Your Majesty“, so schrieben die Sechsklässler die Queen an. Sie berichten in den Postkarten vom schlechten deutschen Wetter, dass sie das Kleid der Queen mögen oder auch die Hunde der Queen. Einiges wollen sie wissen, wie das Wetter so in England ist, welche Lieblingsfarbe die Queen habe oder was sie überhaupt den ganzen Tag mache. Eine Schülerin bietet ihre Hilfe an und einer ist „very sad about the Brexit“ (traurig wegen des Brexit). Einige teilen mit, dass sie schon mal in England waren und das Land cool finden. „God save the queen“ steht auf einer Postkarte und dass man auch „Philipp and George“ bitte grüßen möge.

Die Postkarten sind die nette Garnitur zu einem Anschreiben der Lehrerin: Die teilt mit, dass sie 20 Jahre in England gelebt habe und die Schülern immer mit Anekdoten aus dieser Zeit erfreue und darüber hinaus versuche, den Schülern die englische Sprache und Kultur zu vermitteln. Dass die Schüler im vergangen Jahr auch ihren 90. Geburtstag with crown-shaped shortbread (kronenförmige Mürbeteigkeksen) gefeiert habe, lässt Lehrerin George nicht unerwähnt. Gut vier Wochen später erreichte die Schüler dann eine nette Antwort aus Windsor Castle.

Eine Lady-in-Waiting, eine Hofdame oder Zofe der Königin, berichtet, dass die die Queen von der Mühe, die sich die Kindern mit ihren Kunstwerken gegeben hätten berührt gewesen sei und sich natürlich auch für die Fragen interessiert hätte. Einen Kommentar der Queen zum Brexit gab es nicht. Eine Informationsschrift fügte die Hofdame dazu. Dort wird ausführlich beschrieben, was das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreiches tatsächlich noch den ganzen Tag so macht: So beginne ihr Arbeitstag um 8 Uhr bei Frühstück und Zeitungsstudium, während der Queen’s piper vor ihrem Fenster spielt.

Jede Menge Besucher, häufig offizielle Repräsentanten von Staaten empfange sie, doch auch die sogenannten roten Kisten (Red boxes) bekomme sie vorgelegt. Darin liegen Regierungspapiere, die sie sichten, beantworten oder unterzeichnen müsse.

Darüber hinaus erhält sie demnach täglich hunderte von Briefen von allen mögliche Leuten. Davon liest sie ein große Auswahl und lässt sie dann beantworten. Sie schlägt verdiente Menschen zu Rittern, verleiht Orden oder gibt Garten-Partys für Leute aus aller Welt, was offenbar mehr mit Arbeit denn mit Party zu tun hat. Einmal pro Woche trifft sie sich zudem mit dem Prime-Minister (aktuell Theresa May). Die Abende seien privat, doch häufig befasse sie sich auch dann noch mit Regierungspapieren.

Auch andere Dinge hat sie noch am Hals: Sie ist Schirmherrin oder Präsidentin von nicht weniger als 600 gemeinnützigen Organisation, Schulen oder Kirchen. Jedes Jahr hat sie über 450 Verpflichtungen zu erfüllen – ein strammes Programm für eine 90-Jährige Dame.

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