„Eine enorme Stresssituation“

Polizeihauptkommissar klärt über richtiges Verhalten in Unfallsituation auf

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Polizeihauptkommissar Dietmar Neuhaus ist für das Stadtgebiet zuständig. Er sagt: „Besonders der erste Schnee ist meist der schlimmste.“ Erfahrungsgemäß würden dann die meisten witterungsbedingten Unfälle passieren.

Neuenrade - Der erste Schnee ist gefallen und vielerorts sind aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse bereits Unfälle passiert. Doch wie verhalten sich Unfallbeteiligte am besten? Was gilt es zu beachten? Dietmar Neuhaus, Polizeihauptkommissar, erklärt, worauf es im Ernstfall ankommt.

Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung weiß er, welcher Belastung ein Unfallbeteiligter oftmals ausgesetzt ist. Er arbeitete bereits auf der Kreisleitstelle in Iserlohn und war für viele der erste Ansprechpartner in Notfällen. Er erklärt: „Der Bürger ist bei einem Unfall in einer enormen Stresssituation.“ 

Die Ruhe bewahren

Das bedeute, dass Unfallbeteiligte auch manchmal verwirrt an der Unfallstelle herumliefen, führt der Polizist weiter aus. Wenn es gekracht habe, gelte es zu versuchen die Ruhe zu bewahren. 

Unfallstelle absichern

Mit dem Warndreieck soll die Unfallstelle in ausreichender Entfernung gesichert werden.

Zuerst müsse die Unfallstelle gesichert werden. Dabei sei es wichtig, sich vorab mit Hilfe einer Warnweste für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu machen. Erst dann sollte die Unfallstelle mit Hilfe eines Warndreiecks in ausreichender Entfernung gesichert werden.

Bei gerader Strecke sei das ungefähr in einem Abstand von 100 Metern zum Unglücksort, erklärt Polizist Neuhaus. Wenn der Unfall aber im Bereich einer Kurve geschehen sei, dann müsse auch vor der Kurve gesichert werden. 

Informationen an Rettungskräfte weitergeben

Die Warnweste ist besonders bei Dunkelheit wichtig, um von anderen Autofahrern gesehen zu werden.

Wichtig sei es außerdem, Informationen für das Absetzen des Notrufes einzuholen. Dazu gehöre unter anderem festzustellen, ob es Verletzte gibt und wenn ja wie viele. Außerdem sollte auch in Erfahrung gebracht werden, ob die Personen eingeklemmt sind, ob aus den Unfallfahrzeugen Öl ausläuft und ob die Autos brennen. 

All diese Fragen seien entscheidend, wenn es anschließend darum gehe, den Notruf abzusetzen. „Nur so können die Rettungskräfte wissen, mit welchen Fahrzeugen sie anrücken müssen“, betont Dietmar Neuhaus. 

Pflicht: Erste Hilfe leisten

Ein Verbandkasten ist in jedem Fahrzeug vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Besonders wichtig sei es Erste Hilfe zu leisten, wenn Personen verletzt seien. Dies ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. „Sich selbst sollte man dabei aber nicht in Gefahr bringen“, schiebt der Polizeihauptkommissar ein. Wenn keine Verletzten zu versorgen seien, gelte es an einer sicheren Stelle, beispielsweise hinter der Leitplanke, auf die gerufenen Rettungskräfte zu warten. „Die Einsatzkräfte übernehmen danach alles weitere“, sagt Neuhaus.

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