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Polizei warnt: „Ein Auto ist kein Tresor“

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Von: Peter von der Beck

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Der Täter schlug eine Seitenscheibe ein.
Autoknacker können ruck-zuck ins Auto eindringen. (Symbolbild) © Lehtikuva Matti Björkman

Autoknacker waren in Küntrop unterwegs und kreisweit steigen die Zahlen für Diebstahl aus Autos.

Neuenrade – Dunkle Gestalten, die nachts durch Wohngebiete schleichen, Autos durchwühlen und sogar knacken, wenn sie sich sichere Beute erhoffen. Das ist in diesen Wochen Realität in Küntrop gewesen. Wie jetzt bekannt wurde, sind Autoknacker am Dienstag, 22. November in Küntrop nahe Zum Mühlengraben und im Bereich Roder Weg am späten Abend bei der Suche nach Beute sogar beobachtet und zum Teil gefilmt worden.

Überwachungskamera filmt mutmaßliche Diebe

Ganz offensichtlich waren die Verbrecher in gutbürgerlichen Wohngegenden unterwegs. Deutlich sei auf einem Film zu sehen, wie ein potenzieller Autoknacker checkte, ob das Auto unter dem Carports abgeschlossen war. Kein Zweifel bestand an den verbrecherischen Absichten. Auch Zeugen gibt es, die sozusagen leibhaftig die Kriminellen bei der Arbeit beobachtet haben.

Einer steht schmiere

Demnach arbeiten sie offenbar zu zweit und sind gut vorbereitet. Sie sind mit einem Rucksack ausgerüstet. Während einer Schmiere steht, durchwühlt der andere das Auto. So hat es jedenfalls nach Polizeiangaben eine Anwohnerin beobachtet. Die Frau war mit dem Hund unterwegs und sah, wie eine Person mit Taschenlampe ein Auto durchsuchte.

Offenbar merkte eine der Täter dass sie beobachtet werden und warnte dann mit einem Pfiff seinen Kumpan. Die Kriminellen türmten dann in Richtung Garbecker Straße. Die Polizei ermittelt und inzwischen werden auch die Filme zur Auswertung untersucht. Zwei Anzeigen liegen vor über einen versuchten und einen vollendeten Diebstahl.

Leichter Anstieg bei Diebstahl aus KFZ

Autos knacken gehört nach wie vor zu einer bei Kriminellen beliebten Straftat: 347 mal „Diebstahl aus KFZ“ registrierte die Polizei 2021 im Märkischen Kreis. Und da blieb es in Neuenrade mit neun Taten relativ ruhig. Für das Jahr 2023 wurden immerhin bis einschließlich November 370 mal Diebstahl aus KFZ gemeldet, Neuenrade ist wieder mit neun Fällen dabei, berichtete Polizeikommissar Lorenz Schlotmann, der sich bei einer Kollegin aktuelles statistisches Material besorgt hatte.

Typische Autoknacker

Den typischen Autoknacker gibt es nicht. In der Regel findet sich bei den Täterprofilen eine Mischung, die vom Drogenabhängigen, der schnell etwas Bargeld benötigt und die Scheibe schon einschlägt, wenn Münzgeld in der Konsole liegt über den Gelegenheitsautoknacker bis hin zu professionellen Dieben, welche gezielt unterwegs sind.

Teure Autos im Visier

Es gibt auch Profis, die sich auf teure Autoteile spezialisiert haben. Da kann es passieren, dass der Autobesitzer morgens ins Auto steigt und das Lenkrad, die Autositze oder der Bordcomputer fehlen. Die Teile würden dann eben über schwarze Kanäle oder im Ausland zu Geld gemacht, erläuterte Schlotmann. Gleiches gilt für teures Werkzeug, das zum Beispiel in Handwerkerautos untergebracht ist.

Tatort Wanderparkplatz

Opfer werden können Autobesitzer überall: Ein Klassiker ist, mal eben mit dem Hund in den Wald zu gehen, um dann bei der Rückkehr festzustellen, dass die Handtasche aus dem Auto geklaut wurde. Der Autobesitzer kann sich generell nur schützen, indem er im Fahrzeuginnern nichts herumliegen lässt - und auch nicht das Portemonnaie unterm Sitz deponiert. Schlotmann bringt es auf den Punkt: „Ein Auto ist kein Tresor.“ Selbst im Kofferraum Dinge unterzubringen, berge Risiken, sagte Schlotmann. Generell sollte man, wenn möglich, das Auto gesichert abstellen – am besten in einer Garage.

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