Immer mehr Fälle

Fahren unter Drogeneinfluss hat Folgen

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Ein Schnelltest für den Drogennachweis in der Werdohler Polizeiwache.

Neuenrade - Immer wieder erwischt die Polizei in Neuenrade Verkehrsteilnehmer, die unter dem Einfluss von Drogen stehen. Die Beamten haben für diese Entwicklung gleich mehrere Erklärungen.

Dass nun verstärkt jüngere Leute unterwegs sind, die überwiegend Hasch oder Marihuana geraucht oder anderweitig zu sich genommen haben, die seltener Extasy, Crystal Meth oder Kokain konsumiert haben und dennoch Auto fahren, ist dabei die Erfahrung der Polizei. Und es wird unterlegt durch Statistiken, die die Polizei im Februar veröffentlichte. Demnach macht sich der Betäubungsmittel-Einfluss bei den Verkehrsdelikten mit einem Plus von rund 22 Prozent bemerkbar.

Als spezielles Drogennest sieht die Polizei die Stadt Neuenrade nicht. Polizeisprecher Dietmar Boronowski sieht zum einen eine Erhöhung der Kontrolldichte und zum anderen eben ein geändertes Verhalten bei jungen Erwachsenen als Ursache für das verstärkte Vorkommen Neuenrader Drogenkonsumenten im Straßenverkehr. Sei bei früheren Generationen tatsächlich Alkohol am Steuer ein häufigeres Delikt gewesen, so habe sich das gewandelt: Drogen würden wohl verstärkt konsumiert.

Urinproben und Speicheltests

Dass nun mehr Drogenkonsumenten erwischt werden, liegt aber auch an einer intensiveren Schulung der Polizei. So seien die Polizisten eher in der Lage, einen Drogenkonsumenten hinterm Steuer zu erkennen. Und es gibt ein entsprechendes Nachweis-Instrumentarium bei der Polizei: So kann der Autofahrer vor Ort um eine Urinprobe gebeten werden, die dann untersucht wird. Und es gibt einen Speicheltest, der ebenfalls schnell den Drogenkonsum nachweisen kann. Das Tetrahydrocannabinol (THC) aus dem Haschkonsum hält sich dabei recht lange im Körper und schränkt die Fahrtüchtigkeit lange ein.

Auf diesem Stuhl sitzen Drogensünder, vor der Blutabnahme.

Leichtsinn, euphorisierende Wirkung, verlangsamte Reaktionen sind die Folge – mit entsprechenden Verhaltensweisen beim Autofahren. Bei regelmäßigen Konsum ist das Gift oder die Spuren, die es hinterlässt noch nach Wochen nachweisbar, gar strafrechtliche Konsequenzen können nach einer Laboruntersuchung des Urins die Folgen sein. Selbst bei einmaligem Konsum dauert es lange, bis das Gift nicht mehr nachweisbar ist.

Unangenehm für die Konsumenten: Eine medizinisch-psychologische Untersuchung kann die Folge sein, die dann von der Führerscheinbehörde angeordnet wird. Rechtssicher ist aber der Bluttest, der bei Verdacht auf Drogenkonsum – der eben durch die Schnelltests bekräftigt wird – dann gemacht werden muss. Was auf jeden Fall passiert bei Nachweis von Drogenkonsum hinterm Steuer: Der Führerschein ist weg und 500 Euro Strafe gibt’s außerdem – beim ersten Mal. Weitaus gravierender sind die Strafen natürlich bei Gefährdung des Straßenverkehrs.

Erschöpfung und Fehlreaktionen

Welche charakteristischen Auswirkungen jede Droge auf die Fahrtüchtigkeit hat, beschreibt der ADAC: „Amphetamin putscht auf, in der Abklingphase aber führt es zu starker Blendempfindlichkeit und zu Erschöpfungszuständen, die in den Sekundenschlaf münden können. LSD lässt den Bezug zur Realität schwinden: Fehlreaktionen, die Unfälle bedingen, sind vorprogrammiert. Bei Heroin setzen Störungen der Muskelbewegungen, Einschlafneigung und Abstinenzerscheinungen die Fahrtüchtigkeit herab“.

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