1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Kohlhage erweitert – aber in Menden

Erstellt:

Von: Peter von der Beck

Kommentare

Die Kohlhage Gruppe hat ihren Hauptsitz in Neuenrade.
Die Kohlhage Gruppe hat ihren Hauptsitz in Neuenrade. © Peter von der Beck

Der Mangel an Industriefläche ist für die Stadt Neuenrade ein Problem. Dieser Mangel verhinderte, dass die Kohlhage-Gruppe die Erweiterung ihres wichtigen E-Tech-Bereichs in Neuenrade umsetzen kann. Direkter Nutznießer ist die Stadt Menden, die entsprechende Fläche anbieten konnte.

Überwiegende Teil de Gewerbesteuer bleibt wohl in Neuenrade

Neuenrade – Sie hat demnächst einen innovativen Betrieb mehr und neue Arbeitsplätze vor der Haustür. Immerhin bleibt E-Tech Neuenrade erhalten, denn der offizielle Geschäftssitz samt Handelsregistereintrag bleibt an der Hönnestraße. Damit dürfte wohl der überwiegende Teil der Gewerbesteuer in Neuenrade bleiben.

20000 Quadratmeter großes Gelände

In Menden erwarb Kohlhage ein 20 000 Quadratmeter großes Gelände direkt an der Hämmerstraße für den Bau einer „zusätzlichen Betriebsstätte“. Auf eigenem Grund und Boden in Neuenrade beschränkten sich die Erweiterungskapazitäten auf lediglich 2000 Quadratmeter. Der Automobilzulieferer wird in Menden nun die gut laufende Kohlhage E-Tech-GmbH erweitern. Dabei handelt es sich um die auf Elektromobilität ausgerichtete Sparte der Unternehmensgruppe.

Gut gelaunt in Menden: E-Tech-GmbH-Geschäftsführer Sven Lehecka, Mendens Wirtschaftsförderer Tim Behrendt und Kohlhage-Automotive-Geschäftsführer Sebastian Wagenbach.
Gut gelaunt in Menden: E-Tech-GmbH-Geschäftsführer Sven Lehecka, Mendens Wirtschaftsförderer Tim Behrendt und Kohlhage-Automotive-Geschäftsführer Sebastian Wagenbach. © Privat/Kohlhage

Um die Erweiterung der E-Tech GmbH in Neuenrade zu ermöglichen, hatte die Neuenrader Stadtspitze nichts unversucht gelassen. Bürgermeister Antonius Wiesemann und Amtsleiter Marcus Henninger haben vieles in Neuenrade probiert, man hat versucht zu vermitteln. Doch eine passende Fläche war nur für nicht-störendes Gewerbe geeignet, andere Flächen standen wegen Bevorratung der Eigentümer für eigene Betriebe nicht zur Verfügung. Auch kreativ sei man gewesen, habe verschiedenen Konstrukte und sogar Mietmodelle durchdacht – letztlich vergeblich. Auch Kohlhage wäre gerne mit dieser wichtigen Erweiterung in Neuenrade geblieben, sagte Bauamtsleiter Marcus Henninger. Aber jetzt müsse man die unternehmerische Entscheidung hinnehmen. „Wir bedauern das sehr,“ sagte der Amtsleiter. Der Bürgermeister sagte: „Das ist sehr, sehr unschön.“ Marcus Henninger verwies auf die Problematik, dass Neuenrade „keine eigenen Grundstücksflächen“ habe, die man vermarkten könne.

Regionalplanentwurf mit vielen Mängeln

Bürgermeister Wiesemann sagte, dass es schwierig sei, so etwas künftig zu verhindern. Und er verwies auf den Regionalplan-Entwurf. Da fehle es an ausreichender Industriefläche. In Gesprächen verwiesen die Planer immer wieder auf vorhandenen Flächen. „Doch diese Flächen stehen faktisch nicht zur Verfügung.“ Manches in diesen Plänen sei fern jeglicher Ortskenntnis entworfen worden. Ein interkommunales Gewerbegebiet mit Plettenberg sei kaum möglich. Zudem verwies er auf die Flächen-Konkurrenz zwischen Landwirtschaft und Industrie.

Agiler Mittelständler und Automobilzulieferer Kohlhage

Bei Kohlhage wollte man zügig auf wirtschaftliche Erfordernisse und Chancen reagieren. So hat man dort als agiler Mittelständler vor allem den neuen Markt der Elektromobilität und die sich bietenden Chancen im Visier. Am Standort Neuenrade produziert und beliefert Kohlhage exklusiv für Mercedes im fünfstelligen Stückzahlbereich „hochpräzise Aggregateträger aus Stahlrohren zur Aufnahme der Elektroantriebe für Elektromotoren.“ Das bleibt mit all seinen Anlagen auch den Neuenradern erhalten. Aber erweitert wird eben in Menden.

Elektromobilität als zukunftsträchtiges Geschäft

Der E-Tech-Geschäftsführer Sven Lehecka schreibt in einer Pressemitteilung: „Bei Kohlhage E-Tech arbeitet eine Vielzahl (derzeit rund 70 Mitarbeiter) von gut ausgebildeten Ingenieuren und Technikern daran, individuelle Lösungen für elektrisch betriebene Fahrzeuge zu entwickeln.“ Kernprodukte seien dabei spezielle Trägerrahmen zur Aufnahme von E-Motoren sowie verschiedener Anbauteile in E-Fahrzeugen. Geschäftsführer Sven Lehecka ist vor diesem Hintergrund zuversichtlich angesichts der Möglichkeiten, die ihm der neue Standort biete: „Im Gewerbepark Hämmer haben wir die Möglichkeit, das zukunftsträchtige Geschäft im Bereich der Elektromobilität schlagkräftig aufzubauen, weiterzuentwickeln und prognostiziertes Wachstum zu verwirklichen. Dafür investieren wir einen achtstelligen Betrag in den neuen Standort an der Hämmerstraße.“ Schon in 14 Monaten hofft Lehecka mit den ersten Maschinen produktionsfähig zu sein.

Freude in Menden

Es gibt andere, die sich freuen. Dazu gehört der Geschäftsführer der Mendener Wirtschaftsförderung Tim Behrendt. Der sagte: „Mit Kohlhage siedelt sich das nächste Top-Unternehmen im Gewerbepark an. Gerade mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit und Wirtschaftsstärke der Unternehmensgruppe ist uns hier ein Glücksgriff gelungen.“

Auch interessant

Kommentare