Ärger um Stolpersteine in der Altstadt

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Steine des Anstoßes in der Neuenrader Altstadt. ▪

NEUENRADE ▪ Eine gute Woche lang war sie massiv eingeschränkt, musste gar Schmerzmittel einnehmen. Ulrike Wolfinger, Bauausschussmitglied der SPD, war auf bröckeligem Belag der Zweiten Straße auf Knie und Hände gefallen, hatte sich heftig verletzt. Und sie wusste von Stürzen anderer Neuenrader zu berichten, in einem Fall will sie gar von einem Knochenbruch gehört haben. „Die Bürger sind gefährdet“, sagte sie. „Man muss etwas unternehmen, das geht so nicht weiter“.

Einigermaßen erschüttert hörte man im Ausschuss zu und Ulrike Wolfinger fragte hartnäckig nach, was denn mit einer Reparatur des Pflasters sei. Der Vertreter des Baubetriebshofes verwies recht nervös darauf, dass man quasi ständig mit dem Pflaster befasst sei. Von dem jährlichen Reparatur-Budget für das Pflaster seien jetzt rund 6000 Euro aufgebraucht und bald werde man wieder eine Tour übernehmen. Insgesamt gestalte sich die Angelegenheit mit dem Pflaster äußerst schwierig, denn durch den Autoverkehr, insbesondere durch Drehen, Ein- und Ausparken werde das Pflaster immer wieder gelockert. Zudem seien in der Zweiten und Dritten Straße unterschiedliche Verlegemethoden benutzt worden, was das Pflaster unterschiedlich fest in seinem Gefüge halte. Und überhaupt werde doch auch regelmäßig gesandet

Bauamtsleiter Markus Henninger erwähnte noch einmal, dass sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses doch die Situation vor Ort angeschaut hätten, und die entsprechende Quote von 10 000 Euro Pflegeaufwand pro Jahr habe man vereinbart. Und eine Sanierung des gesamten Pflaster sei leider nicht darstellbar, sprich, nicht finanzierbar. Leicht genervt sagte Wolfinger, dass sie nicht von Sanierung gesprochen habe. Und man müsse Schilder aufstellen.

Bauamtsleiter Markus Henninger sagte gestern auf Nachfrage, dass man über das Aufstellen von Warnhinweisen nachdenken müsse.

In der Tat gibt es viele Stolperfallen auf den pflegeintensiven Altstadtstraßen: Das fängt bei Pulks von losen Pflastersteinen an, reicht über Spurrillen und hochstehende Gullideckel und hört bei fehlenden Pflastersteinen im Gefüge auf. ▪ Peter von der Beck

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