Langfristiges Konzept des Märkischen Kreises

Küntrop könnte neue Gewerbegebiete bekommen

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Südlich von Küntrop, wo bislang Land- und Forstwirtschaft vorherrscht, könnte ein interessantes Gebiet für eine zukünftige Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben sein

Neuenrade/Küntrop - Rund um Küntrop könnten weitere Flächen für Gewerbe- und Industriegebiete ausgewiesen werden. Das ist das Ergebnis eines Konzepts, das im Auftrag des Märkische Kreises erarbeitet wurde. Dass auf den entsprechenden Flächen in nächster Zeit gebaut wird, ist aber unwahrscheinlich.

Die Beschlussvorlage mit den entsprechenden Flächen soll am Montag Thema im Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss und am kommenden Mittwoch im Rat sein. Die drei sogenannten Suchräume sind bislang überwiegend als land- und forstwirtschaftliche Flächen ausgewiesen.

Um dort in Zukunft Gewerbe- oder Industriebetriebe anzusiedeln, wäre eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig. „Ein solches Verfahren zieht sich in der Regel über ein bis zwei Jahre hin“, erklärt Bauamtsleiter Marcus Henninger. Dafür nämlich müssten nicht nur die Naturschutzbehörden, sondern auch Anwohner und andere Betroffene angehört werden.

Zunächst unverbindlich

Auch im Bereich des Flugplatzes (Richtung Neuenrade) stimmen einige Voraussetzungen für zukünftige Ansiedlungen.

Das Konzept des Kreises sei ohnehin zunächst unverbindlich. Ob die Flächen tatsächlich wie dort aufgeführt ausgewiesen würden, entscheide die Stadt. „Wir können uns natürlich daran orientieren, aber die Planungshoheit bleibt bei der Stadt“, sagt Henninger weiter. Es gebe jedoch noch darüber hinausgehende Kapazitäten auf Flächen, die im Flächennutzungsplan bereits als Gewerbe- oder Industriegebiete ausgewiesen sind.

Ziel des Gewerbe- und Industrieflächenkonzepts für den Märkischen Kreis ist, so heißt es in der Beschlussvorlage, „in erster Linie, dem Gewerbe und der Industrie aus dem Märkischen Kreis (...) Flächenpotenziale für betriebliche Ansiedlungen beziehungsweise Erweiterungen anbieten zu können.“ Es basiert auf dem angenommenen Bedarf von zusätzlichen 560 Hektar im gesamten Kreisgebiet bis zum Jahr 2035. Die städteübergreifende Suche nach geeigneten Flächen sei eine Forderung aus dem Landesentwicklungsplan.

Suche nach geeigneten Flächen

Dafür hat die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS MK), die das Konzept zusammen mit dem Kreis erarbeitet hat, in den Städten und Gemeinden nach geeigneten Flächen gesucht. Diese sollen idealerweise in der Nähe von schon erschlossenen Industrie- oder Gewerbegebieten liegen, gleichzeitig aber einen Mindestabstand zur Wohnbebauung einhalten. Für Neuenrade trifft das auf die drei genannten Flächen – insgesamt knapp 70 Hektar – zu.

Nicht berücksichtigt ist dabei, ob diese Gebiete tatsächlich verfügbar sind: Dagegen könnten etwa die örtlichen Besitzverhältnisse oder umweltrechtliche Beschränkungen stehen. „Eingriffe in Umwelt und Natur sind nur dann gerechtfertigt, wenn sie nicht zu vermeiden sind – und dann auch in so geringem Ausmaß wie möglich“, betont Henninger.

Bedenken der Landschaftsbehörde

Die drei Flächen im Bereich Küntrop liegen in keinem Naturschutzgebiet, zwei von ihnen aber zu einem kleinen Teil im Landschaftsschutzgebiet. Die Untere Landschaftsbehörde sieht in einer Ausdehnung des bebauten Raumes an diesen Stellen einen „erheblichen Eingriff in die Landschaft“. Vor allem aus Sicht des Artenschutzes hätten die Flächen eine „hohe Bedeutung“.

Ausschuss und Rat sollen in der kommenden Woche beschließen, dass sie die Planung zur Kenntnis nehmen, „den Weg einer kreisweit abgestimmten Gewerbeflächenstrategie“ begrüßen und dass die Stadt die genannten Bereiche in das regionale Konzept einbringt.

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