Steigende Geburtenzahlen

Plätze sind knapp: Schon wieder eine neue Kita in Neuenrade

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Knapp 100 Meter die Straße hinauf befindet sich ein verwilderter Abenteuerspielplatz, gleich hinter dem letzten Haus. Dort soll die Kita entstehen.

Neuenrade – Da wird mancher Bürgermeister wohl mit Neid gen Neuenrade blicken. Dort dürfen sich Rat und Verwaltung demnächst Dank steigenden Bedarfs mit dem Bau einer neuen Kita befassen.

Das lassen die Geburtenzahlen zu. Auch die Einwohnerzahlen sind gestiegen. 12 174 Bürger werden derzeit in Neuenrade gezählt – mehr als in den vergangenen Jahren. 

Zum Hintergrund des Kita-Bedarfs: Mitte Juni fand im Kaisergarten eine Zusammenkunft aller Kita-Träger in Neuenrade gemeinsam mit dem Kreisjugendamt statt. Dabei kam zutage, dass der Kreis schon für das aktuelle Kita-Jahr Schwierigkeiten hatte überhaupt alle Kinder in Neuenrade unterzubringen. 430 Plätze gibt es, 449 sind laut Planung aber nötig. 

Überbelegungen in allen Einrichtungen

Eine Berücksichtigung aller Betreuungsanträge sei nur durch Überbelegungen in allen Einrichtungen möglich gewesen. Und das, obwohl mit der neuen Kita der Villa mittendrin gGmbH am Rüterbruch bereits eine zusätzliche funkenagelneue Kita mit etlichen Plätzen und Tagespflege den Betrieb im August aufgenommen hat. Das berichtete jetzt die Verwaltung. 

Die Geburtenzahlen entwickeln sich jedenfalls erfreulich. Laut Kreisjugendamt würden deshalb auch in den kommenden beiden Jahren die Kita-Plätze mehr als knapp. In einem Schriftsatz zitiert die Stadt Neuenrade das Kreisjugendamt: Demnach würden dann sogar „in erheblichem Umfang Kindergartenplätze“ fehlen. Allein die Geburtenzahlen aus der Periode Oktober 2019 bis Juli 2020 würden diesen Trend bestätigen. 

Man geht derzeit von knapp zwei unversorgten Gruppen aus. Insider sprechen von 30 bis 40 Kindern. Die Neuenrader Stadtverwaltung hat jedenfalls in den vergangenen Wochen bei allen Kitas wegen möglicher Erweiterungen nachgehakt. Doch: Erweiterungen scheinen jedenfalls nicht in Betracht zu kommen. 

Etliche Standorte geprüft: Dieser soll es werden

Von einem Neubau ist daher die Rede. Etliche Standorte wurde auf die Eignung hin abgeklopft, von Verfügbarkeit bis hin zu planungsrechtlichen Belangen. Die Verwaltung hat jedenfalls das Grundstück eines ehemaligen Abenteuerspielplatzes zwischen Heerweg und der Sackgasse In der Hönne ins Visier für den Bau einer Kita genommen. 

Das Gelände sollte ursprünglich für Wohnbebauung genutzt werden, formal müsste der Bebauungsplan angepasst werden. Doch die Verwaltung hält den Bau einer Kita für sinnvoller. Vorteile seien die Nähe zur Natur und gerade das biete „aus pädagogischer Sicht“ vielfältige Möglichkeiten für die Kita-Arbeit. Die Eltern müssten ihre Kinder dann allerdings per Pedes in der Einrichtung abliefern, da die Straße eine Sackgasse ist. 

Ein möglicher Betreiber hat sich bereits gemeldet

Bleibt noch der Hinweis aus der Verwaltung, dass sich „eine Gemeinnützige GmbH gemeldet“ habe. Die betreibe demnach bereits eine Kita im Märkischen Kreis und könne sich auch für Neuenrade vorstellen, eine Trägerschaft zu übernehmen. Andere Träger könnten sich nach Vorstellung der Verwaltung – man habe deswegen Rücksprache mit dem Kreisjugendamt gehalten – auch bemühen. Sollte die Stadt Neuenrade nicht selbst die Trägerschaft anstreben, so will das Kreisjugendamt die Sache offiziell ausschreiben. 

Es gibt ein Grundstück. Bei der Stadt kann man sich vorstellen, das Areal auf Erbpachtbasis zu vergeben. Doch auch die Stadt selbst könnte Investor werden und die Investitionen über die Miete von dem gemeinnützigen Träger wieder hereinholen. Die Verwaltung lässt durchblicken, dass sich das rechne – auch bei den „im Rahmen einer Betriebskostenabrechnung anerkennungsfähigen Mietpreises“.

Politisch erstmals Thema wird der geplante Kita-Neubau in der nächsten Ratssitzung. Diese findet am Dienstag, 1. September, ab 17 Uhr im Saal des Hotels Kaisergarten statt und ist öffentlich.

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