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Photovoltaik: Städtische Gebäude bieten großes Potenzial

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Von: Peter von der Beck

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Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Wohnhauses: Die Zahl der neu installierten Anlagen ist im Jahresvergleich gestiegen.
Photovoltaikmodule sollen auf städtischen Gebäuden in Neuenrade installiert werden. © dpa

14 Gebäude der Stadt Neuenrade bergen ein sehr gutes Potenzial für Photovoltaik, vier Gebäude sind noch gut geeignet, bei drei Gebäuden ist die Situation noch nicht klar und nur drei sind nicht geeignet.

Dieses Ergebnis präsentierte am Mittwoch Martin Denz vom Ingenieurbüro Reg.Las, das sich auf derartige Potenzialuntersuchungen spezialisiert und 24 städtische Objekte untersucht hat. Im Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Forsten stellte der Diplomingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik die Ergebnisse seiner Untersuchungen detailliert dar.

Denz stellte zunächst die Motivation für den Untersuchungsauftrag vor. Demnach gibt es eine gesetzliche Grundlage: Das Gebäudeenergiegesetz, mit welchen „eine Vorbildfunktion der öffentlichen Hand“ definiert wird. Zudem ist da die Erkenntnis, dass „97 Prozent der Treibhausgase energiebedingt“ seien. Da passt es, dass Sonnenstrom nach Aussage von Denz „heute wirtschaftlich einsetzbar“ sei.

Einteilung in vier Kategorien

Gut zu tun hatte Martin Denz mit der Photovoltaik-Analyse jedenfalls. Es galt die 24 einzelnen Orte und Gebäude der Stadt zu begehen, den Ertrag abzuschätzen. Anschließend ging Denz hin und beleuchtete die Objekte, die einen wirtschaftlich machbaren Betrieb darstellen von allen Seiten, um die spätere Investitionsentscheidung abzusichern. Denz untersuchte die Gebäude hinsichtlich geeigneter Dachflächen, Verschattungen, schaute sich die Leitungsführung und mögliche Installationsorte der Komponenten an. Er hielt auch die Stromverbräuche der Gebäude im Blick und bildete auf Basis der möglichen Photovoltaik-Erträge die

Diplom-Ingenieur Martin Denz (rechts) vom Ingenieurbüro Reg.Las präsentierte die Potenzialanalyse.
Diplom-Ingenieur Martin Denz (rechts) vom Ingenieurbüro Reg.Las präsentierte die Potenzialanalyse. © von der Beck, Peter

Für A- und B-Gebäude führte Martin Denz Ertrags- und Wirtschaftlichkeitssimulationen durch und stellte hier auch noch eine Klassifizierung auf. Sogar Speichermedien berücksichtigte er, wo es ihm sinnvoll erschien. Zu den A-Objekten zählt Denz demnach die Hönnequell-Schule, Grundschule und Bürgerhaus in Altenaffeln unter anderem aber auch das Waldstadion. Auch das Freibad zählt zu den A-Anlagen. Schlecht sieht es derzeit mit der Jahnhalle aus. Da reicht die Statik nicht aus. für jedes Gebäude gibt es zudem einen umfassenden Objektbericht.

Eigenkapital soll eingesetzt werden

Für seine Wirtschaftlichkeitsberechnungen hatte der Ingenieur auch Vorgaben: Basis sind die handelsüblichen hochwertigen Solarmodule, das Erneuerbare Energiengesetz, die Anlagen sollen über 25 Jahre laufen. Er legte zudem den aktuellen Strompreis von rund 27 Cent pro Kilowattstunde bei „fünf Prozent Preissteigerung (mehr ist wahrscheinlich)“ zugrunde. Eingesetzt wird Eigenkapital, irgendwelche Steuermodelle hat Denz nicht in Betracht gezogen.

Das Neuenrader Waldstadion gehört ebenfalls zu den Gebäudekomplexen, die unter die Kategorie A fallen und mit Photovoltaikanlagen bestückt werden können.
Das Neuenrader Waldstadion gehört ebenfalls zu den Gebäudekomplexen, die unter die Kategorie A fallen und mit Photovoltaikanlagen bestückt werden können. © von der Beck, Peter

Ein Beispiel: So beträgt die Photovoltaik-Investition bei der Kita Wirbelwind knapp 24 000 Euro. Amortisieren wird sie sich bei einer Gesamtkapitalrendite von zwölf Prozent dann in fast zehn Jahren. Die größte Investition gäbe es an der Hönnequell-Schule (Areal) in Höhe von 584 000 Euro. Bei knapp zwölf Prozent Rendite würde sich das Projekt dort in knapp neun Jahren amortisieren. „Die HQS hat ein riesen Potenzial, dort ist ein hoher Tagesverbrauch“, sagte Denz. Angesichts der wirtschaftlichen Situation des Haushaltes wegen der Energiekrise wird die Stadt verhalten vorgehen. Kämmerer Gerhard Schumacher sagte: „Die Zeichen stehen auf Sturm in den nächsten Jahren.“ Er gab in der anschließenden Aussprache zu bedenken, dass nicht alle Objekte bestückt werden könnten. Auch Bauamtsleiter Marcus Henninger schlug eine Priorisierung vor.

Jetzt ist die Politik am Zug

Das Gutachten des Ingenieurbüros wird nun in den einzelnen Fraktionen beraten, bevor dann die entsprechenden Entscheidungen fallen.

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