Langjährige Mitarbeiterin übernimmt

Pflegedienst Hein bekommt neue Inhaberin

Kristina Büttner übernimmt und wird Inhaberin des Pflegedienstes, Antja Hein hört nach 25 Jahren auf.
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Kristina Büttner übernimmt und wird Inhaberin des Pflegedienstes, Antja Hein hört nach 25 Jahren auf.

Der ambulante Pflegedienst Antje Hein in Neuenrade übergibt seine Geschäfte im neuen Jahr an die langjährige Mitarbeiterin Kristina Büttner. Antje Hein selbst setzt sich zur Ruhe, gesellt sich zu ihrem Mann, der schon länger im Ruhestand weilt und wird sich künftig verstärkt ihrer Familie widmen – ein weiteres Enkelkind ist unterwegs.

Die Nachfolgerin und zweifache Mutter Kristina Büttner möchte als Selbstständige noch einmal richtig durchstarten. Ab 2. Januar wird sie als Inhaberin den Pflegedienst mit seinem drei Vollzeitstellen und etlichen Teilzeitmitarbeitern in eigener Regie führen. Vorgängerin Antja Hein weiß, was das bedeutet: „Selbstständig heißt selbst und ständig.“

Klare Sache, dass Kristina Büttner die erforderliche Schulung zur Pflegedienstleitung (PDL) schon lange in der Tasche hat. Das ist sozusagen der Meisterbrief in dieser Branche. Büttner arbeitet bei Antja Hein ohnehin schon als stellvertretende Pflegedienstleiterin.

Alle Mitarbeiter werden übernommen

Mit der Übernahme des Pflegdienstes Hein als Inhaberin übernimmt Büttner 19 Mitarbeiter, darunter drei Vollzeitkräfte. Zudem hat sie mehr als 90 Kunden im Bestand und es wird ein 24-Stunden-Dienst angeboten.

Gegründet hatte Antje Hein den Pflegedienst am 1. Januar 1996. Am 1. Januar 2021 macht sie also noch die 25 Jahre voll. Hein (gelernte Krankenschwester und PDL) ist seit 1979 in Neuenrade aktiv, hat dort bis zu ihrer Selbstständigkeit in der Sozialstation Neuenrade gearbeitet. Als dieser Bereich an die Stadtklinik in Werdohl abgeben worden ist, hat sie sich anderweitig orientiert.

Familien über mehrere Generationen betreut

In all den Jahren hat Hein „zum Teil mehrere Generationen Familien“ in Neuenrade betreut. Das eröffnet eine besondere Dimension dieses Berufsbildes. „Man kommt schon in den persönlichen Bereich. Das ist etwas anderes als wenn man in einem Altenheim oder in einem Krankenhaus arbeitet. Doch man nimmt auch manches mit nach Hause. Das ist ein Lernprozess“, sagt Hein.

Das Aufgaben-Spektrum der ambulanten Pflege ist üppig und umfasst bei den Eckpunkten alle Leistungen der Pflegeversicherung, die Behandlungspflichten (Tablettengabe, Verbandswechsel oder Injektionen) und auch Beratungsgespräche. Die Logistik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei einem ambulanten Dienst. Baustellen können zum Beispiel das Gefüge eines ambulanten Dienstes schon gehörig stören, wenn zum Beispiel für eine Spritze gewaltige Umwege in Kauf genommen werden müssen. Deshalb werde man auch keine Aufträge zum Beispiel in Dahle annehmen, weil die Fahrt via Kohlberg vor allem im Winter zu unsicher sei.

Fachkräfte sind nur schwierig zu bekommen

„Seit ungefähr zwei Jahren“ sei es in der Branche zudem schwierig, Fachkräfte zu bekommen. Bei Antje Hein kann man mit dem Thema umgehen. „Wir sind da gut aufgestellt.“ Antje Hein verweist zudem auf eine gute Arbeitsatmosphäre und langjährige Mitarbeiter. Kristina Büttner betont, dass sich die Firma flexibel zeige und auf familiäre Erfordernisse bei den Mitarbeitern Rücksicht nehme.

Kristina Büttner ist Jahrgang 1979 und hat ihre Ausbildung beim evangelischen Pertheswerk absolviert, parallel hatte sie schon immer mal bei Antje Hein ausgeholfen und arbeitete seit 2002 als examinierte Altenpflegerin, bildete sich weiter zur Pflegedienstleiterin und arbeitet eben seit 2002 bei Hein auch als stellvertretende Pflegdienstleiterin. Büttner stammt aus Altena und ist seit 2010 in Neuenrade ansässig. Weil die Tochter in der Hönnestadt in die Kita ging und sie zudem dort arbeitete, zog gleich die ganze Familie dorthin.

Es gilt viel Bürokratie zu bewältigen

Es ist – wie schon angedeutet – keine einfache Branche. Viel Bürokratie gilt es zu bewältigen, der bereits erwähnte Fachkräftemangel und eine schleppende Modernisierung machen allen zu schaffen. Und so hofft Kristina Büttner inständig auf die Digitalisierung, die sicher viele aufwendige Dokumentations- und Abrechnungsprozesse vereinfachen werde und durchaus auch Papier spare. Die Voraussetzungen seien längst geschaffen, doch dürfe all das leider noch nicht umgesetzt werden.

Kristina Büttner wird also reichlich zu tun haben, zumal sie zusätzlich viel Büro- und Organisationsarbeit zu erledigen hat. Im Fall von Antje Hein erledigt das noch deren Ehemann, der allerdings eigentlich schon längst in Rente ist. Trotz aller bürokratischer Widrigkeiten oder auch nächtlichen Anrufen von Kunden oder gar von unangemeldeten Besuchen im privaten Garten, die eine Frage zu Urinbeuteln haben – Kristina Büttner macht diesen Job ganz offensichtlich gerne. „Man muss diese Arbeit leben“, sagt sie.

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