Für 50 Pfennig zum Fest in Affeln

Zur Erinnerung an das Schützenfest 1912 entstand dieses Bild vom Musikverein Affeln und der Feuerwehrkapelle Eiringhausen.

AFFELN ▪ Ein Rückblick auf 150 Jahre Schützenbruderschaft St. Petrus und Paulus Affeln zeigte eine wechselvolle Geschichte, deren Einflüsse noch bis in die Gegenwart zu spüren sind. Zwar ist die Vereinssatzung auf das Jahr 1861 datiert, doch mündliche Überlieferungen sowie alte Aktenhinweise lassen Rückschlüsse zu, dass die Schützenbruderschaft sogar schon mehr als 300 Jahre alt ist.

1861 wurden Johannes Kemper und die Mitbürger Stork, Habbel und Müller von Pfarrer Fischer, den Lehrern Dahm und Witte sowie von Amtmann Plassmann vorgeschlagen und von der damaligen Schützengesellschaft mit dem Auftrag betraut, eine Vereinssatzung zu entwerfen. Die Bezeichnung Schützengesellschaft wurde im Jahr 1949 in Schützenbruderschaft umgewandelt.

Protokolle belegen einen stetigen Aufwärtstrend des Vereins. Doch waren in den „guten alten Zeiten“ die finanziellen Mittel um ein Vielfaches knapper. Musikkapellen, die zu den Festen aufspielen sollten, mussten mit Leiterwagen von weit her abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden. Die Feier zum 50-jährigen Gründungsfest fand noch in Zelten statt. Schon damals kamen viele Besucher aus den Nachbarorten zum Festplatz auf der Affelner Anhöhe. Diese Aussicht sei – nach Aussagen der Festteilnehmer – 50 Pfennig Eintritt wert.

In den „umgeänderten Statuten“ von 1911 heißt es unter Paragraf 1: „Der Zweck des in Affeln unter dem Namen 'Schützenverein' bestehenden Vereins ist, unter den Bewohnern der Gemeinden Affeln, Altenaffeln, Blintrop und Küntrop eine Annäherung herbeizuführen, sowie Geselligkeit und Frohsinn unter ihnen zu pflegen und zu fördern.“

Das Jahr 1911 gilt als eines der aktivsten und bedeutendsten. Damals wurden nicht nur neue Statuten ausgearbeitete, sondern auch der Bau einer Schützenhalle vorangetrieben. Am 11. März 1915 starb Johannes Kemper, der sich 54 Jahre lang für das Wohl des Vereins engagierte. In seiner letzten Eintragung ins Protokollbuch 1914 klagt er darüber, dass der Krieg kein Fest mehr zuließe und die Vereinsarbeit unmöglich machte. ▪ Susanne Riedl

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