Peter Zahn verstorben

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Peter Zahn wurde 77 Jahre alt.

Neuenrade - Peter Zahn ist tot. Der Wahl-Neuenrader, ein erfolgreicher Unternehmer, der die Werdohler Kracht GmbH auf die Erfolgsspur brachte, und ein gesellschaftspolitisch engagierter Mann, starb am Dienstag vergangener Woche im Alter von 77 Jahren.

Sichtbare Zeichen seines Wirkens in Neuenrade ist die Kita im ehemaligen Aldi-Gebäude, das Zahn erworben hatte, sowie die Sanierung der alten Schule nahe der katholischen Kirche. Auch der Kauf und der Abriss eines galvanischen Betriebes an der Dahler Straßen geht auf sein Konto. Zahn hatte dabei nicht den finanziellen Gewinn im Blick: „Es soll im Sinne Neuenrades sein“, sagte er seinerzeit.

Peter Zahn kommt beruflich ursprünglich aus dem Verwaltungsbereich und hatte gar bei der Stadtverwaltung Werdohl gelernt. Ende der 50er Jahre wechselte er zu einer gewissen Firma Kracht. Dort hatte er Mitte der 80er Jahre eine Führungsposition inne, als er zu einem anderen Unternehmen als Geschäftsführer wechselte. 1996/1997 übernahm Peter Zahn die Werdohler Kracht GmbH und führte die Firma, welche heute ein renommiertes Familienunternehmen ist (310 Mitarbeitern am Stammsitz in Werdohl, Deutschland und weitere 85 Beschäftigten in China, USA und Ungarn) zum Erfolg.

Kracht gilt weltweit als angesehener Hersteller von Zahnradpumpen, Durchflussmessern, Mobil- und Industriehydraulikkomponenten für verschiedenste Anwendungsbereiche. Zahn schuf wohl eine solide Grundlage für weitere geschäftliche Aktivitäten – zehn Millionen Euro werden am Standort Werdohl unter seinem Sohn und Geschäftsführer Heiko Zahn investiert. Unabhängig vom offenbar unternehmerischen Talent war Peter Zahn gesellschaftspolitisch engagiert – und das trat auch in Neuenrade zutage.

Dort war Zahn in der FDP aktiv. Er war Fraktionschef von 1975 bis 1986, insgesamt saß er gar 20 Jahre für die FDP im Neuenrader Stadtrat. Auch in Vereinen kümmerte er sich um Neuenrade. So war er lange Vorsitzender des Neuenrader Verkehrsvereins, war Urheber de Eulengassenfestes, saß immer gerne im Gertruden-Komitee. Dabei preschte Peter Zahn nicht vor, hing in den vergangenen Jahren sein Engagement nicht an die große Glocke.

Der Witwer blieb zumindest in den vergangenen Jahren eher im Hintergrund. Dabei unternahm Zahn viel für die Neuenrader. Er kaufte das alte Aldi-Gebäude an der Bahnhofstraße und machte es so möglich, dass dort die Kita Villa Mittendrin entstand. Er kaufte eine ehemalige Galvanik an der Dahler Straße, ließ das Gebäude abreißen und plante dort ein Bauareal für Neuenrade. Auch die ehemalige Schule am Semberg kaufte er. Hier soll ein therapeuthisches Zentrum für Kinder entstehen. Das Konzept entwickelte er gemeinsam mit Nina Dunker. Die Fertigstellung dieses Projektes erlebt der passionierte Jäger Peter Zahn nun nicht mehr.

Einer seiner Weggefährten war Bürgermeister Antonius Wiesemann, der sich Peter Zahn freundschaftlich verbunden fühlte. Wiesemann behält seinen Freund „als kritisch-kreativen Menschen in Erinnerung“. Er habe immer „ein offenes Ohr gehabt und auf kreative und auf finanzielle Art geholfen“, sagte Wiesemann auf Nachfrage. -

 vdB

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