Ferienreitkurse für Kinder

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Die fünfjährige Julia (links) und die sechsjährige Fiona mit ihrer Betreuerin Dorle und Pferd Poldi. ▪

NEUENRADE ▪ Gespannt betreten die neun Mädchen die Pferdeboxen im Ausbildungsstall von Peter Strässer. Unter der Aufsicht ihrer Kursleiterinnen nähern sie sich den Pferden und beginnen, sie zu streicheln und ihnen die Hufe auszukratzen.

Sechs bis acht Jahre alt sind die Mädchen. Alle sind Reitanfänger, nur zwei von ihnen haben schon einmal am Ferienlehrgang im Ausbildungsstall von Peter Strässer teilgenommen. Trotzdem dauert es nicht lange, bis die neun kleinen Kursteilnehmerinnen auf den Schulpferden Anton, Florian, Poldi und Bully die ersten Runden durch die Reithalle drehen.

Viele Regeln

Die 22-jährige Wiebke Kavelmacher leitet bis Samstag den Ferienlehrgang „Reiten für Einsteiger“. Sie absolviert im Stall der Strässers ihre Ausbildung zur Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt Reiten. Eine Praktikantin und mehrere Jugendliche aus dem Reitverein unterstützen sie bei der Organisation des Ferienkurses.

Bevor die Gruppe den Stall betritt, müssen die Mädchen die ersten wichtigen Regeln lernen: „In der Stallgasse dürft ihr nicht rennen und nicht schreien“, ermahnt Wiebke Kavelmacher. „Pferde sind Fluchttiere, die erschrecken sich sonst.“

In kleinen Gruppen gehen die Mädchen zu den vier Schulpferden in die Boxen. Dort müssen sie zunächst die Hufe auskratzen, bevor sie die Pferde zum Putzen in die Stallgasse führen können. „Ihr müsst hier drunter kratzen, ganz feste“, erklärt die 15-jährige Betreuerin Dorle ihren beiden neuen Schülerinnen. „Seht ihr den ganzen Dreck? Der geht sonst gar nicht raus.“

Die sechsjährige Fiona und die fünfjährige Julia müssen sich erst an das große Pferd gewöhnen. Doch Poldi beweist eine Engelsgeduld. Er steht ganz still und strahlt soviel Ruhe aus, dass auch die Mädchen bald ihre Scheu verlieren. „Ihr könnt Poldi auch mal streicheln, dass er das gut gemacht hat“, ermuntert Dorle die beiden.

Erste Runden durch die Halle

Als die Mädchen mit den Hufen fertig sind, bringen sie Poldi in die Stallgasse. Dorle zeigt ihnen verschiedene Bürsten und Striegel, mit denen sie kreisförmig das Fell ausbürsten sollen.

Einen Platz weiter ist Wiebke schon dabei, mit ihren Schülerinnen zusammen das Pferd Bully zu satteln und zu trensen. Die Mädchen schleppen den etwa drei Kilo schweren Sattel aus der Sattelkammer bis zum Pferd. „Er muss von links aufgelegt werden“, erklärt Wiebke. Sie vergewissert sich, dass die Schabracke – die Satteldecke – gut aufliegt und kein Gurt verdreht oder verknotet ist.

Die achtjährige Fabienne meldet sich als erste für eine Runde an der Longe. Wiebke hilft ihr, ihre Reitkappe festzumachen, dann führt Fabienne Bully selbst in die Halle. Für die Mädchen hat eine spannende Woche begonnen.

Von Constanze Raidt

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