Perlen polnischer Musik in der Villa am Wall

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Das Ensemble spielte in der Villa am Wall das einzige Konzert in Nordrhein-Westfalen.

Neuenrade - Die 60 verfügbaren Plätze in der Villa am Wall waren am Sonntag zu Recht schnell ausverkauft. Mit einem Kammerkonzert für Klavier und Streichquartett auf Top-Niveau ist die Soireé in der Villa nach Ende der Sommerpause in die neue Saison gestartet.

Unter dem Motto „Perlen der polnischen Musik“ musizierte das Acoustic Quartet, 1. und 2. Geige (Mateusz Mos und Marcin Sidor) Bratsche (Ewa Sidor) und Violincello (Mateusz Maríka) um Pianist Wojciech Waleczek. Das Acoustic Quartet ist im Jahr 2014 entstanden und besteht aus Absolventen der K. Szymanowski Musikakademie in Katowice. Zusammen sind sie momentan mit der Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Nationalerbe der Republik Polens und des polnischen Instituts Düsseldorfs auf Deutschland-Tournee unterwegs.

Das Ziel: die Komponisten des Landes jenseits von Chopin bekannter zu machen. „Es hat uns sehr gefreut, dass wir für das einzige Konzert in Nordrhein-Westfalen ausgewählt wurden“, sagte die Kulturbeauftragte Monika Ahrens. Zudem seien die Künstler von der Akustik des Gebäudes begeistert gewesen. Bevor das Ensemble mit der Etüde b-Moll des Komponisten Karol Szymanowski in die Soireé startete, betonte die Moderatorin des Abends, Karolina Waleczek, dass alle Werke von Kamil Pawlowski, einem Vertreter der jungen polnischen Komponisten-Generation, arrangiert worden seien.

Auf den Einstieg folgte mit Polonaise, Oberek und dem Krakauertanz die Darbietung dreier polnischer Nationaltänze. „Abschied vom Vaterland“ von Michal Kleofas Oginski zeigte, warum die Polonaise in den Ballsälen der europäischen Adelshäuser des 18. Jahrhunderts eine große Popularität erlangte. Der Oberek des Komponisten Grazyna Bacewicz ist ein Tanz, der sich durch eine schnellere Gangart auszeichnet; steht doch der Name im polnischen für Spin oder Drehung. Er wurde am Ende des 19. Jahrhundert überwiegend in dörflichen Regionen getanzt. Blieb noch der Krakauertanz oder Krakowiak von Ignacy Jan Paderewski, der in einem schnellen Zweivierteltakt gespielt wird. Charakteristisch ist der Wechsel von Ferse und Stiefelspitze.

Weiter ging es mit Kujawiak von Henryk Wieniawski und der Mazurka aus der Oper „Das Gespensterschloss“ von Stanislaw Moniuszko, ebenfalls Tänze, die musikalisch mal koket und mal fröhlich und dynamisch daherkamen. Nach der Pause stand dann eine furiose Auswahl an Filmmusik von Wojciech Kilar auf dem Programm, der unter anderem für Roman Polanski (Der Pianist) und Francis Ford Coppola (Bram Stoker’s Dracula) komponiert hat.

Den Abschluss – wie sollte es auch anders sein – bildeten mit Andante spianato und Grande Polonaise Es-Dur op.22 zwei Werke von Fryderyk Chopin.

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