Pastor Matthias Rojek: „Wir passen gut zusammen“

NEUENRADE ▪ Als „Teil der Gesellschaft“ fühlte er sich dank des aufmunternden Empfangs schon wenige Tage nach seiner Amtseinführung in Neuenrade. „Heute kommt es mir vor, als ob ich schon immer hier wohnen würde“, sagt Pastor Matthias Rojek fast genau ein Jahr nach seinem Amtsantritt im April 2011.

Von Simone Benninghaus

„Die Gemeinde und der Pastor – wir passen gut zusammen“, resümiert der 43-Jährige.

Bevor er in den Märkischen Kreis kam, hatte Matthias Rojek seine Wirkungsstätten im Ruhrgebiet – in Gelsenkirchen und Duisburg. Von „sturen Sauerländern“ hatte er bis dahin wohl gehört, getroffen hat er sie bisher nicht. Jedenfalls nicht in Neuenrade, wo die Ankunft in der neuen Gemeinde „kein bisschen anstrengend“ gewesen sei. Offenheit und Herzlichkeit, die ihm begegnet sind, haben es Matthias Rojek leicht gemacht, sich im Pfarrhaus an der Bahnhofstraße einzuleben und in der kleinen Stadt mit dem großen kulturellen Angebot heimisch zu werden.

Das kulturelle Leben des Ortes habe ihn sehr überrascht. „Das ist einmalig“, findet der Liebhaber klassisch-sakraler Musik und spart auch weiter nicht mit Lob. Denn „offen und selbstverständlich“ sei er auch von den städtischen Institutionen aufgenommen worden. „Gute Kontakte“ seien schnell entstanden. Gleichermaßen begrüßt Rojek die „tolle ökumenische Arbeit“ in der Stadt. Beide Gemeinden, die katholische und die evangelische, seien sehr ökumenisch geprägt.

Die größte Freude bereitet dem Geistlichen aber die Arbeit mit seinen „Schäfchen“. Eine lebendige Gemeinde funktioniere, wenn viele Leute mitmachten. Mitgestalter, Helfer und Wegbereiter gebe es in seiner Gemeinde viele. „Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, betont der Pater. Es sei doch eher selten, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren. In seine Gemeinde sei das aber glücklicherweise der Fall. „Das ist sehr aufbauend“, meint Rojek und schließt alle Helfer und Ehrenamtlichen ein, ob sie im Gemeinderat, im Kirchenvorstand, bei den Pfadfindern, der kfd oder als Katecheten tätig sind.

Gerade letztere waren in den letzten Tagen gefragt. Sonntag ist Kommunion, in den Monaten davor wurden die Kinder darauf vorbereitet, in den vergangenen Tagen die letzten wichtigen Vorbereitungen getroffen. „Alle sind sehr kompetent“, weiß Matthias Rojek, dass er sich auf ein erfahrenes Team verlassen kann, damit es morgen ein schöner Festtag für die Kommunionkinder und ihre Familien wird.

Familien sind ohnehin ein Schwerpunkt Rojeks. Jüngeren Menschen zu vermitteln, dass Kirche Gemeinschaft bedeutet, sei heutzutage schwierig. Gelingen könne es, wenn Kinder erleben, dass ihre Eltern „mitmachen“.

Der Familiengottesdienst-Kreis trägt Matthias Rojeks Handschrift, die Familiengottesdienste, der nächste wird am 13. Mai gefeiert, sei für Kinder und ihre Familien eine Gelegenheit, die selbstverständliche Bindung zur Kirche zu erfahren. Gleiches gelte auch für den Chor.

Seine Gemeinde sei sehr dynamisch, meint Rojek. Ein Umstand, der auch seinen Vorgängern, den Pastoren Simon und Fabritz, zu verdanken sei. Beide hätten die Gemeinde geprägt, daher wolle er Neuenrade daher auch nicht „auf den Kopf stellen“, sondern die Aufgaben fortsetzen. Was nicht bedeutet, dass Matthias Rojek sich keine Ziele gesetzt hat. Die Renovierung der Kirche ist ein großes Vorhaben, das Einüben neuer Kirchenlieder, „um fröhliche Messen feiern zu können“, ein kleineres. Das pulsierende Gemeindeleben, die Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen, wie beispielsweise dem Schützenfest – das ist die eine Seite im Leben des Paters. Die Gemeinschaft des Franziskanerordens, dem Matthias Rojek angehört, die andere. Fast jeden Tag fährt Rojek ins das kleine Kloster nach Werdohl – Gebet und gemeinsames Essen sind ein wichtiger und fester Bestandteil seines Lebens, das er seiner Berufung gewidmet hat.

Genauso wichtig wie eine lebendige Gemeinde ist dem leidenschaftlichen Wanderer aber auch die Stille der Natur. „Ich bin Fan der Stille“, sagt Rojek. Die Stille „zu hören“ sei überwältigend. Wenn er mit Wanderschuhen und Stöcken ausgerüstet in den Wäldern von Werdohl und Neuenrade unterwegs ist, dann ist er auch Gott sehr nah. „Das“, betont Matthias Rojek, „ist für mich lebensnotwendig.“ Was er sich für die Zukunft wünscht? „Dass alle, die sich ehrenamtlich engagieren, weiter am Ball bleiben, damit wir ein tolles Team haben“, meint der Pater.

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