Schrauberkurs in Neuenrade

„Pannen-Management“ für das Fahrrad: So wird es gemacht

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So wird richtig Hand angelegt an das Mountainbike: Fabian Kilpert zeigte den Kursteilnehmern einige wichtige Tricks und Kniffe, um Reparaturen bei Ausfahrten künftig selbst vornehmen zu können.

Neuenrade – Es geschah im Sommer vorigen Jahres am Gardasee: Student Fabian Fromme platzte ein Reifen und er stieg unsanft über den Lenker seines Fahrrades ab.

„Ich wollte anschließend schnell den Schlauch des Reifens wechseln“, erinnert sich der Student. „Aber dabei habe ich mir einen abgebrochen.“ Weitere Radler, die vorbei kamen, wollten helfen. „Aber auch die haben gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist.“ Fromme schildert: „Letztendlich hat es dann doch irgendwie geklappt und ich konnte weiterfahren.“ Befriedigend war dieser Zustand für den begeisterten Radler aber nicht. 

Deshalb suchte der Freizeit-Biker nach der Rückkehr aus dem Italienurlaub im Internet nach einem Schrauber-Kurs für Radfahrer. Er fand zwei Angebote: eines im Harz und eines in Neuenrade. Kurzerhand meldete er sich und seinen Vater Reinhard für die vierstündige Schulung im Sauerland an. Dafür machten sich Reinhard Fromm und sein Sohn am Samstag extra auf den Weg von Bielefeld ins Küntroper Gewerbegebiet. 

Kurse innerhalb von zwei Wochen angebaut

„Innerhalb von zwei Wochen waren im September alle vier Kurse ausgebucht, die wir in diesem Winter anbieten“, erklärte Maik Wiesegart von der Bikeschule Sauerland, die gemeinsam mit dem Fachhandel Action Sports Offline diese Schraubertage seit drei Jahren durchführt. Die fachliche Unterweisung nahm auch am Samstag wieder Händler Fabian Kilpert vor. Wiesegart betreute die Gäste aus Nah und Fern mit Getränken, Obst und Schokolade. 

Während Kilpert den sechs Kursteilnehmern demonstriert, wie sie ihr Fahrrad in alle Einzelteile zerlegen und wieder zusammenbauen, erzählt Wiesegart: „Geländefahrten mit dem Mountainbike sind extrem anspruchsvoll für das Material und den Fahrer.“ Wenn unterwegs etwas passiere, stünden aber nicht wenige vor einem Dilemma: Sie können nicht selbst Hand anlegen. 

Wiesegart: Wissen verschwindet

Wiesegart bedauert: „Es gibt immer weniger, die noch wissen, wie sie den Schlauch in einem Fahrradreifen wechseln. Leasingverträge und der Trend zur Wegwerfgesellschaft lässt das Wissen verschwinden.“ Dann überlegt er kurz und fügt hinzu: „Gut, die Technik eines Rades wird auch immer komplexer.“ 

Und so bringt Kilpert den Kursteilnehmern auch nur bei, wie sie unterwegs einen kleineren Schaden beheben können. „Pannen-Management“ nennt er das. Wiesegart formuliert es so: „Wir sagen den Menschen auch, was sie besser nicht selbst machen – eine Bremse entlüften etwa. Das ist doch zu anspruchsvoll für den Laien.“ 

Mit dem Kurs sehr zufrieden

Fabian Fromme und sein Vater Reinhard sind übrigens nicht mit dem Fahrrad angereist. Für die weite Strecke haben sie doch das Auto bevorzugt. „Denn ich muss noch heute Abend weiter nach Wuppertal. Das nächste Semester steht an“, sagt Fabian. Mit dem Kurs im Sauerland sind beide zufrieden. „Ich habe hier schon viel gelernt“, sagt Vater Reinhard – sein Sohn ergänzt: „Ich habe bemerkt, dass ich vieles bisher falsch gemacht habe.“ 

So wird sich ein Reifenplatzer zwar vielleicht auch im nächsten Urlaub nicht verhindern lassen, aber das Mountainbike dürfte im Anschluss deutlich schneller wieder benutzbar sein...

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