„Paarungszeit“: Tine Wittler singt Chansons in der Kostbar

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Tine Wittler präsentierte ihr Programm „Tresenlieder schlückchenweise“ am Mittwochabend in der Kostbar. 

Neuenrade - 80 Besucher in bester Stimmung, ein ausverkaufter Saal und ein strahlender Wirt: In der Kostbar empfingen das Team um Mathias Pielhau und die Besucher am Mittwochabend eine besondere Frau.

„Ich bin seit 15 Jahren selber Wirtin“, erklärte Tine Wittler und nannte die Stationen ihrer Schankwirtschaften, die in Altona und Eimsbüttel lagen, bevor sie eine Dorfkneipe im Wendland übernahm. 

Doch die erfolgreiche Wirtin, die vielen zuvor vor allem als Moderatorin aus dem Fernsehen bekannt gewesen sein dürfte, war nicht gekommen, um dem Kostbar-Team etwa zu sagen, was es noch besser machen könne. Nein, Wittler war als Sängerin nach Neuenrade gekommen: „Tresenlieder schlückchenweise“ stand über ihrem Programm, dessen Texte aus ihrer Erfahrung und Feder stammten. 

Angekündigt war auch Pianist Greg Baker, der die Töne zu den Worten gefunden hatte. Leider sei er verhindert, erklärte die Sängerin und bediente selber die Begleitmusikkonserven-Maschine. Aber auch ohne ihren Begleiter hatte Tine Wittler hohen Unterhaltungswert. 

Das bewegte Leben einer Wirtin 

Und das Publikum kam ihr in jeder Hinsicht entgegen: „Hallo, Kinder – Ihr seid ja jetzt schon kaum unter Kontrolle zu kriegen“, freute sich die Sängerin nur wenige Minuten, nachdem sie – ganz Wirtin – zum Konsum berauschender Getränke aufgerufen hatte: „Ihr könnt euch den Abend noch schön trinken!“ Ein Gruß ging vorab an die unbekannte Verwandtschaft in Altena, die ihr die Ankündigung des Konzerts aus der Zeitung geschnitten und zugesandt hatte. 

Dann ging es in Tines Chansons um das bewegte Kneipenleben einer Wirtin, die in 15 Jahren „noch nie“ erlebt hat, „dass ich in meinen Laden komme, und alles ist gut“. Für die Gäste in einer Kneipe gibt es ganz andere Abenteuer zu überstehen: „So ein Tresen ist auch ein Eheanbahnungsinstitut. Schwupps finden sich da Kombinationen, bei denen du nie gedacht hättest, dass sich diese beiden unter anderen Umständen getroffen hätten.“ Das dazugehörige Chanson fasste das kleine Wunder etwas handfester und kürzer: „Heißa, es ist Paarungszeit!“ 

Ansprache an "Die goldene Säule"

Schön war die Ansprache an „Die goldene Säule“ in ihrer einstigen Kneipe in Altona: „Was hast du in deinem Leben schon alles erlebt?“ Betriebswirtschaftlich nachvollziehbar war Wittlers Absage an die Sonne – „die gelbe Sau“: „Es kommt keiner – nicht, weil du stinkst, sondern weil die Sonne scheint“, erklärte sie ihre tiefe Abneigung. Unter den sehr plastisch geschilderten Gästetypen befand sich auch der „Horst“ – eine ganz besondere Spezies, die regelmäßig flüchtet, wenn es ernst werden könnte mit einer Dame. Natürlich befand sich ein Horst im Publikum – umso schöner, dass er in Wirklichkeit ein Wolfgang war.

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