Ossenberg-Engels GmbH: Bislang größte Investition

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Mit Hilfe eines Spezialkrank wurde die tonnenschwere Presse entladen und aufgestellt.

Neuenrade - „Es ist das größte Projekt und die höchste Investition in der Geschichte des Familienbetriebes“. Andreas Wrobel, Prokurist bei der Ossenberg-Engels GmbH in Küntrop, sagte das nicht ohne Stolz.

Immerhin existiert der heute 40 Beschäftigte zählende Betrieb seit nunmehr 93 Jahren. Die Inhaber des Familienbetriebes haben eine Menge Geld in die Hand genommen für ein zukunftsweisendes Projekt „mit neuer Technologie und hohem Potenzial“.

Am Dienstag wurde die erste Hälfte des Maschinenparks geliefert, darunter das größte Modul, eine Presse mit 700 Tonnen Presskraft. Die zweite Hälfte des Maschinenparks folgt im Frühsommer dieses Jahres. Wrobel bezeichnet das neue Verfahren als Technologiesprung. Es geht dabei um eine Kombination aus Drahtbiegen und Kaltumformung.

Gefertigt werden künftig mit der Maschine Befestigungselemente für einen weltweit aufgestellten Kunden in der Automotive-Industrie. Mehr Details verraten weder Wrobel noch die Mitglieder der Inhaberfamilie. Der Grund: Es gibt vertragliche Vereinbarungen zur Verschwiegenheit mit dem Kunden.

Viel mehr Draht wird verarbeitet

Welche Größenordnung der zukunftsweisende Auftrag hat veranschaulicht der Prokurist damit, dass der benötigte Draht von der Menge her mehr ausmacht, als für alle übrigen Produkte benötigt wird. Ossenberg-Engels produziert Biege-, Präge-, Gewindeteile aus Draht, Rohr und Blech. Viel wird für die Fahrzeugindustrie gefertigt.

Zu den Standards gehören Verschlussvorrichtungen in der Automotive-Industrie aber auch Befestigungselemente für Maurerkellen oder Schließelemente für Serverschränke. Weiter entwickelt hat sich die Ossenberg-Engels GmbH auch im Bereich der Baugruppen.

Zudem ist das Unternehmen Initiator einer Kooperationsgemeinschaft von sieben unterschiedlichen Unternehmen, der Großteil aus dem Sauerland, eins aus Bremen – die 260 Mitarbeiter beschäftigen. Man profitiere voneinander, tausche Erfahrungen aus und kooperiere. Und noch niemand sei aus der Gemeinschaft ausgestiegen. Es gebe darunter eben keine Konkurrenten, erläuterte Wrobel.

Zusätzliche Mitarbeiter werden benötigt

Joana Ossenberg-Engels, im Unternehmen für Personal und Organisationsentwicklung zuständig und angehende Wirtschaftspsychologin, verwies gemeinsam mit Prokurist Wrobel zudem auf den neuen Arbeitskräftebedarf, der mit der Neuinvestition einhergeht. „Wir benötigen Maschineneinrichter in Drahtumformtechnik, Mechantroniker, die auch Spaß an der Produktion haben, auch jemanden aus dem Bereich der Kaltformtechnik, Werkzeugmacher, einen Logistiker und jemanden für die Qualitätsangelegenheiten“, hieß es. Bei der Ossenberg-Engels GmbH lege man Wert auf langfristige Mitarbeit, sozusagen biete man den Job fürs Leben.

Die GmbH ist modern aufgestellt, eine neue Generation steigt nun in das Unternehmen ein. Zudem ist man dabei, moderne Organisationsmethoden wie ERP (Enterprise-Resource-Planning, eine auf Programme gestützte Organisationsform, die alle anfallenden Geschäftsprozesse optimal und sinnvoll kombiniert) einzuführen, auch wurde vor drei Jahren ein Businessplan aufgestellt. In den vergangenen Jahren habe man jeweils ein zweistelliges Wachstum generieren können, bis 2020 strebe man einen Jahresumsatz von 8 Millionen Euro an. Wrobel betonte zudem, dass die Mitarbeiter mit in die Unternehmensziele eingebunden würden. Also Transparenz nach Innen.

Spezialisten für Schwergewichte

Am Diesntag waren aber erst einmal die Praktiker am Zug: Die tonnenschweren Maschinen, welche die Firma Schmale aus dem Nachbarort Altena gefertigt hatte, wurde angeliefert. Das schwerste und etwas kopflastige Stück (27 Tonnen) transportierte die Werdohler Fachspedition Sped VK GmbH über den Kohlberg. Das Lüdenscheider Unternehmen Kempmann sorgte mit Spezialisten, Schwerlastgabelstaplern und einem Spezialkran für das Entladen und Aufstellen der monströsen Maschinen. Das war zuweilen eine kitzlige Angelegenheit: Der Bewegungsspielraum war arg begrenzt und zum Teil musste beim Stapler mit Gegengewichten gearbeitet werden, um die tonnenschweren Maschinen unfallfrei zu bewegen und auf der gewaltigen Stahlplatte aufstellen zu können. Immer dabei: Mitarbeiter der Firma Schmale. Am Nachmittag war die Anlage schließlich platziert. Aufträge vergibt Ossenberg-Engels also direkt an Unternehmen der Region. Klare Sache offenbar, dass zum Beispiel Elektro Filter den Anschluss der Maschinen übernimmt.

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