Ortsumgehung: Warum die Grünen die Straße für überflüssig halten

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Planung und Bau für die Ortsumgehung Neuenrade sollen, wenn es nach dem Willen der Bündnisgrünen geht, gestoppt werden.

Neuenrade – Dr. Karl Kaluza, Ratsherr der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, beantragt Planung und Bau der Umgehungsstraße einzustellen.

Der Grund: Die zurzeit als Große Koalition aufgestellte Bundesregierung habe das inzwischen auch vom Kabinett beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 aufgelegt, um Emissionen zu senken. Damit einher gehe die Förderung der Elektromobilität, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und die CO2-Bepreisung. Für Kaluza ist somit klar, dass sich die Luftqualität verbessern werde und auch die Lärmbelastung sinke. Hinzu komme, dass insbesondere die rasante Teuerung bei den Kraftstoffen dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen vermindert werde. 

Daher sei es einfach unverantwortlich, durch den Bau einer neuen Umgehungsstraße unnötig Fläche zu verbrauchen. „Es wäre wesentlich besser, dieses Areal weiter der Natur zu überlassen, um so den nachfolgenden Generationen die Umweltbedingungen zu erhalten und zu verbessern“, schreibt Kaluza in seinem Antrag an den Bürgermeister und den Stadtrat. 

Antrag auf Kreisel für B229/Hüttenweg

Auch einen weiteren Antrag zum Thema Verkehrsinfrastruktur stellen die Bündnisgrünen. Dabei geht es ebenfalls um die Entlastung der Umwelt durch eine Maßnahme. Kaluza und Kollegen beantragen ein Verfahren beim Landesbetrieb Straßen.NRW einzuleiten, um an der Einmündung Hüttenweg auf die Bundesstraße 229 einen Kreisverkehr einzurichten. Der Grund: Zur Zeit sei dort eine Stop-Straße eingerichtet. „Aber leider weist die Straße dort eine Steigung auf, sodass haltende Lastwagen nur schwer wieder anfahren können“, so Kaluza. Dadurch werde die Umwelt durch den erhöhten Kraftstoffverbrauch und das Anfahrprozedere unnötig mit Lärm und Abgasen belastet. Zudem sei es politisch gewollt, dass diese Strecke als Hauptverkehrsader genutzt werde – deshalb sei ja auch der Schöntaler Weg/Bahnhofstraße als Tempo-30-Zone ausgestaltet worden. 

Daher gebe es am Hüttenweg/Einmündung B229 ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit Rückstau, da die Lücken auf der B229, in welche die Lastwagen stoßen könnten, in der Regel nicht ausreichend groß seien. Auch das führe zu einer erhöhten Belastung der Umwelt. Und gerade ein Kreisverkehr könne die Situation an der Stelle „signifikant entspannen“. Gut funktioniere das ja schon im Kreuzungsbereich Feuerwehrgerätehaus, heißt es in dem Antrag abschließend. 

Aussichten scheinen nicht schlecht

Bleibt der Hinweis, dass zumindest für den Bau eines Kreisverkehrs die Aussichten nicht schlecht scheinen, da im Zuge der Planungen zur umstrittenen Umgehungsstraße (siehe rote Line auf der fotografierten Karte) ohnehin dort ein Kreisverkehr angedacht ist. Von dort aus soll die Anbindung zur Umgehung erfolgen. Das sagte noch im Juli Klaus Gillmann, Projektleiter Planung beim Landesbetrieb Straßen.NRW, auf Nachfrage. Nur zum Zeithorizont konnte er damals noch nichts sagen.

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