Ein Ortstermin und viele Fragen

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Investor Dietmar Brinkmann (blaues T-Shirt) und Planer Volker Finger im Dialog mit den von einer möglichen Bebauung betroffenen Anwohnern.

Neuenrade - Viel Publikumsverkehr herrschte am Dienstag auf einem Gelände, wo es sonst eher ruhig zugeht: Doch diesmal tummelten sich Mitglieder des Bauausschusses, Anlieger und Investor Dietmar Brinkmann mit seinem Planer Volker Finger auf Parzelle 819, südlich der Jahnstraße.

Brinkmann hat das Areal gekauft, will das Gelände über eine schmale Privatstraße erschließen. Drei kleine Bungalows will Brinkmann dort bauen. Das Gelände soll Gemeinschaftseigentum werden. 

Von derartigen Bungalows hat der Investor auf Neuenrader Stadtgebiet schon etliche gebaut. Sie werden bevorzugt von Ü50-Bürgern gekauft, die ihre große Immobilie mit Grundstück veräußern, sich kleiner setzen wollen und in der Regel aus Neuenrade kommen. Gleichwohl gibt es Ärger im Rahmen dieser „Hinterhof-Bebauung“, die aktuell auf vielen Grundstücken in Neuenrade realisiert wurde und wird. 

Meist auf sachlicher Ebene

Die Ortsbegehung blieb im Rahmen, die Auseinandersetzungen blieben meist auf der sachlichen Ebene, bevor es unangenehm wurde, fingen sich die Beteiligten wieder. Doch die Anwohner haben eben eine Reihe von Sorgen. Zudem verweisen einige schriftlich auf – aus ihrer Sicht – Versäumnisse der Stadt in den 70er- und 90er-Jahren: Ein nicht wahrgenommenes Vorkaufsrecht für ein Grundstück, was eine andere Erschließung und geringere Bebauung zur Folge gehabt hätte. Nun werde dem akutellen Investor etwas möglich gemacht, was man dem vorherigen Investor verwehrt habe. Zudem weisen sie darauf hin, dass sie nichts gegen eine Bebauung hätten. 

Beim Ortstermin gab es Fragen rund um den möglichen Winterdienst auf der langen Privatzufahrt. Bauamtsleiter Marcus Henninger verwies auf das Ortsrecht. Auch der Sicherheitsaspekt spielte immer wieder eine Rolle. Dabei geht es um die Zufahrtsmöglichkeiten für die Feuerwehr, dabei wurde auch ein sogenannter Aufstellraum thematisiert. Wie die Häuser geplant sind, war auf einer Karte zu sehen, die der Investor herumreichen ließ. Volker Finger vom Planungsbüro Finger Bauplan, verwies auf eine Verwaltungsvorschrift. Demnach sei eine Aufstellfläche bei der avisierten Gebäudehöhe nicht nötig. Auch die an einer Stelle nur drei Meter breite Zufahrt wurde wieder angesprochen. Zudem schlug Finger in Absprache mit dem Investor vor, die Bauhöhe auf ein niedriges Maß zu beschränken und im Bebauungsplan festzuschreiben. 

Gespräch mit der Feuerwehr zugesichert

Zudem sicherte die Verwaltung zu, mit der Feuerwehr zu sprechen, nicht ohne darauf zu verweisen, dass der Kreis aus brandschutztechnischer Sicht keine Bedenken hege. FWG-Vertreter Detlef Stägert verwies noch darauf, dass die Möglichkeit bestehe, statt drei Bungalows, vielleicht zwei höhere Häuser zu bauen. Dazu äußerte sich Brinkmann nicht verbindlich, auch von den Anliegern war dazu nichts zu hören. 

Besprochen wurde aber das weitere Vorgehen. Frühester Termin wäre demnach ein Ratsbeschluss am 30. Oktober, dann komme die öffentliche Bekanntmachung. Nach Rechtskraft könnte dann frühestens im November gebaut werden. Es bestehe auch die Möglichkeit, Bauzeiten vertraglich mit der Stadt zu regeln, erläuterte Bauamtsleiter Marcus Henninger. Die Kommunalpolitiker sprachen sich grundsätzlich für diese Art der Bebauung aus. Ludger Stracke (CDU) sagte: „Mein Eindruck ist, dass die Sache positiv aufgenommen wurde. Hier wird zudem Wohnraum für ältere Bürger geschaffen.“ Ein Beschlussempfehlung wurde noch nicht gefasst.

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