Arbeitskreis soll es jetzt richten

Offener Ganztag: Frische Ideen fürs Schulessen

Die Burggrundschule: Nach dem Ausbau des Offenen Ganztags soll dieser Platz für 250 Kinder bieten.
+
Die Burggrundschule: Nach dem Ausbau des Offenen Ganztags soll dieser Platz für 250 Kinder bieten.

Ein Arbeitskreis mit Vertretern aller Ratsfraktionen soll sich noch intensiver mit dem Thema Schulessen für die Kinder der Offenen Ganztagsschule in Neuenrade auseinandersetzen und einen Lösungsvorschlag erarbeiten. Darauf einigten sich am Mittwochabend die Mitglieder des Ausschusses für Schule Sport, Jugend und Soziales im Rahmen ihrer Sitzung im Saal des Hotels Kaisergarten.

Zuvor hatten die Ausschussmitglieder intensiv über den Antrag der SPD diskutiert, wie nach dem geplanten Ausbau des Offenen Ganztags die Kinder mit frischem und gesundem Schulessen versorgt werden sollen.

Zum Hintergrund: Vermutlich ab 2026 wird es den Rechtsanspruch für Kinder auf Teilnahme an der Offenen Ganztagsschule (OGS) geben. Bei der Stadt sieht man deshalb erheblichen Mehrbedarf. Bis zu 250 Kinder sollen die OGS dann nutzen können. Derzeit sind es 75. In der Nachbarschaft der Schule wurden deshalb angrenzende Grundstücke erworben. Für die Erweiterung des Ganztagsschulsystems wurde schon grünes Licht gegeben. Natürlich ist auch die Konzeption der Burggrundschule insgesamt betroffen.

Thema Mittagessen in der OGS noch ungelöst

Indes: Das Thema Mittagessen in der OGS ist bei den prognostizierten, stark steigenden Schülerzahlen noch ungelöst, denn der Bau einer Großküche ist bislang nicht vorgesehen. Es gibt aber konkrete Überlegungen, die Ira Valsamidou, Ressortchefin für den Schulbereich in der Verwaltung, am Montag im Ausschuss formulierte. Weil die Schülerzahlen für die OGS nicht exakt vorhersehbar seien, soll es nach den Vorstellungen der Verwaltung mit der bisherigen Frischkost-Lösung zunächst so lange wie möglich weitergehen. Hierbei wird das Essen angeliefert und in der Schulküche erwärmt. Bei Bedarf müsse dann per Ausschreibung eine Großküche, die täglich frisch Gekochtes liefert, in der Nähe gesucht werden. Nicht besonders viel hält Valsamidou mit dem Verweis auf arbeitsrechtliche Gründe davon, Köche einzustellen.

Ausbau des offenen Ganztags: „Clusterlösung“ ist im Gespräch

Beim Ausbau der Offenen Ganztagsschule in Neuenrade ist eine sogenannte „Clusterlösung“ im Gespräch: Bei diesem Modell würden Lern- und Unterrichtsräume mit den zugehörigen Differenzierungs-, Gruppen-, Aufenthalts-, Erholungs- und Sanitärräumen zu einer Einheit zusammengefasst. Diese Cluster würden gleichzeitig für Betreuungszwecke genutzt. Zusätzlich solle noch ein OGS-Cluster errichtet werden. Umbauten, Anbauten und Abrisse sind dafür nötig. Weitere Räume entstehen.

„Jetzt können wir die Weichen stellen und vielleicht auch überlegen, mit einer großen Küche die Kitas mit zu verpflegen“, sagte Claudia Krolzik (SPD). Dem stimmte Bernhard Peters (Freie Wähler) weitgehend zu. Externe Alternative seien zwar sicherlich preiswerter. Es komme aber nicht immer nur aufs Geld an.

Kosten im Blick behalten: „Wir planen für Jahrzehnte“

Auch Brigitte Reinken- Stork (CDU) sagte: „Wir unterstützen das Ansinnen mit der frischen Schulverpflegung.“ Man möge hiesige Caterer und Gastronomen fragen. Sie verwies aber auch auf finanzielle Aspekte. Es gelte zu bedenken, wer welche Kosten bei der OGS trage – vor allem periodische Kosten. Sie betonte: „Wir planen für Jahrzehnte.“

Klaus Giljohann, operativer Manager der Waldorfschule Neuenrade, schlug vor, die Versorgung der OGS-Kinder über die künftige Mensa der Waldorfschule sicherzustellen. Bekanntlich soll am Remmelshagen beim Ausbau der Schule eine große Mensa samt Küche entstehen. Es gebe Anfragen von Kitas, ob die Waldorfschule für diese mitkochen könne. „Insgesamt 400 Essen kann die Mensa täglich maximal kochen, da kann bestimmt auch noch die OGS mitversorgt werden“, sagte Giljohann. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) sprach von einer „super Kombination“: „Die Waldorfschule baut sowieso. Das wäre doch zielführend.“

Arbeitskreis soll es richten

So begeistert wie der Bürgermeister zeigten sich allerdings nicht alle Ausschussmitglieder von dem Vorschlag Giljohanns. Tom Reißmann von den Grünen sagte, seine Partei halte es für wichtig, dass in der städtischen OGS selbst gekocht werde. Und Bernhard Peters sagte: „Lieber sollten wir größer planen. Was ist, wenn die Waldorfschule irgendwann keine Kapazität mehr hat?“ Jennifer Krause, Konrektorin der Burggrundschule, hielt das Waldorfschul-Angebot zumindest für „nicht schlecht“.

Nun soll es auf Vorschlag der SPD also ein Arbeitskreis richten. Bauamtsleiter Marcus Henninger bat allerdings darum, diesen Arbeitskreis mit in die Umbaupläne einzubeziehen. Henninger verwies nämlich darauf, dass der Platz an der Burgschule begrenzt sei. Eine Küche für 250 Essen plus Nebenräume plus Schulgarten – das sei ambitioniert und das gebe das Grundstück nicht her.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare