Offene Ganztagsschule: Der Bedarf steigt

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Sie kümmern sich um all die Kinder, die in der Offenen Ganztagsschule sind: Sandra Schlagner, Bettina Hennemann (sitzend), sowie (von Links) Kira Filter, Simone Henzel, Andrea Redies, Petra Levermann und Sophia Gierse.

Neuenrade - Für Neuenrade scheint die Offene Ganztagsschule eine gesellschaftliche Notwendigkeit sein. Zumindest sieht das Petra Levermann so. Sie ist organisatorische Leiterin der OGS und stellt fest: „Der Bedarf steigt und steigt“.

Es gebe eben immer mehr Familienmodelle, bei denen beide Elternteile arbeiten müssten oder wollten, zudem gebe es mehr Alleinerziehende, erläutert Levermann. Und: Auch nicht zu verachten sei die Zahl derjenigen, die das Angebot der OGS zwischen 8 und 15 Uhr / 16 Uhr eben gut fänden. Auch an Elternsprechtagen und beweglichen Ferientagen ist die OGS gut besucht und – nicht ganz unwichtig – in den ersten drei Wochen der Sommerferien, sowie jeweils eine Woche in den Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien. 

In der Tat hat die OGS wohl einen guten Ruf. Es gibt viel öffentliches Lob für diesen Betrieb, der weitgehend autark arbeitet und dessen Betreuungskräfte viel Erziehungs- und Entwicklungsarbeit bei den Kindern leisten. Seit 2005 gibt es die OGS und sie hat sich kontinuierlich entwickelt. Dabei ist die OGS der Burgschule weit davon entfernt, eine simple Verwahranstalt zu sein. 

Jedes Kind hat seine eigene Gruppe 

„Das ist hochwertige pädagogische Arbeit“, sagt Levermann. „Alle sind sehr begeistert von der guten Arbeit im Team.“

Los geht es für das Betreuungsteam und die Köchin im Prinzip schon um 11 Uhr. Das ist die Vorbereitungszeit, auch Elterngespräche sind dann möglich. Ein letztes Einstimmen, bevor die Kinder kommen, denn schon um 11.15 Uhr trudeln die ersten Kleinen ein. Die werden regelrecht empfangen, haben ihren festen Rahmen, jedes Kind hat daher seinen eigenen Kleiderhaken und festen Platz für seine Sachen und natürlich hat jedes Kind seine eigene Gruppe. Und dabei gibt es schon die ersten Einsätze für die Erzieherinnen: Kleinere Blessuren werden verarztet, Pflaster um Finger gewickelt. Einige Kinder chillen schon in den Ecken und warten aufs Essen. 

Nach dem Unterricht ist in der OGS zunächst einmal Chillen angesagt.

Essen ist eine besondere Angelegenheit in der OGS und wird mit den Kindern zelebriert. Natürlich wird jeden Tag frisch gekocht und mit Sinn und Verstand gehandelt. So waren jüngst noch genug Kartoffeln vorhanden und im kleinen OGS-Garten gab es gerade frische Kräuter wie Schnittlauch. Da wurde kurzerhand gehandelt und Küchenfachkraft Andrea Redies zauberte Pellkartoffeln mit Kräuterquark. Das ist durchaus eine Herausforderung 40 hungrige Mäuler zu stopfen. Während die OGS-Räume einschließlich Snoezelen-Raum im Kellergeschoss sind, wird das gemeinsame Essen in den oberen Räumen eingenommen. 

Regeln für eine gute Ess-Kultur 

Im kleinen Essenssaal gibt es ein Paar Tische eine Getränkebar und ein Kunstwerk an der Wand, das die Kinder mit Flaschenverschlüssen kreiert haben. Zudem gibt es rund ums Essen auch klare Regeln für die Kinder: Das reicht vom Händewaschen vor dem Essen über den Hinweis, dass die Kinder von Allem etwas probieren sollen, Messer und Gabel eingesetzt werden, erst gegessen wird, wenn alle am Tisch sitzen und dass die Kleinen weder schmatzen, schlürfen, rülpsen oder die Nase hochziehen sollen. Das alles ist in der Wir-form formuliert und endet in der Feststellung: „Wir genießen unser gemeinsames Essen.“ 

Das Betreuungsteam der OGS leistet jede Menge: Es beginnt mit klassischer Erziehungsarbeit, sie unterstützen die Kinder beim Erlernen des Sozialverhaltens und sie leisten Integrationsarbeit. In der OGS gibt es natürlich die Hausaufgabenbetreuung und sogar eine Art erweiterten Unterricht. Mit den Kindern wird beispielsweise spielerisch Mathe geübt („in Gemeinschaft lernt es sich besser“) und mit den Pädagogen der Grundschule stimmen sich die Betreuer in vielerlei Hinsicht ab. 

Die Zeiten haben sich auch geändert: „Die Kinder kommen mit weniger Kompetenzen zu uns, als noch vor ein paar Jahren, sagt Petra Levermann. Da geht es um motorischen Defizite und um Konzentrationsfähigkeit. Doch das Team kümmert sich. Und bei all dem sind die Erzieherinnen mit viel Herzblut dabei. Sie strahlen aus, dass sie Kinder lieben und sich gerne einsetzen. Das Team funktioniert gut. 

Begeistert von einem tollen Team 

Unisono heißt es: „Wir sind alle sehr begeistert von der Teamarbeit“. Es gibt dabei durchaus Dinge, die dem OGS-Team die Arbeit organisatorisch erheblich erleichtern würden „Unser Traum: Ein Arbeits- und werkraum“.

Die OGS insgesamt stemmen vier Erzieherinnen und eine Praktikantin. Petra Levermann, Bettina Hennemann, Sandra Schlagner, Simone Henze und Praktikantin Sophia Gierse. Hinzu kommt das Hausaufgabenteam mit Inge Arlt, Annette Brockhagen, Edeltraut Hoffmann und Petra Reker. Zum OGS-Team kommen noch Geschäftsführerin Kerstin Strasser und natürlich Küchenfachkraft Andrea Redis.

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