Balkon Neuenrades

Viele Gäste trotz zerstörter Ernte auf dem Weinberg

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Die zahlreichen Besucher genossen sichtlich den Wein und den Ausblick auf Neuenrade.

Neuenrade - Auf dem Weinberg, dem Balkon von Neuenrade, empfingen die Weinbergfreunde am Wochenende etwa 100 Besucher – obwohl Rehe sie um einen Großteil der Ernte gebracht hatten.

Es könnte so schön sein, wenn die gefräßigen Rehe nicht wären: Der fast vollständige Verlust der Traubenernte brachte die Neuenrader Weinbergfreunde um die verdienten Früchte ihrer Bemühungen am Berentroper Berg.

Dennoch empfingen die Weinbergfreunde am Sonntag im Rahmen der Aktionsreihe „Offene Gärten im Ruhrbogen“ etwa 100 Besucher auf Neuenrades Balkon.

Wein gab es natürlich trotzdem

Die machten es sich an der Hütte gemütlich, genossen das Lagerfeuer und die Aussicht und tranken Weißburgunder und „Evi’s Rosé“ von jenem Trierer Winzer, der aus den Neuenrader Trauben normalerweise den Berentroper Klostergarten keltert.

Maximilian Uerpmann (links) und Antonius Wiesemann jr.

Die schönsten Trauben dieses Jahres begrüßten die Besucher als Ansichtsexemplar, wie schön alles hätte sein können. Ein Rundgang zeigte dann, wie gründlich die Rehe die diesjährige Ernte für sich beansprucht hatten.

Nur ganz vereinzelt hingen noch nennenswerte Trauben an den gut gepflegten Weinstöcken, deren Grün den Rehen zu allem Überfluss ebenfalls zu schmecken scheint.

Mehr zu den „Offenen Gärten im Ruhrbogen“

Fünf Jahre lang habe es keine Wildschäden auf dem 2011 angelegten Weinberg gegeben, berichteten Maximilian Uerpmann und Antonius Wiesemann jr., die die Besucher an der Weinberghütte bewirteten.

Nächstes Jahr soll wieder selbst gekeltert werden

Doch die Weinfreunde haben bereits Konsequenzen gezogen: Ein Schutzzaun steht vor der Fertigstellung – die Rehe werden im kommenden Jahr also erheblich schlechtere Karten haben, an die roten Regent- und weißen Solaris-Trauben der jeweils etwa 400 Rebstöcke zu kommen.

Und dann wird es wohl auch wieder frische Tröpfchen aus dem „Berentroper Klostergarten“ geben.

Es hat eben viel Stil, wenn Bürgermeister Antonius Wiesemann Neuenrades „Staatsgästen“ einen edlen Tropfen aus heimischem Anbau überreichen kann.

Der Weinberg hat eine lupenreine Südlage

Dass die Voraussetzungen bis auf die geographische Lage Neuenrades ziemlich ideal sind, wurde den Besuchern auf einen Blick deutlich: Denn trotz der durchziehenden Wolken war fast immer klar, wo sich die Sonne befand.

Nicht viel ließen die gefräßigen Rehe übrig.

Und die machte mehr als deutlich, dass der Berentroper Weinberg über eine ziemlich lupenreine Südlage verfügt und sich zudem durch seine recht steile Hanglage den Sonnenstrahlen entgegenstreckt.

Gute Nachrichten hatten die Weinbergfreunde aus Brüssel zu verkünden: Die Fläche, auf der es Privatpersonen im Rahmen einer „Duldung“ erlaubt ist, Weinstöcke zu ziehen, wurde von 100 Quadratmetern auf 1000 Quadratmeter erhöht.

Verkauft werden darf der Tropfen nicht

In dieses Regelwerk passt der Berentroper Weinberg. Nur verkauft werden darf der aus seinen Trauben gekelterte Wein nicht. Nun bleibt zu hoffen, dass der Jahrgang 2018 wieder den zweibeinigen Freunden der Trauben zugute kommen wird.

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