Offene Gärten: 350 Besucher in der Baumschule Wiesemann

In einem Arbeitsschuppen, der gut vorbereitet war, empfing Antonius Wiesemann sr. seine Gäste bei einem Glas Wein und plauderte mit ihnen.

Neuenrade - Herbst und Winter rücken näher – da kommen Anregungen zur Gestaltung eines Lichtergartens genau passend. Am Samstagabend lud das Team der Baumschule Wiesemann am Wemensiepen zum abendlichen Flanieren über das weitläufige Gelände ein.

Es ist ein großer Garten und eine Baumschule zugleich und bietet auch im „Tagbetrieb“ zahlreiche Gestaltungsideen. Reizvoll waren der kleine Bach und der Teich auch bei Tageslicht, das zum Beginn des Offenen Gartens noch leuchtete. Doch bei schwindendem Licht zeigten die Gewässer – angeleuchtet von Strahlern und in der Nachbarschaft farbiger Lichtobjekte – ein ganz anderes Gesicht.

Sehr präsent war plötzlich auch der Buddha im hinteren Teil des Baumschule-Geländes, dem irgendein Schalk allerdings seine meditative Ruhe hatte nehmen wollen: Ein Glas in den gefalteten Händen des Buddha holte ihn zurück in die Welt irdischer Bedürfnisse.

Unter dem „Dach“ der großen in den Himmel gerichteten Strahler zeigten sich die Gewächshäuser in kräftigen Farben, was vielen farbkräftigen Pflanzen plötzlich ein sehr anderes Aussehen bescherte. Gräser leuchteten förmlich aus ihrer Umgebung heraus.

Das Licht unzähliger Kerzen begleitete die Besucher auf ihrem Rundgang über das Gelände – an mehreren Stationen verdichteten sich ihre Lichter zu einem vielflammigen Leuchten.

Verglichen mit dem Tag zuvor zeigte sich das Wetter eher von seiner guten Seite. Den relativ guten Eindruck konnte am Abend auch ein Regenschauer nicht vertreiben, der Neuenrades Pflanzenwelt goss. Doch Antonius Wiesemann jr. und seine Mitstreiter hatten vorgesorgt: Sie hatten den Arbeitsschuppen der Baumschule mit warmen Farben illuminiert, einen Heiz-Strahler gegen die Kühle des voranschreitenden Abends aufgestellt und eine Weintheke aus Paletten gebaut. Antonius Wiesemann sr. empfing dort Gäste bei einem Glas Wein, plauderte und erläuterte die Kunst, aus einer Weinpflanze eine Weinrebe zu machen. Einige Trauben der „hauseigenen“ Sorte „Regent“ konnten gekostet werden. Auf dem Weinberg in Berentrop hatten leider Rehe die Ernte weitgehend aufgefressen (wir berichteten).

Eine Woche Vorbereitung, und dann war nach wenigen Stunden schon wieder alles vorbei. Doch das Team der Baumschule schob das Ende des Offenen Gartens noch bis Mitternacht hinaus. Zuvor waren nach und nach die zahlreichen Lichter auf dem Gelände ausgegangen. Grund zur Freude lieferte die Zahl der Besucher. Antonius Wiesemann jr. schätzte sie auf etwa 350.

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