Kreisverband erhöht den Grund- und Flächenbeitrag

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Die Mitglieder der beiden WLV-Ortsverbände verfolgten die informativen Ausführungen der Referenten.

NEUENRADE - Die Ortsverbände Neuenrade und Werdohl im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband hatten zur gemeinsamen Winterversammlung geladen und etliche Landwirte, beziehungsweise in der Landwirtschaft angesiedelte Haupt- und Nebenerwerbstätige waren der Einladung am Dienstagabend in die Gaststätte „Zur Borke“ gefolgt.

Von Markus Jentzsch

Dabei hielten sich die Vorsitzenden der beiden gastgebenden Ortsverbände, Ulrich Peterschulte (Neuenrade) und Achim Noelle (Werdohl), relativ bedeckt, überließen den „prominenten“ Gästen aus Reihen des Kreisverbandes Märkischer Kreis über weite Strecken das Wort – allen voran dem Vorsitzenden Günter Buttighoffer.

Der Kreisvorsitzende setzte die Versammlung über die Arbeit, die auf Kreisebene geleistet wird, in Kenntnis, informierte zum Beispiel über die erfolgreichen Kooperationsprojekte mit den heimischen Imkern. Als „gutes Miteinander“ bezeichnete er das Verhältnis und nannte Beispiele, wo Landwirte und Imker erfolgreich zusammenarbeiteten.

Im Laufe seiner Rede warf Buttighoffer auch einen Blick auf die wirtschaftlichen Kennzahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres und sprach diesbezüglich von einem „ordentlichen Jahr“ für die Landwirte der Region. Ganz anders wäre es zum Teil den Kollegen in Bayern und Sachsen-Anhalt ergangen, die 2013 mit Überflutungen zu kämpfen hatten. Der Vorsitzende begrüßte die Solidarität unter den Mitgliedern des Landwirtschaftsverbandes, denn der Märkische Kreis hatte 2850 Euro an Spendengeldern eingesammelt, um den betroffenen Kollegen unter die Arme zu greifen.

Als durchaus positiv bewertete der Vorsitzende die Resonanz beim Treffen der Junglandwirte auf dem Hof Crone in Werdohl, an dem mehr als 40 Nachwuchs-Landwirte teilnahmen. Das mache Mut, meinte Buttighoffer.

Ein heißes Thema sei zudem die Öffentlichkeitsarbeit. Die Landwirte wollen der Gesellschaft verstärkt deutlich machen, dass sie Nachhaltigkeit, Tierschutz und die Qualität ihrer Produkte stets im Blick haben. Ziel sei es, eine moderne Landwirtschaft mit den gesellschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund hinterfrage auch die Rot-Grüne Regierung immer wieder die Produktionsparameter, unter denen die Waren erzeugt würden. Entscheidend sei, so Buttighoffer, dass eine gewisse Praxistauglichkeit bestehen bleibe.

Die Arbeit des Verbands, der die Interessen der Landwirte vertritt, ist wichtig, betonte der Vorsitzende. Weil die allgemeinen Kosten gestiegen wären, das Pensum aber nicht heruntergefahren werde, entschied sich der Vorstand zu einer Beitragserhöhung. Den Grundbeitrag hoben die Verantwortlichen von bisher 78 Euro auf 90 Euro an, den Flächenbeitrag um zehn Prozent. Dadurch würden die Mitglieder im Schnitt mit einer vertretbaren Mehrbelastung von rund 22 Euro konfrontiert.

Ludwig Krämer, Geschäftsführer des Kreisverbands, ging anschließend noch auf politische Themen ein. Im kürzlich veröffentlichten Koalitionsvertrag der Bundesregierung sei der Tierschutz thematisiert worden. Steuerrechtliche Angelegenheiten, die die Landwirte betreffen, sind ebenso im Vertrag verankert wie das Thema Energiepolitik. Die „Vermaisung“ der Landschaft will die Regierung hinsichtlich der Biomasse-Kraftwerke vermeiden. Die Windkraft an Land sei überfördert. Und faire Entschädigungen für die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, die sich in Privatbesitz befinden, für Strommasten sind ebenfalls ein Thema, das künftig noch diskutiert werden müsse.

In Kürze soll eine Veranstaltung zum Thema „Ausbringung von Wirtschaftsdünger“ stattfinden, fügte der gastgebende Neuenrader Ortsverbandsvorsitzende Ulrich Peterschulte hinzu, während zum Ende der Winterversammlung noch die Verkehrsregelung am „Höhenweg“ zwischen Lüdenscheid und Werdohl auf den Tisch kam. Eine Höhenbeschränkung direkt hinter dem Kreisel auf Rosmart – gekoppelt mit Ausnahmegenehmigungen – ist aus Sicht der Landwirte und holzverarbeitenden Betriebe wenig sinnvoll.

Dass die Fahrt für den Schwerlasttransport das Steilstück herunter nach Werdohl unter allen Umständen verhindert werden müsse, wurde in diesem Rahmen nochmals betont. Aber doch bitteschön erst ab dem „Forsthaus“ – der praktikabelsten und einfachsten Alternative aus Sicht der betroffenen WLV-Mitglieder.

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