Oase zum Wohlfühlen für Menschen und Tiere

Der zehnjährige Luca genießt die Ausflüge in das Gartenparadies der Eheleute Dickel. - Fotos: Schnücker

Neuenrade - Die Kirschen in Nachbars Garten haben es dem zehnjährigen Luca aus der Feldstraße noch nicht angetan. Trotzdem ist er gerne nebenan, „weil es dort viele interessante Dinge zu sehen gibt“. Davon, dass der „naturnahe Nutzgarten“, den Siegfried und Resi Dickel geschaffen haben, etwas ganz Besonderes ist, haben sich gestern auch andere Gartenfans überzeugt.

Von Udo Schnücker

Im Rahmen der Städteaktion „Offene Gärten im Ruhrbogen“ hatten sich auch die Dickels bereit erklärt, Naturliebhabern und Gartenbesitzern ihr Freizeitparadies zu zeigen. Auf rund 800 Quadaratmeter erstreckt sich ihre „Oase zum Wohlfühlen“. Da plätschert das Wasser sanft in den Teich, der das Zentrum der Gartenanlage bildet. Eine Hütte lädt zum Verweilen ein und die Blüten des Apfelbaumes bilden die Farbtupfer.

Über Besuchermangel konnten sich Siegfried und Resi Dickel trotz des wechselhaften Wetters nicht beklagen. Um 11 Uhr hatten sich nicht nur Toni Wiesemann und Heiner Jerabeck vom Verkehrsverein Neuenrade eingefunden, auch erste Gartenfreunde bekundeten Interesse an einer Besichtigung. Gerne beantwortete Dickel alle Fragen. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen fühlten sich die Freunde gepflegter Naturgartenkultur in ihrem Element.

Die Idee zum Bau eines naturnahen Nutzgarten entstand bei den Dickels 1995, erste Pläne wurden aufgestellt, diskutiert und wieder geändert. Was einst ein Garten „alter sauerländischer Prägung“ war, wurde nach und nach gestaltet, bekam ein neues Aussehen. Als Ideengeber und Berater trat Sohn Alexander in Aktion. Der Gärtner, Fachrichtung Baumschule, realisierte das Vorhaben. Erde wurde ausgehoben, Leitungen gelegt, gerodet und angepflanzt. Keine leichte oder schnell zu erledigende Aufgabe, „aber wir wollten weg vom Nutzgarten und mehr hin zum Freizeitgarten“ blicken die Eheleute zurück.

Viele Besucher haben inzwischen den so gestalteten Garten bewundert.

Der Teich mit Bachlauf ist bis zu 1,50 Meter tief . Zu den Lebewesen im Teich zählen Bitterlinge. Die kleinen Wildfische sind pflegeleicht, sie müssen nicht gefüttert werden. Den scharfen Augen des Fischreihers sind die grauen Fische bisher entgangen. „Nur im Frühjahr, wenn die Paarungszeit beginnt, werden die Männchen etwas rot“, schmunzelt Dickel. Gleich drei Sorten Molche haben von sich aus den Weg in den Teich gefunden: Bergmolche, Teichmolche und Kammmolche. Ende Mai erwarten die Dickels die Libellen, vorrangig kommen Königs- und Jungfern-Libellen. Weitere Gartennutzer sind Kohl- und Blaumeisen, die in selbstgebauten Vogelhäuschen oder in der Baumkrone nisten. Und was wären Insekten ohne eigenes Insektenhotel – in Dickels Naturgarten kann auch das bewundert werden.

Gleich nebenan reifen später Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Trauben, Äpfel und Kirschen – und sorgen dafür, dass selbst zubereitete Marmeladen und Gelees auf den Tisch kommen.

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