Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 122

Diederich: "Daran arbeiten, Menschen nicht auszugrenzen"

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Christoph Diederich, Kandidat Die Linke im Wahlkreis 122.

Neuenrade/Balve - Wir stellen in ausführlichen Portraits die sieben Kandidaten für den Landtagswahlkreis 122 (Märkischer Kreis II) vor: an dieser Stelle Christoph Diederich (Die Linke).

Links zu wählen ist für Christoph Diederich eine Herzensangelegenheit. Und in Frage kommt für ihn dabei auch nur „Die Linke“: „Es ist die Partei, die am dichtesten am Menschen ist. Wenn man eine soziale Politik haben will, sollte man sie wählen.“

Enttäuscht von SPD und Agenda 2010 schloss Diederich sich 2013 den Linken in Iserlohn an und war Ende 2015 maßgeblich an der Gründung des Hemeraner Stadtverbandes beteiligt. 

Die Kandidatur als Landtagskandidat im Wahlkreis 122 war für den 50-Jährigen selbstverständlich, als er gefragt wurde – auch wenn er eigentlich nicht so im Vordergrund stehen will. „Man wächst in die Gemeinschaft rein, kann auch als Hartz IV-Empfänger etwas machen. Die Linke gibt allen die Möglichkeit, sich einzubringen“, sagt er: „Ich spüre eine unheimliche Verzweiflung in der Welt.“ Und die will er nicht hinnehmen.

Die Richtlinien des SGB II und ihre Auswirkungen stehen bei Christoph Diederich ganz oben auf der Liste der Themen, um die es ihm geht: „Wir müssen daran arbeiten, Menschen nicht auszugrenzen und sie nicht einfach in die Grundsicherung abzuschieben.“ Sogar die Vereinten Nationen hätten festgestellt, dass diese Gesetze menschenverachtend seien und nicht integrieren. „40 Prozent der Bevölkerung geht es nach und nach immer schlechter.“

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Der Hemeraner weiß, wovon er spricht. Er kümmert sich nicht nur mit seinen Parteifreunden um Menschen, denen es schlecht geht, „als kleine Selbsthilfegruppe innerhalb der Linken“. Er ist selbst betroffen. Christoph Diederich ist gelernter Steuerfachangestellter und Fachinformatiker und hatte zuletzt ein eigenes kleines Bauunternehmen, das auf einem guten Weg war. Bevor er jedoch richtig Fuß fassen konnte, machte ihm die Wirtschaftskrise einen Strich durch die Rechnung.

 Seitdem versucht er, wieder in den Beruf rein zu kommen, am liebsten in die Verwaltung. Die Erfahrungen, die er dabei mit dem Job-Center gemacht hat, sind nicht die besten. Umso mehr schätzt er, dass er bei den Linken etwas machen kann und dabei auch Erfolg hat. „Jeder hat ein Anrecht darauf, teilzuhaben.“ Politisch, aber auch wirtschaftlich. Angebote wie das Sozialticket gehören für ihn dazu. Für die Landtagswahl wünscht er sich für die Partei ein Ergebnis um die 15 Prozent, hofft auf 7.

Einer rot-rot-grünen Koalition steht er dabei skeptisch gegenüber. „Es ist wichtig, dass die Linke ihre Positionen vertreten kann. Bei Hannelore Kraft sehe ich das noch nicht.“ Besonders kritisch beurteilt er an der aktuellen Landesregierung, dass sie das Kulturgut Nordrhein-Westfalens verhökert. „Sie verkaufen Kunstwerke, geben Allgemeingut in private Hände. Sie machen das Gegenteil von dem, was uns gut tut.“ Die Kunstszene zu fördern, eine Kreativwirtschaft aufzubauen wäre dagegen ein Wunsch des linken Landtagskandidaten. Er selbst fühlt sich als ambitionierter Fotograf in der Kunst zuhause: „Das ist Teil unserer Kultur und Identität.“ Sie für die nächste Generation zu bewahren ist für ihn auch Aufgabe der Politik.

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