Kamera hat nichts aufgenommen

Niederheide: Neues Spielgerät schon mehrfach demoliert

Das große neue und teure Spielgerät neben dem Hallenbad auf dem Schulkomplex Niederheide wurde erst im Herbst 2020 eröffnet. Nach Vandalismusschäden ist es jetzt bereits gesperrt.
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Das große neue und teure Spielgerät neben dem Hallenbad auf dem Schulkomplex Niederheide wurde erst im Herbst 2020 eröffnet. Nach Vandalismusschäden ist es jetzt bereits gesperrt.

Das große neue und teure Spielgerät neben dem Hallenbad auf dem Schulkomplex Niederheide ist gesperrt. Der Grund: Vandalismus.

Unbekannte haben den Prallschutz auf dem Boden während der Sommerferien mit einem Messer mutwillig zerschnitten und ein kreisförmiges Stück herausgerissen. Jetzt hat die Stadt Absperrgitter rund um das große Spielgerät aufgestellt.

Dabei handelt es sich um ein Gerät für die Trendsportart Calisthenics, bei der es darum geht, ein Ganzkörpertraining mittels Eigengewichtsübungen zu absolvieren. Immerhin 40 000 Euro hat die Stadt in das Projekt, das als Wunsch von vielen Kindern und Jugendlichen bei einer Jugendkonferenz noch in der Vor-Corona-Zeit geäußert worden war, dort investiert. Die Eröffnung fand vor ziemlich genau einem Jahr statt.

Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest

Wie Ira Valsamidou, Juristin in der Stadtverwaltung, berichtete, sei dies bereits der zweite Vandalismusfall an dem Spielgerät. Leider habe die Kamera, welche an der Schule angebracht ist, die Tat nicht aufnehmen können. Die Überwachung durch die Kamera sei eben heikel und die Verhältnismäßigkeit bei der Beobachtung müsse gewahrt bleiben. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Valsamidou betonte, dass aber „generell die Zahl der Vandalismus-Straftaten zurückgegangen“ sei. Gleichwohl gab es jüngst auf dem Evangelischen Friedhof Vandalismus an Grabstätten.

Und es gab schon einmal eine ganze Serie von Zerstörungen in Neuenrade. Zerdeppert wurden unter anderem an der Niederheide die Glasbausteine am Hallenbadgebäude. Es erwischte eine Halle an der Bahnhofstraße Richtung Industriegebiet. Sehr ungern erinnern sich Einzelhändler an der Bahnhofstraße an eingeworfene Schaufensterscheiben. Sogar eine Belohnung zur Ergreifung der Täter wurde ausgesetzt – allerdings erfolglos. Auch im Umfeld der Hönnequell-Schule gab es Verunreinigungen und einmal sogar einen Einbruch in eine angrenzende Turnhalle mit Zerstörungen, dem Diebstahl von Feuerlöschern, Spiegel und einer Rettungswegleuchte und mit der bizarren Nebengeschichte, dass sich der oder die Einbrecher auch dort noch die Haare geschnitten hatten.

Auch Kunstwerke werden immer wieder beschädigt

Ein Buswartehäuschen musste vor Jahren genauso dran glauben wie die „Gassenwächter“-Kunstwerke an den Verbindungsgassen zur Altstadt. Die Wächter wurden von jungen Hobbykünstlern der Kinderkunstwerkstatt Neuenrade (Kiku) zusammen mit Leiterin Irmhild Hartstein hergestellt. Auch „Oma Herta“, lebensgroße Figur an der Zweiten Straße, wird immer mal wieder demoliert. Erwischt wurde allerdings auch einmal ein Jugendlicher, der Weihnachtshütten und -schmuck auf dem privaten Weihnachtsmarkt am Stadtgarten demoliert hatte. Eine Kamera hatte den Täter aufgenommen.

Zuvor habe die Stadt schon viel unternommen, um das Vandalismusproblem in den Griff zu bekommen, erläuterte Valsamidou. Zumal man auch versicherungstechnisch inzwischen keinen Spaß mehr verstehe.

Polizei fährt verstärkt Streife

2020 hatte die Stadt einen Wachdienst engagiert und gezielt zu den neuralgischen Stellen geschickt. Es habe auch Gespräche mit der Polizei gegeben, damit die Beamten im Bereich Niederheide verstärkt Streife fahren. Valsamidou hat seinerzeit auch den Jugendarbeiter Daniel Schwebe kontaktiert. Der ging die Route ab, interviewte Leute.

Angesichts der neuerlichen Sachbeschädigungen an der Niederheide zeigte sich die Polizei erstaunt. Da sei bisher noch nichts angekommen, berichtete Pressesprecher Marcel Dilling. Der zuständige Bezirksbeamte sei aus allen Wolken gefallen. Er könne nur die Häufungen bestätigten, die sich vor gut zwei Jahren im Stadtgebiet ereignet hatten.

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