Ein Bufdi in der Kiku Kunstwerkstatt

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Nico Mariß. ▪

NEUENRADE ▪ Gartenarbeit, fertige Bilder lackieren und die Werkstatt aufräumen – langweilig wird es Nico Mariß nie. Seit Oktober hat der 24-Jährige eine Stelle als „Bufdi“ in der Neuenrader Kiku Kunstwerkstatt.

„Meine größte Aufgabe ist es aber, zu lernen“, findet Nico Mariß. Wenn sein Jahr als Bundesfreiwilliger (Bufdi) in der Kiku vorbei ist, möchte er eine Ausbildung zum Erzieher machen. Dafür sei die Arbeit in der Kunstwerkstatt ein toller Einstieg. Dass er in der Kiku gelandet ist, war für Nico Mariß „Glück im Unglück“, erzählt er. Sein Vertrag im Werdohler Altenheim „Forsthaus“, wo er als Hausmeister beschäftigt war, konnte nicht verlängert werden. Seine Chefin – die Tochter von Irmhild Hartstein – vermittelte aber einen Kontakt zur Neuenrader Kunstwerkstatt.

An seinem ersten Arbeitstag funkte es für Nico Mariß sofort. „Da wusste ich, das ist es, es müssen Kinder sein“, sagt der 24-Jährige und strahlt. Auch die kleinen Kunstschüler seien von ihm begeistert, erzählt Irmhild Hartstein: „Sobald die Kinder seinen Namen kannten, riefen sie ständig nach ihm.“

Die Kiku-Leiterin freut sich über die Unterstützung. Bis klar war, dass sie einen Bufdi anstellen darf, brauchte es viel Zeit und Geduld. „Wir haben lange gekämpft“, sagt Irmhild Hartstein. Schon im Januar habe sie angefangen, sich darum zu kümmern. Die große Hürde: Die Kiku musste als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt werden. „Das ist beim Bund angelaufen, aber es gibt so viele Zuständige, dass einer nicht wusste, was der andere tut“, sagt Irmhild Hartstein.

Viel verdient Nico Mariß mit der Stelle nicht. „Ich nehme aber viel Erfahrung mit, das ist manchmal mehr wert als Geld“, sagt der 24-Jährige. Nicht alle in seinem Umfeld sehen das so optimistisch wie er. Einige hätten ihn schon davor gewarnt, Erzieher zu werden, weil der Beruf so schlecht bezahlt werde. Nico Mariß ist es aber wichtiger, dass ihm der Job Spaß macht. Außerdem seien Männer im Erzieherbereich sehr gefragt: „Das ist ein sicherer Arbeitsplatz.“

Eltern reagierten unterschiedlich darauf, wenn ein Mann ihre Kinder betreue, hat Nico Mariß beobachtet, als er ein Praktikum im Kindergarten absolvierte. „Ich glaube, einige Eltern haben die Sorge, dass ihre Kinder ungerecht erzogen werden“, sagt der angehende Erzieher. „Sie befürchten vielleicht, dass ein Mann ihren Kindern zu konservative Werte beibringt.“ Viele fänden es aber gut, wenn mal ein Mann unter den Erziehern sei. So oder so, für Nico Mariß steht schon jetzt fest: „Etwas Besseres gibt es nicht!“ ▪ Constanze Raidt

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