Nach langer Corona-Pause

Neustart der Kultur sorgt für Begeisterung

Mit dem Konzert der „Drei Tenöre“ begann im Kaisergarten-Saal wieder das städtische Kulturprogramm.
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Mit dem Konzert der „Drei Tenöre“ begann im Kaisergarten-Saal wieder das städtische Kulturprogramm.

„Ich bin fast zu Tränen gerührt“, sagte Monika Arens. Die städtische Kulturbeauftragte erklärte: „Heute findet seit gut einem Jahr erstmals wieder eine Kulturveranstaltung hier im Kaisergarten statt – und dann ist auch noch den ganzen Tag so schönes Wetter.“

Sie verriet: „Ich hatte heute Nachmittag schon Gelegenheit, den fünf Künstlern bei den Proben zuzuhören. Und ich kann sagen: Die Leute werden begeistert sein.“ Zwei Stunden später kündigte Tenor Stefan Lex die letzte Zugabe des hochklassigen Konzertes an und widmete das Abschlusslied Monika Arens: „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehár.

Genießen konnten die Darbietung indes auch die Besucher des Auftrittes der „Drei Freunde – Drei Tenöre“. Jedoch war der Saal nur gut zur Hälfte gefüllt. Aufgrund der Pandemie hatte die Stadt Neuenrade darauf verzichtet, den Saal komplett zu belegen, obwohl die aktuelle Corona-Schutzverordnung dies zugelassen hätte. Eine Zuschauerin blickte sich um und sprach vor sich hin: „Ist das nicht traurig, alles leer. Es sind einfach schäbige Zeiten. Also müssen wir halt alle lauter klatschen.“

Bürgermeister mit „positiven Gefühlen“

Applaus spendete auch Peter Sattler reichlich. Der Mann im Publikum sagte: „Ich finde es schön hier und mit Abstand geht das ja auch alles.“ Er führte aus: „Das Programm heute ist etwas für mich. Ich singe selbst ja auch im Werdohler Kirchenchor.“ Er verriet aber: „Ich komme immer in den Kaisergarten, wenn etwas angeboten wird, selbst wenn ich vorab denke, das könnte nichts für mich sein. Man soll ja stets offen für Neues sein. Und oft war ich am Ende begeistert.“

Auch Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) gehörte zu den Konzertbesuchern. Das Stadtoberhaupt sagte: „Ich habe positive Gefühle, dass es nun wieder los geht. Aber ich habe auch gleich den Gedanken: Wie geht das jetzt weiter? Wir müssen die Infiziertenzahlen im Blick behalten.“

Wieder ein Stück Normalität

SPD-Ratsfrau Ulrike Wolfinger wirkte aufgeregt, als sie den Saal betrat: „Heute hier zu sein, ist erst einmal ungewohnt. Ich bin aber auch happy, da sein zu dürfen. Das fühlt sich fast schon wieder an, wie ein Stück Normalität.“ Kulturausschuss-Vorsitzender Bernhard Peters (FWG) begrüßte sie und alle weiteren Zuschauer kurz darauf mit den Worten: „Sie werden mitreißende Tenor-Literatur erleben.“

Genauso kam es dann auch. Moderator und Sänger Stefan Lex hieß die Zuhörer willkommen: „Vielen Dank, dass Sie sich der Gefahr der Aerosole ausgesetzt haben. Aber wir und Sie sind ja alle doppelt geimpft.“ Er fügte hinzu: „Und in zwei Stunden werden Sie hoffentlich sagen: ,Ja! Es geht wieder los!’“

Oper, Operette, Musical und Filmmusiken

Lex sang sich mit seinen beiden Tenor-Kollegen durch ein Programm, das Oper, Operette, Musical und Filmmusiken abdeckte. Es ging um das blaue Meer, das betörende Weib, den Freund, den guten Freund und als Sahnehäubchen oben drauf gab es zum Schluss auch noch „O sole mio“ zu hören. Moderator Lex und die Pianistin Sigrid Althoff feierten in Neuenrade übrigens ihren 15. Hochzeitstag. Komplettiert wurde die Künstlerriege von Violinistin Zsuzsa Debre.

Die drei Tenöre zeichneten sich durch drei unterschiedliche Stimmfärbungen aus, die wie füreinander geschaffen wirkten. Die angeblich ernste Kultur präsentierte Moderator Lex mit einer Portion Humor. So sagte er: „Wir lieben nicht nur die Opern Verdis. Wir sind auch seit Jahren Mitglied bei Verdi. Und die Gewerkschaft sagt, jetzt ist es Zeit für eine Pause.“ Pianistin Althoff spielte also alleine weiter, während die drei Tenöre auf offener Bühne je ein Käsebrot verspeisten.

Der längste Applaus des Nachmittags

Nach der Pause fragte Lex die Zuschauer: „Was ist der Unterschied zwischen Wien und einer Jungfrau? Na, Wien bleibt Wien!“ Doch schon wurde der Moderator wieder besinnlich und wies darauf hin, „dass in zwölf Tagen und drei Monaten schon wieder Heiligabend ist“. Folglich spielte Althoff „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. September hin oder her, die Filmmusik von Karel Svoboda erhielt den längsten Applaus dieses Nachmittages.

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