Neues Tourismus-Konzept

Das Hotel Wilhelmshöhe hatte bereits Erfolg mit der Kooperation mit einem Busunternehmen, das von Ausflüge anbietet.

NEUENRADE ▪ Die Stadt zieht zu wenig Touristen an. Das zeigen die Statistiken über die Belegung der Neuenrader Hotels: Vor allem an den Wochenenden fehlen die Gäste.

„Die Hotels leben hauptsächlich von Berufstätigen“, erklärt Heinz Friedriszik, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Neuenrade.

Vor allem Monteure, Vertreter und Geschäftsleute übernachten in den 156 Zimmern der hiesigen Hotels. „Die privaten Gäste sind Zufallsgäste, die hier zum Beispiel zu Hochzeiten eingeladen sind“, sagte Friedriszik.

Wenig Gäste am Wochenende

Aufgrund dieser Verteilung sind die Hotels besonders in den vier Nächten von Montag bis Freitag gut belegt. „In der Woche haben wir schon Top-Ergebnisse“, bestätigte auch der Geschäftsführer des Verkehrsvereins Dierk Rademacher. Die Übernachtungen von Freitag bis Sonntag müssen sich die Hoteliers mühsam erarbeiten, berichtete Friedriszik.

Im Hotel Wilhelmshöhe, das von Friedrisziks Sohn Kai betrieben wird, lief es im letzten Jahr besser. Der Betrieb ist eine Kooperation mit einem Busunternehmen eingegangen, das von Neuenrade aus Unternehmungen angeboten hat. Stadtrundfahrten, Planwagenfahrten und Ausflüge zum Biggesee, der Burg Altena und der Sorpe standen auf dem Programm.

„So könnte ich mir auch das Konzept der Zukunft vorstellen“, sagte Heinz Friedriszik. Der Dehoga-Vorsitzende hält die Probleme in Neuenrade für hausgemacht. Im Märkischen Kreis seien die Touristen vernachlässigt worden. „2008 kam es zu einem Einbruch, da hat man gemerkt, dass man etwas versäumt hat“, sagte er. „Wir brauchen aber ein paar Jahre, um das aufzuholen.“

Noch kein Tourismus-Konzept

Bisher gibt es für Neuenrade zwar ein Gastgeberverzeichnis, aber kein Tourismus-Konzept. Der Hotelverband hat jetzt mit Bürgermeister Klaus Peter Sasse die ersten Gespräche geführt, um ein solches zu erarbeiten.

„Wir haben eine gute Gastronomie und eine gute Hotellerie“, sagte der Bürgermeister. „Aber wir werden wahrscheinlich nie eine Touristenstadt werden, sondern Industriestadt bleiben.“

Eine neue Broschüre für Urlauber soll nun dennoch neue Gäste nach Neuenrade locken. Anders als die schon existierende Stadtbroschüre, die der Verkehrsverein veröffentlicht hat, soll das neue Heft keine Werbung enthalten, sondern nur die gastronomischen Betriebe und Hotels vorstellen und auf Freizeitangebote hinweisen.

„Wir möchten eine kleine Einstiegsbroschüre verteilen, zum Beispiel auf Messen“, sagte Friedriszik. „Eine größere Broschüre verschicken wir dann auf Anfrage.“

Verkehrsverein

Sobald das Grundkonzept steht, wollen Friedriszik und der Bürgermeister auch die anderen Hotel- und Pensionsbetriebe sowie die Besitzer von Ferienwohnungen einbeziehen und das Konzept ins Stadtmarketing einbauen.

Parallel zu diesen Plänen und Vorbereitungen arbeitet auch der Verkehrsverein an dem Thema. „Wir machen uns natürlich auch Gedanken, möglicherweise mit dem gleichen Ergebnis“, sagte Dierk Rademacher. ▪ Von Constanze Raidt

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