Neues Schützenkönigspaar in Neuenrade

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Neuenrade hat ein neues Königspaar: Sylvana Weßoly und Jens Gaude. Der König – ob er wohl schon eine Vorahnung hatte? – habe schon vor einigen Tagen gesagt, er würde dem Schützenwesen gern neuen Schwung verleihen, verkündete Oberst Magiera bei der Proklamation.

Neuenrade - Jens Gaude ist König der Neuenrader Schützengesellschaft. Den 25-Jährigen mussten Schützen und Gäste erst einmal an einem der Biertische ausmachen, als Oberst Ralf Magiera die Nachricht „von der besten Zehn“am Montagmittag im Festzelt verkündete.

In Zivil und mit Sonnenbrille im Gesicht wurde Gaude dann von zwei Schützenbrüdern auf deren Schultern auf die Bühne getragen. Zu seiner Königin nahm er seine 22-jährige Freundin Sylvana Weßoly, die aus Balve stammt.

Traditionsgemäß spannend hatte Magiera die Proklamation gestaltet und falsche Spuren gelegt, als er die Gäste auf einen imaginären Festzug mit durch die Stadt nahm. Ob der König am Nachmittag in der Unter- oder Oberstadt abgeholt werden würde, das vermochte Magiera kaum zu erahnen – und gab vielen Gästen damit ein Rätsel auf.

Auf die Lange Gasse, am Gartenweg vorbei, in die Feldstraße hinein und den Friedhofsweg kreuzend, so werde der Weg zum neuen Schützenkönig starten. „Dort steht dann schon ein Maler mit grüner und weißer Farbe bereit, der sein Haus so streichen möchte“, wollte Magiera beinahe Glauben machen, der Zug ende dort, „aber wir gehen weiter.“ Und zwar die Landwehr hinauf, die Wemenschlad hinunter. „Da geht unserem Spieß Holger schon der Puls. Aber auch hier gehen wir vorbei.“

Über den Oberen Wemensiepen, zurück auf die Landwehr und dann zum Semberg. „Auf der Ecke“ habe jemand ein Haus gekauft, doch das sei ja noch eine Baustelle, „das geht ja gar nicht“, wies Magiera auf das Domizil eines Schützen hin – und ließ die steigende Spannung gleich wieder abebben.

Neues Kinderkönigspaar proklamiert

Zeit nahm sich der Oberst – „Ich hoffe, ihr habt Zeit?“ – , noch eine Geschichte einzustreuen: Am Semberg, im Kindergarten Hummelnest, war am Donnerstagnachmittag bereits ein neues Kinderkönigspaar proklamiert worden: Matthis Pauls als bester Dart-Schütze und seine erwählte Königin Tamina Mirwald. Beide durften gestern im Festzelt nach ganz vorne kommen und die Proklamation der „Großen“ hautnah miterleben.

Zum Haus des Schützenkönigs ging es im gedanklichen Festzug schließlich erneut über die Lange Gasse, die Straße „Hinter der Stadt“ und den Kletterpot. An der Zweiten Straße – die zur Oberstadt gehört – wohnt der König: Jens Gaude. Aber nicht mehr lange, denn er zieht noch in diesem Jahr zur Breslauer Straße – in die Unterstadt – um. Deshalb auch die anfängliche Frage, ob die Abholung des Königspaares in der Unter- oder Oberstadt stattfinden werde. Die Pforte wurde schließlich auf Wunsch des Königs auf der Zweiten Straße aufgebaut.

Gerade mal seit einer Woche ein Paar

Der König und seine Königin sind übrigens gerade mal seit einer Woche ein Paar. „Aber ein Königspaar, das vorher erst kurz zusammen war, gab es in unserer Geschichte schon einmal“, wusste später Presseoffizier Domenic Troilo zu berichten. „Ernst und Elke Filter waren 1960/1961 Könige der Neuenrader Schützengesellschaft.“ Sie seien nach wie vor verheiratet und hätten Enkelkinder, sagte Troilo – wenn das kein gutes Beispiel für Jens Gaude und Sylvana Weßoly sei. Gaude, der erster Fußball-Torhüter im TuS Neuenrade ist, kennt das Schützenwesen aus seiner Familie. Seine Schwester Christina ist die Lebensgefährtin von André Jürgens, dem Kompaniechef der Unterstadt.

Oberst Ralf Magiera blickte gestern Mittag schon mal ein wenig zurück: Auf ein bis dahin gelungenes Schützenfest, das dem zuvor entworfenen Spannungsbogen folgte. Dieser sei nicht zuletzt auf die Besuche der Neuenrader Schützen auf benachbarten Schützenfesten und auf die „tollen Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft während der WM“ zurückzuführen. Ein dreifaches „Horrido“ galt außerdem erneut dem Königspaar 2013/2014 Dirk und Kirsten Weber, die – so Magiera – „mit uns ein tolles Königsjahr verbracht haben und sich sehr für das Schützenwesen eingesetzt haben.“

Die Proklamation im von der Sonne aufgeheizten Festzelt wurde kräftig vom Musikverein Gerlingen unterstützt. Die Vorfreude auf den Festzug am Nachmittag und den Festball am Abend war zu spüren.

Von Kristina Köller

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