Neubau nimmt Gestalt an

Neues MVZ: Stichtag für Umzug steht fest

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Schauten sich den Baufortschritt am neuen MVZ-Gebäude auf der Baustelle an: (von links) Sebastian Janik, Volker Schwarz, Michael Beringhoff, Ruth Echterhage und Antonius Wiesemann.

Neuenrade – Der Bauantrag für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), welches nun integriert werden soll in das Neubauprojekt Hinterm Wall, wurde am Montag vom Investor VR Südwestment beim Märkischen Kreis eingereicht.

Entstehen soll bekanntlich ein ganzes Quartier mit unter anderem Mehrgenerationenwohnen, Tagespflege und jetzt auch dem MVZ. 

Damit ist der Neubau der Versorgungseinrichtung nun endgültig auf den Weg gebracht, nachdem sich der MVZ-Verwaltungsrat im Sommer einstimmig für diesen Standort und gegen ein Areal Hinter der Stadt im Randbereich der Altstadt ausgesprochen hatte (wir berichteten). Ruth Echterhage von der involvierten e-Holding hofft, „dass wir nun relativ zügig den Baubeginn verkünden können“. 

Erleichterung über Entscheidung

Volker Schwarz, einer der Geschäftsführer von Geschäftsführer von VR Südwestment zeigte sich erleichtert, „dass die Entscheidung für diesen Standort zu einem Zeitpunkt gefallen ist, als der Bau noch in solch einem frühen Stadium war, dass sich die Baupläne anpassen ließen“. 

Hintergrund: Das MVZ befindet sich derzeit noch in der Praxis des Landarztes Michael Beringhoff an der Zweiten Straße. Diese ist jedoch weder barrierefrei, noch verfügt sie über ausreichend Parkplätze. 

Vorteile eines Neubaus ausschlaggebend

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) erläuterte am Montag im Rathaus, dass mit der Praxis an der Zweiten Straße und dem Areal Hinter der Stadt „auch die beiden anderen Standorte aus städtischer Sicht ihre Reize und Vorteile hatten“. Letztlich seien die Vorteile des Neubaus am Wall aber ausschlaggebend gewesen: „Die Lage, die Barrierefreiheit und die Parkplätze“, zählte das Stadtoberhaupt auf. „Außerdem sind dort die Innenstadt und die Geschäfte nahe.“ 

Für den Gebäudeteil, in welchen das MVZ einziehen soll, herrschte seit dieser Entscheidung zunächst ein Baustopp. Die Baupläne sollten geändert werden, damit das Medizinische Versorgungszentrum mit Praxisräumen für vier Ärzte in Vollzeit komplett ebenerdig angelegt werden kann. Die vier Mediziner könnten also parallel nebeneinander praktizieren und entsprechend viele Patienten versorgen. Derzeit arbeiten im Versorgungszentrum mit Beringhoff, Renate Bojarzin-Kraus und Mohana Thayapararajah drei Ärzte. Die Änderungen des Bauplans hatten, erklärte Ruth Echterhage, „auch Auswirkungen zum Beispiel auf die Statik und die Brandschutz-Vorkehrungen“. 

Planungsfläche von 234 Quadratmetern

Insgesamt verfügt das Erdgeschoss, in welchen das MVZ einziehen soll, nun über eine Planungsfläche von 234 Quadratmetern. „Damit haben wir dann knapp 100 Quadratmeter mehr zur Verfügung“, freut sich der ärztliche Leiter des MVZ, Michael Beringhoff. Die Verwaltungsratsleiter Daniel Wingen und Gerhard Schumacher haben die Verträge vor rund 14 Tagen unterzeichnet, die VR Südwestment in der vergangenen Woche. 

Ruth Echterhage unterstrich: „Wenn weitere Ärzte dazu kommen, haben wir Erweiterungsmöglichkeiten in Richtung der geplanten Gartenfläche.“ Das MVZ hat an diesem Standort also Entwicklungspotenzial. Für Bürgermeister Wiesemann ist das wichtig: „Das war zwar nicht der ausschlaggebende Punkt, warum wir letztlich für diesen Standort votiert haben, aber es ist ein optimaler Bonus.“ 

Wiesemann: "Erst einmal auf dem Stand von 2018"

Wiesemann sagte mit aller Deutlichkeit: „Wir sind mit der Fläche für vier Ärzte ja nun erst einmal auf dem Stand von 2018 angelangt. Was wir schon erreicht haben, ist kein Grund zum Ausruhen. Wir suchen weitere Ärzte, gerne auch Fachmediziner.“ Beringhoff pflichtete ihm bei und hob hervor: „Primär suchen wir aber nach wie vor Hausärzte, auch solche, die nur in Teilzeit arbeiten möchten.“ 

Der Neubau wird – nach den Umplanungen des Investors – nun von zwei Seiten aus barrierefreie Zugänge über Rampen mit dreiprozentiger Steigung erhalten. Die Türen und Flure werden Überbreite aufweisen und somit auch für Rollstuhlfahrer problemlos nutzbar sein. Auch eine behindertengerechte Toilette wird im Erdgeschoss eingeplant. „Da können wir dann gut und reibungslos arbeiten“, blickte Landarzt Beringhoff in die Zukunft. 

Er holte Luft und fuhr dann fort: „Übrigens liegt das MVZ auch wirtschaftlich auf Kurs und im grünen Bereich.“ Bernhard Peters von der Freien Wählergemeinschaft hatte zuletzt vermutet, dass das Medizinische Versorgungszentrum ein Zuschussgeschäft auf Kosten der Neuenrader Bürger werden könnte. Stadtoberhaupt Wiesemann ergänzte: „Es wird Zeit, dass in dieses Thema nun auch politisch einmal etwas Ruhe kommt.“ 

Spätester Termin 1. Dezember 2021

Das MVZ Neuenrade soll nun spätestens zum 1. Dezember 2021 ins neue Gebäude am Wall ziehen. Nach erklärtem Willen aller Beteiligten, das wurde am Montag bei Ortstermin deutlich, kann und soll das aber nach Möglichkeit auch schon früher vonstatten gehen.

Der Investor VR Südwestment, der das Quartiersprojekt im Bereich Hinterm Wall in Neuenrade realisiert und dort insgesamt rund 14 Millionen Euro investiert, setzt sich aus der e-Holding (25 Prozent) und aus der Volksbank in Südwestfalen (75 Prozent) zusammen. Geschäftsführer sind Sebastian Janik (für die Echterhage Holding) und Volker Schwarz (Prokurist und Betriebsleiter Immobilienvermittlung bei der Volksbank in Südwestfalen).

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