Neues Konzept für die evangelische Gemeinde

Das Pfarrerteam: Konstanze Hentschel und Harald Steinhoff.

NEUENRADE ▪ Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Neuenrade sind am Zug. Sie haben nun die Möglichkeit ihre Gemeinde am Ort mitzugestalten. Sie können helfen, Strukturen zu ändern, sie können dabei mitwirken, der Gemeinde ein neues Antlitz zu geben.

Sie helfen so mit, eine neuen Gemeindekonzeption zu erarbeiten. 900 evangelische Neuenrader, nach den Worten der beiden Pfarrer Konstanze Hentschel und Harald Steinhoff „ein repräsentativer Querschnitt“, werden in diesen Tagen angeschrieben, bekommen einen ausgetüftelten Fragebogen zugeschickt. Um niemanden auszuschließen, besteht auch für die nicht angeschriebene Gemeindemitglieder die Möglichkeit, über das Pfarrbüro die Fragebogen zu bekommen und auszufüllen. Das dauert auch nicht lange: Eine Viertelstunde Zeit möge man sich nehmen, um die Fragen nach den aktuellen Angeboten der Kirchengemeinde (von Kirchenmusik bis Seelsorge), an der eigenen, aktiven Teilnahme am Gemeindeleben, nach den Erfahrungen oder das formale Wissen über die Ansprechpartner zu beantworten. Die Antwortmöglichkeiten beschränken sich meist auf drei oder vier Ankreuzmöglichkeiten und erinnern so an jene Tests, die in Zeitschriften zu finden sind. Klare Sache: Es ist auch eine Blanko-Seite beigefügt, bei der man Kritik, Anregungen oder Ideen aufschreiben kann. Selbstverständlich sei der Datenschutz gewährt. Die Auswertung erfolge anonym durch das Institut Reiner Reuß. Vorangegangen war auch schon eine Befragung der haupt - und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde.

Bis zum 29. Juli erhoffen sich Pfarrer Steinhoff und Pfarrerin Hentschel ganz viele Rückmeldungen, um dann für die weitere Gemeindearbeit eine solide Basis zu haben. Darum geht es. Das Presbyterium, in dem die beiden Pfarrer sind, erhofft sich eine Bestandsanalyse. Steinhoff: „Vielleicht stellen wir ja fest, dass wir das eine oder andere Angebot gar nicht benötigen oder dass es nicht gewollt ist“. Erste Verschiebungen kristallisieren sich schon jetzt heraus.

Reduzierte Pfarrstelle?

Demnach läuft es darauf hinaus, dass nach der Pensionierung von Steinhoff möglicherweise nur noch 1,5 statt zwei Pfarrstellen zur Verfügung stehen. Dabei werde wohl die Stelle von Konstanze Hentschel, welche die Unterstadt und die Dörfer mit vielen jungen Familien komplett erhalten bleiben, weil sich die demographischen Schwerpunkte verlagern würden. Es gibt schon Lücken im Angebot. So fehlt ein Angebot für die Sechs bis zwölfjährigen und die jungen Erwachsenen.

Insgesamt betreuen Steinhoff und Hentschel aktuell 4650 Gemeindemitglieder – eine relativ konstante Zahl, es gab keine nennenswerten Austritte. Gleichwohl gebe es in Neuenrade recht viele Konfessionslose. Hier will man sich auch kümmern.

Schon länger ist eine Lenkungsgruppe mit der Vorbereitung der Umfrage und Zukunftsorientierung der Gemeinde befasst. Das war nicht immer einfach. Es gab heftige Diskussionen und Auseinandersetzungen, sagte Hentschel. Olaf Biedebach, Wilhelm Dickehage, Daniel Mielke, Dorit Delwig und Manuela Nattermüller gehören dieser Lenkungsgruppe an.

Was auch immer bei diesem Findungsprozess der Gemeinde herauskommt. In fünf Jahren soll das neue Gemeindekonzept noch einmal überprüft werden. In der Zwischenzeit wird auch das Presbyterium komplett neu gewählt. ▪ Peter von der Beck

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