FDP stellt Antrag: Stadt soll Niederheide-Investor kontaktieren

Neues Hallenbad neben Aldi

Über den Zustand des alten Hallenbades informiert sich hier der Schul-, Sport- und Sozialausschuss.
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Über den Zustand des alten Hallenbades informiert sich hier der Schul-, Sport- und Sozialausschuss.

Die FDP-Fraktion hat konkrete Vorstellungen für den Bau eines Hallenbades in Neuenrade, um die Wohnqualität der Hönnestadt zu steigern.

Die Liberalen beantragen mit einem umfassenden Papier, die Stadtverwaltung möge Kontakt zu VR Südwestment aufnehmen. Denn auf deren Grundstück an der Niederheide soll das Hallenbad stehen – anstelle eines geplanten Mehrfamilienhauses. VR Südwestment gehört das Filetgrundstück, auf dem gerade der Aldi-Markt gebaut wird.

Grundstück gehört der VR Südwestment

Gemäß den aktuellen Planungen soll in westlicher Richtung, direkt neben dem Discounter, ein Mehrfamilienhaus entstehen. Die FDP möchte aber just dort lieber das Hallenbad bauen lassen. „Noch habe wird die Möglichkeit“, heißt es in einem Antrag der Liberalen. Stehe das Mehrfamilienhaus, sei die Möglichkeit auf Jahre hinaus verbaut.

Ob der Hallenbad-Bau überhaupt möglich ist, soll eben ein Gespräch zwischen Stadt und Investor ans Tageslicht bringen. FDP-Fraktionschef Michael Hammer hat ein neues Bad schon thematisiert, als er einst bei der FWG war und das alte Hallenbad mit hohen Reparaturkosten aufwartete. Jetzt präsentiert er die Idee erneut, unterfüttert mit einem Konzept. Er hat vermutlich auch bei der VR Südwestment vorgefühlt. Zumindest sagt er auf Nachfrage, dass man dort „Gesprächen nicht abgeneigt“ sei. Den Standort neben dem Aldi-Markt favorisiert Hammer wegen der unmittelbaren Nähe zur Hönnequell-Schule. Denn er sieht durch ein neues Hallenbad den Schulstandort Neuenrade deutlich aufgewertet.

Teure Reparaturen und hohe Ausfallzeiten im alten Bad

Dass überhaupt ein neues Hallenbad in Neuenrade errichtet werden soll, begründet Hammer mit den fehlenden Standards des alten Bades, was Beckengröße und Barrierefreiheit angeht. Zudem fielen dort immer wieder teure Reparaturen an, was auch hohe Ausfallzeiten bedeute. Nach einem Neubau könne das alte Bad zudem von der Schule anderweitig genutzt werden. Ein neues Hallenbad sieht Hammer auch als Standortfaktor für Neuenrade: „Das macht unsere Stadt noch attraktiver und hilft, die Bürger am Ort zu halten oder neue Bürger zum Umzug nach Neuenrade zu bewegen.“ Eine ganzjährige Schwimmausbildung wäre zudem gewährleistet. DLRG und Schwimmabteilung des TuS Neuenrade könnten das ganze Jahr trainieren. Schwimmen sei zudem eine Breitensportart für alle Altersgruppen.

Finanziert werden könne das Projekt per Kredit. Zinsen seien aktuell „so günstig wie niemals zuvor“, außerdem könne man die Förderfähigkeit des Vorhabens prüfen. Der Blick nach Werdohl lohne – dort habe das neue Hallenbad in Ütterlingsen Vorbildcharakter. Bei den Werdohlern könne man sicher hilfreiche Tipps bekommen. Werdohl habe das Projekt auch trotz Haushaltssicherungskonzept und anderen Hindernissen finanziert.

Hallenbad als Standortfaktor

Frank Schlutow, Geschäftsführer der Werdohler Bäderbetriebe, sagte auf Nachfrage, dass ein Vergleich schwierig sei. Bäder seien individuell auf die Kommunen abgestimmt. Was die Unterhaltungskosten anbelangt, so spielten Größe, Öffnungszeiten, Betriebssystem und viele andere Faktoren eine Rolle. Klar sei, dass so ein Bad sicher ein Zuschussbetrieb bleibe. Mit belastbaren Vergleichszahlen bezüglich der Unterhaltungskosten könne er nicht aufwarten, weil das Werdohler Bad wegen Corona gerade einmal vier Monate geöffnet hatte. Sicher sei für ihn, dass so ein Bad ein Stück Lebensqualität und auch Standortfaktor sei.

Hammer sieht mit dem Bau eines neuen Hallenbades auch die Möglichkeit, etwas für den Klimaschutz zu tun: Er nennt Solarthermie als Stichwort, auch könne man bei der Erneuerung des Blockheizkraftwerkes in der Sporthalle eine Möglichkeit finden, ganze Gebäudekomplexe der Niederheide mit Strom und Wärme zu versorgen und dann auch noch „smart“ zu steuern.

Alternativstandorte in Schulnähe

Marcus Henninger, Bauamtsleiter der Stadt Neuenrade, wollte den FDP-Antrag auf Nachfrage nicht kommentieren. Das sei natürlich eine politische Entscheidung. Er verwies auf Alternativstandorte in Schulnähe. Die Stadt besitze Grundstücke zwischen Jugendzentrum und Schule, zwischen Sporthalle und der angrenzenden Firma Büsche, sowie neben dem Maschinenbauer Mixaco.

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